Südbrookmerland
Marodes Sanitärgebäude: Zuerst ein neues Dach
Das Sanitärgebäude auf dem Campingplatz am Großen Meer hat seine besten Jahre hinter sich. Eine Sanierung soll der Anlage neues Leben einhauchen – die wird sich aber über Jahre hinziehen.
Südbrookmerland - Zuerst gibt es ein neues Dach: Die Gemeinde Südbrookmerland lässt das Sanitärgebäude auf dem Campingplatz am Großen Meer schrittweise sanieren. Das sagte Frank Süßen vom Bauamt den ON auf Anfrage. In weiteren Bauabschnitten in den kommenden Jahren sollen der Innenraum verschönert und die Sanitäranlagen erneuert werden. Ursprünglich war ein Neubau geplant. Doch weil die Kosten explodierten, wurde umgeplant.
Zur Erinnerung: Im Herbst 2019 hatte die Politik bei den Planungen für einen Neubau des Sanitärgebäudes auf dem Campingplatz am Großen Meer die Reißleine gezogen. Noch vor dem Einstieg in die tieferen Planungen waren die Kosten explodiert. Von weit mehr als 1,4 Millionen Euro war seinerzeit die Rede. In der Folge hatte es unter anderem Kritik daran gegeben, dass die Planungsleistungen in die Hand von Architekten aus der Privatwirtschaft gelegt wurden. Ratsmitglied Georg Wegener sprach ob der immensen Kosten von einer „Frechheit“. Später wurden Forderungen laut, die Gemeinde solle sich selbst in die Lage versetzen, derartige Planungen zu übernehmen. Mittlerweile wurde dafür eine Architektenstelle im Bauamt geschaffen, die aber aktuell unbesetzt ist. Die Vorplanung für das Sanitärgebäude belasteten die Gemeindekasse mit 37 000 Euro – viel Geld, wenn man bedenkt, dass das Projekt nach der Kostenexplosion nicht weiter verfolgt wurde.
Geld steht im Haushalt bereit
Nun also eine Sanierung. Laut Frank Süßen sind im aktuellen Haushaltsplan der Gemeinde 150.000 Euro veranschlagt. In den beiden kommenden Jahren sollen jeweils die gleichen Summen eingeplant werden. Aus mehr als 1,4 Millionen Euro für einen Neubau werden so 450 000 Euro für eine umfassende Sanierung.
Bis zum Beginn der kommenden Saison soll laut Süßen das Dach des Gebäudes erneuert werden. Das bisherige Flachdach ist undicht, was immer wieder für Probleme sorgt. Geplant ist ein Walmdach mit einer Neigung von 22 Grad. Eingedeckt werden soll es mit Ziegeln. Außerdem wird es im Winter einige notwendige Arbeiten in den Innenräumen geben – im kleinen Rahmen, denn: Für den kommenden Winter ist eine umfassende Sanierung der Innenräume geplant. Unter anderem sollen dabei Abflüsse und Sanitäranlagen erneuert werden, so Süßen. Die Arbeiten werden in zwei Schritte aufgeteilt. Entstehen wird dabei auch eine Entsorgungsstation für Chemietoiletten und eine sogenannte Zelterküche. Während Camper meist über Kochgelegenheiten in ihren Wohnwagen verfügen, ist das im Zelt freilich nicht der Fall. Ebenfalls geplant ist die Erneuerung der Fenster des Gebäudes.
Steigende Zahlen
Bei den Touristikern am Großen Meer dürfte die anstehende Sanierung für Freude sorgen. Sie kümmern sich bereits seit einigen Jahren schrittweise darum, den Campingplatz zu modernisieren und an die heutigen Anforderungen anzupassen. Das scheint Früchte zu tragen. In den vergangenen Jahren sind die Übernachtungszahlen auf dem Campingplatz kontinuierlich gestiegen. Und nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie liegt Campingurlaub in Deutschland im Trend.