Aurich

SpVg Aurich bastelt am Image

| | 03.12.2021 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Sie kommen als eine eingeschworene Mannschaft daher (von links): 1. Vorsitzender Werner Hoffmann, der neue Koordinator und Trainer Frank Korte, 1. Herrentrainer Wilfrid Böhling, Jugendleiter Emanuel Blessin und der Kapitän der 1. Herrenmannschaft Jan-Hendrik Bontjer. Foto: Wolf-Rüdiger Saathoff
Sie kommen als eine eingeschworene Mannschaft daher (von links): 1. Vorsitzender Werner Hoffmann, der neue Koordinator und Trainer Frank Korte, 1. Herrentrainer Wilfrid Böhling, Jugendleiter Emanuel Blessin und der Kapitän der 1. Herrenmannschaft Jan-Hendrik Bontjer. Foto: Wolf-Rüdiger Saathoff
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Traditionsverein vom Ellernfeld setzt auf Zusammenhalt, Demut und Fairness – und dabei soll ein Experte aus Emden Impulse geben

Aurich – Zum Gruppenbild stehen fünf Funktionäre der SpVg Aurich eng beieinander und blicken zuversichtlich in die Kamera. Ein Foto mit Symbolcharakter. Es zeigt Außenstehenden, da haben sich fünf Männer gefunden, die zusammengehören. Zwischen ihnen passt kein Blatt und sie haben einen Plan für die Zukunft.

Der Stadtverein bastelt an seinem Innenleben, er will sein Image aufpolieren. Im Pressegespräch machen Begriffe wie Familie, Demut und Fairness die Runde. Damit diese Dinge unter einen Hut kommen, haben sich die Rot-Weißen mit dem Emder Frank Korte einen Experten ins Boot geholt. Der 50-Jährige soll auf verschiedenen Gebieten beim Traditionsclub vom Ellernfeld sein Wissen einbringen.

Brücke zwischen Nachwuchs- und Herrenbereich

Aurichs Vereinschef Werner Hoffmann nennt den Neuen „den Architekten“, einer, der Brücken zwischen Nachwuchs und Herrenbereich schlagen und mit Leben füllen soll. Nicht nur das. Korte steigt auch in das Trainerteam der 1. Mannschaft aus der Bezirksliga ein.

Nach dem vorzeitigen Weggang von Kotrainer Tammo Pfeiffer war eine Stelle frei. Dort soll er zusammen mit Cheftrainer Wilfried Böhling die Auricher vor dem Abstieg bewahren. Ein Gespann auf Augenhöhe, so Böhling. Beide kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Kickers Emden. Sie trainierten den BSV-Nachwuchs. Kortes Qualitäten als Trainer und Scout haben sich bis nach Aurich herumgesprochen. Das Kompliment gab Korte gerne zurück. Er bekannte: „In Emden hat die Jugendarbeit von Aurich einen guten Ruf. Weil das so war, habe ich einige Auricher Spieler nach Emden geholt.“ In Zukunft dürfte Korte wohl auch auf den Nachwuchs von Kickers blicken, wenn er nach interessanten Spielern für die SpVg Ausschau hält. Da kann er seine alten Kontakte zum BSV in die Waagschale werfen.

Tür zur Bezirksliga öffnen

Ziel der SpVg-Vereinsführung ist es, talentierten jungen Spielern die Tür für die Bezirksliga der Herren zu öffnen. Deshalb ist es wichtig, dass die Herrenmannschaft in der Abstiegsrunde überlebt und im kommenden Jahr weiterhin auf Bezirksebene spielt. Dazu merkt Kapitän Jan-Hendrik Bontjer an: „Am Ende des Tages zählt für uns der Erfolg. Also der Klassenerhalt. Wir haben in dieser Saison Höhen und Tiefen erlebt und müssen unserer jungen Mannschaft auch Fehler zugestehen.“

Die Auricher rangieren mit elf Zählern aus 14 Spielen auf dem vorletzten Platz der Qualifikationsrunde. Für den Vorsitzenden Hoffmann kein Ruhmesblatt. „Wir sind nicht glücklich über die Ausbeute. Aber wir denken nachhaltig und wollen eine junge, hungrige Mannschaft aufbauen“, so der Vereinschef. Weshalb die SpVg Aurich auf junge Spieler setzt, erklärte Hoffmann im nächsten Atemzug. Die Verantwortlichen haben die Ergebnisse der letzten Jahrzehnte der Herrenmannschaft analysiert. Das Fazit ist ernüchternd: Die Rot-Weißen sind auch mit erfahreneren Teams meistens nicht aus dem Mittelmaß herausgekommen. Abgesehen von der einen oder anderen Ausnahme. Nun will es der Verein zukünftig verstärkt mit jüngeren Spielern versuchen, aber ganz ohne erfahrene Spieler geht es auch nicht.

Jugendabteilung sorgt für Unterbau

Damit das funktioniert, ist der Nachwuchsbereich gefordert. Insbesondere die C-, B- und A-Junioren. Jugendleiter Emanuel Blessin merkt an: „Wir haben von der G- bis zur A-Jugend alle Altersklasse besetzt. Das ist unser Pfand. Die C- bis zur A-Jugend ist unser Unterbau. Hier gilt es jetzt die Lücken zu schließen.“

Damit meint Blessin die B-Junioren, die in der Ostfrieslandliga Schlusslicht sind. Für die A-Junioren (Platz zwei Ostfrieslandliga) und C-Junioren (Tabellenführer in der Bezirksliga) sieht es gut aus. Diese Teams gelten in ihren Klassen als Aufstiegskandidaten. Wenn Hoffmann nach vorne blickt, hebt er zwei Ziele für die Rot-Weißen hervor: „Der Klassenerhalt der Herren ist Pflicht, damit wir unserer Jugend eine Perspektive in Richtung Bezirksligafußball im Herrenbereich anbieten können.“

Ballast der Vergangenheit

Darüber hinaus hofft er, dass der Verein den Rucksack mit dem Ballast der Vergangenheit abwirft. Damit meint er den angekratzten Ruf des Stadtvereins bei umliegenden Nachbarvereinen. Dort gelten die Auricher vielfach noch als überheblich. Darin gipfelt sich häufig Schadenfreude, wenn Auricher Teams als Verlierer vom Platz gehen. Für die aktuellen Verantwortlichen ist das eine Bürde, die sie geerbt haben, stammen doch diese Vorbehalte aus einer Zeit, als Hoffmann und Co. noch als Jugendliche hinter dem Ball herrannten. Nun ist es an der Zeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Hoffmann hat einen Wandel bei den Rot-Weißen bemerkt. Er meint: „Es ist spürbar, dass die erste Mannschaft in den Verein zurückgeholt worden ist. Das war früher anders.“

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