Aurich
Neue Nutzer für besonderes Haus gesucht
Der Anbau der Staatsanwaltschaft an der Julianenburger Straße soll Anfang 2023 bezugsfertig sein. Dann wird ein markantes Gebäude an der Emder Straße frei. Eine mögliche Verwendung ist im Gespräch.
Aurich - Mit der repräsentativen Schaufassade, den geschwungenen Giebeln samt Wappenfiguren ist es schon ein besonderes Gebäude am westlichen Eingang der Stadt Aurich. Doch was aus dem früheren Polizeigebäude und jetzigen Außenstelle der Staatsanwaltschaft Aurich an der Emder Straße wird, ist noch unklar.
Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft bekommt derzeit am Schlossplatz einen neuen Anbau. Dort werden voraussichtlich ab Anfang 2023 die 40 bis 50 Staatsanwälte und Mitarbeiter sitzen, die derzeit noch an der Emder Straße ihren Dienst tun. Das zuständige niedersächsische Finanzministerium teilte auf ON-Anfrage mit: „Falls keine Nutzung durch andere Teile der Landesverwaltung in Betracht kommt, wird die Immobilie verkauft werden.“
NLBV hat zusätzlichen Raumbedarf
Nach ON-Informationen ist das Niedersächsische Landesamt für Bezüge und Versorgung (NLBV) durchaus als möglicher Nutzer des Gebäudes im Gespräch. Denn die Behörde vom Schlossplatz hat zusätzlichen Raumbedarf. Dem Vernehmen nach gibt es auch schon eine Kostenschätzung, was ein Umbau der früheren Polizeiwache an der Emder Straße für die Zwecke des NLBV kosten würde. Doch am Ende wird wohl die Frage sein, ob das Ministerium die entsprechenden Gelder freigibt.
Staatsanwälte sollen trotz Baumängeln einziehen
Neubau für Staatsanwälte immer teurer
Staatsanwälte müssen weiter auf Umzug warten
Unterdessen sind die Arbeiten am Neubau der Staatsanwaltschaft am Schlossplatz nach Angaben des Finanzministeriums im Zeitplan. „Der Rohbau ist fertiggestellt und die Fenster sind eingebaut. Der Innenausbau, die Installation der technischen Gebäudeausrüstung sowie die Trockenbauarbeiten haben begonnen. In Kürze kann mit den Putzarbeiten gestartet werden“, heißt es aus Hannover.
Neubau kostet neun Millionen Euro
Die Fertigstellung sei für Ende 2022 geplant, die Inbetriebnahme sowie der Einzug für das erste Quartal 2023. Weitere Kostensteigerungen gebe es derzeit nicht, heißt es. Die genehmigten Baukosten für den dreigeschossigen Neubau mit 1500 Quadratmetern Nutzfläche betragen demnach rund neun Millionen Euro.
Zur Erinnerung: 2010 war noch von 3,5 Millionen Euro die Rede, 2014 von 6,5 Millionen Euro, 2018 von 7,8 Millionen Euro, 2019 dann von 8,4 Millionen Euro. Wie berichtet, geht die Vorgeschichte des lang ersehnten Neubaus mehr als zehn Jahre zurück und war voller Schwierigkeiten. Zunächst war geplant, eine Investoren-Mieter-Lösung gemeinsam mit der Stadt Aurich umzusetzen. Doch daraus wurde nichts.
Immer wieder Probleme und Verzögerungen
Schließlich sollte es 2015 dann endlich losgehen mit dem Bau, doch immer wieder gab es Probleme und Verzögerungen. Auch die Baustellenlogistik war wegen der Grundstücksgrenzen eine besondere Herausforderung.
Im Mai vergangenen Jahres wurde schließlich in Anwesenheit von Justizministerin Barbara Havliza (CDU) der erste Spatenstich gefeiert. Der Bau soll, so hieß es, ein „markantes architektonisches Zeichen“ setzen nahe dem Schloss-Ensemble mit Marstall, Staatsanwaltschaft und der gegenüberliegenden Bundesbehörde BAV (früher: Wasser- und Schifffahrtsdirektion).