Aurich

Neuer Chef für Windpark-Firma von Enercon und EWE

| | 08.12.2021 11:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Dr. Frank May. Foto: privat
Dr. Frank May. Foto: privat
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Im April wurde Alterric gegründet. Nun wurde der künftige Geschäftsführer des Unternehmens mit Sitz in Aurich vorgestellt. Eine Herausforderung für den 55-Jährigen werden die zwei Firmenkulturen sein.

Aurich/Oldenburg - Die Aloys Wobben Stiftung (AWS) und die EWE AG haben für ihr neues Gemeinschaftsunternehmen, den deutschen Windpark-Marktführer Alterric, einen Alleingeschäftsführer benannt. Zum 1. April wird Dr. Frank May seine Tätigkeit für den Onshore-Windexperten mit Sitz in Aurich und Standorten in Deutschland und Frankreich aufnehmen.

•Der Firmensitz des Windpark-Unternehmens „Alterric“ liegt in diesem Enercon-Gebäude am Holzweg bei Wallinghausen. Archivfoto: Helmut Vortanz
•Der Firmensitz des Windpark-Unternehmens „Alterric“ liegt in diesem Enercon-Gebäude am Holzweg bei Wallinghausen. Archivfoto: Helmut Vortanz

Der 55-Jährige ist laut einer Mitteilung derzeit Geschäftsführer und CEO Westdeutschland bei Actemium, einer Sparte des weltweit tätigen französischen Konzessions-, Bau und Energiekonzerns Vinci. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören 1.600 Mitarbeiter an 40 Niederlassungen, die Dienstleistungen für Industriekunden aus den Bereichen Anlagenbau, Elektrotechnik, Automatisierung und Digitalisierung erbringen. May bringt laut Mitteilung langjährige Erfahrungen aus Energiewirtschaft und industriellem Anlagenbau mit.

Seine Spezialität sind Unternehmenszusammenführungen

May ist Diplom-Ingenieur für Maschinenbau (RWTH Aachen) und hat in Bochum und Turku (Finnland) promoviert. In seiner beruflichen Laufbahn sammelte er Erfahrungen in der Unternehmensführung, strategischen Weiterentwicklung von Unternehmen in der Energiebranche und der Zusammenführung von Unternehmen mit der kulturellen Begleitung dieser Veränderungsprozesse.

Mehrere Jahre war May im Vattenfall-Konzern als Geschäftsführer/Vorstand in den Bereichen Entsorgung, Fernwärme, dezentrale Lösungen sowie Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen auf nationaler und internationaler Ebene verantwortlich. Derzeit lebt er mit seiner Familie in Hamburg.

•EWE-Vorstandschef Stefan Dohler (links) und der Vorstandsvorsitzende der Auricher Aloys-Wobben-Stiftung, Heiko Janssen, präsentierten im März Namen und Logo der gemeinsamen Firma. Archivfoto: privat
•EWE-Vorstandschef Stefan Dohler (links) und der Vorstandsvorsitzende der Auricher Aloys-Wobben-Stiftung, Heiko Janssen, präsentierten im März Namen und Logo der gemeinsamen Firma. Archivfoto: privat

EWE-Vorstandschef Stefan Dohler sagt: „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Dr. May einen versierten Manager an Bord holen konnten, der Alterric gemeinsam mit unseren motivierten und erfahrenen Fachleuten weiter aufbauen wird. Die Aufgabe ist, in dem noch jungen Unternehmen als Team zusammenzuwachsen, gemeinsam mit Bürgern, Politik und Gesellschaft unsere ambitionierten Investitionsziele umzusetzen und damit einen wichtigen Beitrag für eine klimaneutrale Zukunft in Deutschland und Europa zu leisten.“

Chef der Wobben-Stiftung betont Verwurzelung in Norddeutschland

Der Vorstandsvorsitzende der Auricher Aloys-Wobben-Stiftung, Heiko Janssen, ergänzt: „Mit seinem beruflichen Hintergrund in Energiewirtschaft und Anlagenbau sowie seiner umfassenden Erfahrung als Manager, auch in Fragen der Integration von Gesellschaften und den dazugehörigen Veränderungsprozessen, passt Dr. May sehr gut zu Alterric. Er ist es gewohnt, alle Wertschöpfungsstufen im Blick zu haben und internationale Märkte zu entwickeln – davon einige, in denen Alterric wachsen will. Zugleich ist er wie wir in Norddeutschland verwurzelt.“

May selber wird mit folgenden Worten zitiert: „Alterric ist ein sehr spannendes Unternehmen mit ambitionierten Gesellschaftern und erfahrenen Mitarbeitern, die es zum Marktführer unter den Grünstromproduzenten in Deutschland gemacht haben. Die Aufgabe als Geschäftsführer reizt mich daher sehr.“

Windpark-Projekte für vier Milliarden Euro geplant

Alterric entwickelt, projektiert und bewirtschaftet Windparks an Land. Das Unternehmen verfügt über mehr als 2300 Megawatt installierte Leistung im Bestand und künftige Projekte mit mehr als 9400 Megawatt. Damit ist Alterric nach eigenen Angaben Marktführer bei Windparks an Land in Deutschland. Ziel seien mehr als 200 Megawatt Zubau jährlich und die Steigerung des Bestands auf bis zu fünf Gigawatt bis 2030. Bis 2030 sind daher Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund vier Milliarden Euro vorgesehen.

An Alterric halten die Auricher AWS (Alleingesellschafterin von Enercon) und die Oldenburger EWE jeweils 50 Prozent der Anteile. Im Frühjahr teilte Alterric mit, dass man die Mitarbeiterzahl zügig von rund 200 auf 300 steigern wolle.

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