Südbrookmerland
Gemeinde verteilt Geld an Vereine
Kurz vor Weihnachten geht es wieder einmal ums Geld: Die Südbrookmerlander Politik berät über Zuschüsse für Vereine. Bei einigen Anträgen könnte es zu Diskussionen kommen.
Südbrookmerland - Es könnte passender kaum sein: Jedes Jahr kurz vor Weihnachten wird bei der Gemeinde Südbrookmerland Geld an Sport- und Kulturvereine verteilt. Dabei handelt es sich aber keineswegs um Geschenke, sondern um dringend benötigte Zuschüsse für Investitionen. Ein Teil des Geldes wurde bereits ausgegeben und die Vereine müssen hoffen, dass die Politik nachträglich ihren Segen gibt. Spielerkabinen am Spielfeldrand des SV Georgsheil, oder frisch renovierte Pferdeboxen beim Reiterverein in Moordorf: Das sind nur zwei Beispiele von Maßnahmen, die sich in der Wunschliste von Südbrookmerlander Vereinen für die Investitionskosten finden. Jährlich stehen für den Sportbereich 40.000 Euro und für den Kulturbereich 20 000 Euro zur Verfügung.
Geld zum Teil schon ausgegeben
Für einen Teil der beantragten Maßnahmen hat der Verwaltungsausschuss Mitte des Jahres den sogenannten vorzeitigen Maßnahmenbeginn bewilligt. Üblicherweise müssen die Vereine mit ihren Ausgaben warten, bis über ihre Anträge entschieden worden ist. Tun sie das nicht, werden die Anträge abgelehnt. In manchen Fällen kann es aber nötig sein, eine Maßnahme sofort zu tätigen. So zum Beispiel beim Mühlenverein Wiegboldsbur. Dort flatterte in diesem Jahr eine Rechnung über eine Nachzahlung von 600 Euro an Heizkosten ins Haus. Schnell war klar: Die Heizung war kaputt und musste umgehend erneuert werden. Auch dringende Renovierungsarbeiten an der Mühle selbst waren nötig. Die Politik gab ihren Segen – verbunden mit dem Hinweis, dass dies noch keine endgültige Bewilligung der Gelder sei. Theoretisch gehen die Vereine also mit dem vorzeitigen Maßnahmenbeginn ein finanzielles Risiko ein.
Manchmal ist das aber auch nötig, um nicht umgekehrt finanzielle Einbußen zu haben. So wie beim BSV Wiegboldsbur. Dort war ein Wechselrichter für die Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Vereinsheims kaputtgegangen. Die Politik stimmte der vorzeitigen Erneuerung zu, damit die Einnahmen durch die Stromeinspeisung weiterlaufen. Doch schon im Sommer gab es in Reihen der Politik Zweifel daran, dass die Anschaffung tatsächlich von der Gemeinde gefördert werden soll. Immerhin erziele der Verein mit der Anlage hohe Einnahmen und solle deshalb selbst für die Instandsetzung aufkommen. In der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur am Donnerstagabend könnte es bei diesem Punkt also Diskussionen geben.
Gesonderte Beratung über hohe Summen
Vergeben werden die Zuschüsse der Gemeinde anhand einer eigenen Richtlinie. Darin sind unter anderem die Fördersätze geregelt. Ebenfalls geregelt ist, dass über Investitionen, deren Gesamtvolumen 10 000 Euro übersteigt, gesondert beraten werden muss. Eine solche Maßnahme betrifft den Schützenverein „Sichere Hand“ Moordorf, der den Bau einer Kleinkaliber-Schießanlage plant. Dem Verein winkt dafür ein Zuschuss des Landessportbundes. Der Förderanteil der Gemeinde läge, Zustimmung der Politik vorausgesetzt, bei 15 600 Euro. Ein geringer Betrag, verglichen mit den Gesamtkosten von mehr als 240.000 Euro.
Über diese und weitere Investitionszuschüsse berät am Donnerstag der Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur. Die öffentliche Sitzung des Gremiums beginnt um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Einwohner der Gemeinde haben im Verlauf der Sitzung Gelegenheit, Fragen zu politischen Themen zu stellen. Die Zahl der möglichen Zuschauer ist coronabedingt begrenzt.