Südbrookmerland
Nach Deckeneinsturz in Wohnheim: Zeichen stehen auf Abschied
Nach dem Deckeneinsturz in einem Wohnheim in Bedekaspel stehen die Zeichen auf endgültigen Abschied. Der Betreiber der Einrichtung plant einen Neubau. Noch gibt es aber Hürden.
Bedekaspel - Vielleicht wird es ein Abschied für immer: Nach dem Deckeneinsturz in einem Wohnheim in Bedekaspel plant der Betreiber, die Ostfriesische Beschäftigungs- und Wohnstätten GmbH (OBW), einen Neubau. Und zwar in Emden. Die Bewohner der Einrichtung würden in diesem Fall nicht mehr nach Bedekaspel zurückkehren, wo sie zum Teil viele Jahre ihres Lebens verbracht haben. Die dortige Kirchengemeinde möchte die Einrichtung deshalb auch im Ort halten.
Wie seinerzeit berichtet, war in der Einrichtung am Warfsweg in Bedekaspel Mitte Juni die Zwischendecke eines Gemeinschaftsraumes eingestürzt. Für Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und andere Rettungskräfte wurde Großalarm ausgelöst. Die Befürchtung: Mehrere Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung könnten unter den Trümmern verschüttet sein. Dies bewahrheitete sich glücklicherweise nicht, niemand wurde verletzt. Später machte ein Gutachter falsche Stifte zur Befestigung der Zwischendecke an den darüberliegenden Balken als Ursache für den Vorfall aus.
Neubau soll in Emden entstehen
Die Bewohner der Einrichtung leben seit dem Unglück in einer provisorischen Einrichtung im Norder Stadtteil Utlandshörn. Zunächst war von einem vorübergehenden Abschied aus Bedekaspel die Rede. Doch wie OBW-Chef Professor Burghardt Zirpins den ON am Montag auf Anfrage sagte, stehen die Zeichen mittlerweile auf dauerhaften Abschied. „Wir planen einen Neubau in Emden.“ Dort betreibt die OBW unter anderem zahlreiche Werkstätten, in denen auch die Bewohner aus Bedekaspel beschäftigt sind. Derzeit fahren diese täglich aus Utlandshörn an. Geplant sei ein Neubau im Stadtteil Harsweg. Auf einem dortigen Grundstück gibt es bereits ein weiteres Wohnheim. „Wir befinden uns in guten Gesprächen mit der Kirchengemeinde“, so Zirpins. Mit der besteht seit 1970 ein Pachtvertrag für das Gebäude, in dem die Bedekaspeler Einrichtung bislang untergebracht war.
Während die Pläne der OBW schon sehr konkret zu sein scheinen, gibt es bei der Kirchengemeinde noch Hoffnung, die Einrichtung und ihre Bewohner im Dorf halten zu können. Das sagt Wilhelm Ubben, Vorsitzender des Kirchenrates der Evangelisch-reformierten Gemeinde Bedekaspel. „Wir sind sehr interessiert daran, die Zusammenarbeit mit der OBW weiterzuführen“, so Ubben. Die Bewohner der Einrichtung seien in der Dorfgemeinschaft integriert und lebten teils seit vielen Jahren dort.
Bewohner fühlten sich in Bedekaspel wohl
Das bestätigt auch Zirpins. Die OBW-Bewohner hätten sich im Ort sehr wohl gefühlt. Die Entscheidung für einen Neubau und damit gegen Bedekaspel sei deshalb nicht leicht gewesen. Er spricht von einem Abwägungsprozess. Letztlich habe dabei aber auch die örtliche Nähe zu den Werkstätten in Emden eine Rolle gespielt. Aufwendige Fahrten aus Südbrookmerland nach Emden wären künftig vermutlich überflüssig. Und auch sonst rechnet er nach einem Neubau mit erheblichen Verbesserungen.
Gutachten: Stifte waren die Ursache für Deckeneinsturz
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Für die Kirchengemeinde würde ein endgültiger Abzug der OBW aus Bedekaspel jede Menge Fragen mit sich bringen. Beispielsweise zur künftigen Nutzung des Gebäudes. Nach dem Deckeneinsturz haben dort laut Ubben einige Aufräumarbeiten stattgefunden. Die heruntergestürzten Teile wurden entfernt und man blicke derzeit auf die freiliegenden Balken. Weitere Arbeiten sollen stattfinden, wenn bekannt ist, wie es künftig mit dem Gebäude weitergeht und ob sich die OBW doch noch überzeugen lässt, im Ort zu bleiben.