Südbrookmerland
Vereinshilfen: BSV guckt doppelt in die Röhre
Drei Förderanträge hat der BSV Wiegboldsbur in diesem Jahr bei der Gemeinde eingereicht, zwei wurden nun von der Politik abgelehnt. Unter anderem ging es dabei um Einnahmen des Vereins.
Südbrookmerland - Lob für das Ehrenamt auf der einen und abgelehnte Anträge von Vereinen auf der anderen Seite gab es am Donnerstag im Südbrookmerlander Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur. Vor allem der BSV Wiegboldsbur bekam dabei zu spüren, dass die Politik keineswegs bereit ist, ohne genauere Prüfung Geld an die Vereine auszuzahlen. Gleich zwei Anträge des Vereins wurden mit großer Mehrheit abgelehnt. Jahr für Jahr stellt die Gemeinde den Sportvereinen insgesamt 40 000 Euro an Investitionskostenzuschüssen zur Verfügung. Im Kulturbereich sind es 20 000 Euro. Ausgezahlt wird das Geld auf Antrag nach Vorgaben einer Richtlinie. Oft sind es kleinere Anschaffungen, Baumaßnahmen und Reparaturen, die mit dem Geld bezuschusst werden. Immer wieder sind auch größere Maßnahmen dabei.
Der BSV Wiegboldsbur hat in diesem Jahr drei Anträge eingereicht – und alle drei sorgten für Diskussionen im Ausschuss. So wollte sich der Verein, wie berichtet, einen sogenannten Wechselrichter für die vereinseigene Fotovoltaikanlage fördern lassen. 724 Euro sollte die Gemeinde gemäß der Förderrichtlinie zuschießen. Doch die Politik spielte nicht mit. Einerseits, weil der Verein mit der Anlage Einnahmen erzielt, andererseits, weil das Gerät nach Auffassung der Beteiligten nicht so recht in die Kategorien der Richtlinie passt. Der Antrag wurde deshalb abgelehnt. BSV-Vorsitzender Hange Ukena, selbst Mitglied des Gemeinderates, hatte damit nach Äußerungen in einer früheren Sitzung bereits gerechnet. Ganz nachvollziehen könne er die Argumentation aber nicht. Schließlich würden auch bei anderen Vereinen Gegenstände und Maßnahmen gefördert, mit denen Einnahmen erzielt würden. Darüber hinaus komme jeder Euro, der mit der Fotovoltaikanlage verdient wird, dem Verein, seinen Mitgliedern und insbesondere der Jugendarbeit zugute.
Beratung über weitere Anträge folgt
Ebenfalls abgelehnt wurde der BSV-Förderantrag für einen Kleintraktor zur Sportplatzpflege. Der Bauhof kümmere sich nicht mehr um das Düngen, Walzen und Lüften der Plätze. Dies wolle der Verein künftig selbst übernehmen. Die Befürchtung der Politik: Wird dem Antrag zugestimmt, könnte es demnächst ähnliche Forderungen auch aus anderen Vereinen geben. Stattdessen soll nun geprüft werden, wie die Gemeinde künftig mit der Sportplatzpflege verfährt.
Mehr Glück mit ihren Anträgen hatten der SV Georgsheil, der unter anderem die Spieler- und Trainerkabinen am Spielfeldrand erneuert hat und dafür Unterstützung erhält, und der Schützenverein „Sichere Hand“ erhält Geld für die Anschaffung einer Spülmaschine.
Zustimmung für drei Förderanträge
Im Kulturbereich gab es Zustimmung für drei Förderanträge des Mühlenvereins Wiegboldsbur. Dabei ging es unter anderem um eine neue Heizungsanlage und dringende Instandsetzungsarbeiten an der Mühle selbst.
In der Sitzung nicht weiter thematisiert wurden mehrere Anträge, deren Gesamtvolumen 10 000 Euro übersteigt. Über derartige Maßnahmen soll gemäß der Richtlinie gesondert in den Haushaltsberatungen gesprochen werden. Dann geht es um eine Heizungsanlage für Ostfrisia Moordorf (25 500 Euro), Pferdeboxen in der Moordorfer Reithalle (105 000 Euro), die LED-Umrüstung der Flutlichtanlage auf dem Sportplatz Münkeboe (41 000 Euro) und eine neue Schießanlage beim Schützenverein „Sichere Hand“ Moordorf (242 000 Euro). Wird allen Förderanträgen zugestimmt, beträgt die Fördersumme gemäß der Richtlinie rund 76 500 Euro. Zuschüsse von anderen Stellen sind dabei bereits berücksichtigt.