Aurich
Auricher Gedenken an Pogromnacht
Ulrich Kötting, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Ostfriesland, will am Dienstag ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Anschließend gibt es eine Veranstaltung in der Stadthalle.
Aurich - Zum gemeinsamen Gedenken an die Pogromnacht 1938 lädt die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) Ostfriesland ein. Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 9. November, 18 Uhr, auf dem Synagogenplatz am Hohen Wall in Aurich, wie der Vorsitzende der DIG Ostfriesland, Ulrich Kötting, mitteilte.
Man wolle ein klares Zeichen gegen Antisemitismus und Israelhass setzen, so Kötting. Er schreibt: „Jüdisches Leben wird in Deutschland permanent bedroht. Anschläge wie in Halle 2019 oder die Angriffe auf Juden im August in Köln oder im September in Hamburg beweisen, dass auch nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft der Antisemitismus nicht verschwunden ist, sondern nach wie vor in erschreckendem Ausmaß in unserer Gesellschaft lebt.
„Kötting: Wollen alle Schattierungen verhindern“
Umso wichtiger ist es nach Überzeugung der Auricher Ökumene und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sich die Verbrechen in der deutschen Geschichte bewusst zu machen, damit sich niemals wiederholt, was damals geschah. „Wir haben aus bösester Erfahrung gelernt und wollen alle Schattierungen von Wiederholung verhindern“, so Kötting.
Die DIG bittet um das Tragen medizinischer Schutzmasken bei der Gedenkveranstaltung, da möglicherweise Abstände nicht eingehalten werden können.
Musikalische Lesung: Anne Frank vs. Hitler
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung gibt es ab 19.30 Uhr in der Auricher Stadthalle die musikalische Lesung „Annes Kampf – Anne Frank vs. Adolf Hitler“. Das Künstlerduo Marianne Blum und Stefan Heckmann lassen darin ausgewählte Passagen aus Anne Franks Tagebuch auf Adolf Hitlers „Mein Kampf“ prallen. Dabei treten Bezüge zu heutigen antisemitischen Tendenzen und rassistischer Sprechweise deutlich zutage. Ergänzt wird die Lesung durch jiddische Lieder aus dem Ghetto, Durchhalteschlager und Hits der Zeit.
Einen „Liederabend wider das Vergessen“ gibt es dann am Mittwoch, 10. November, ab 19 Uhr, in der Reformierten Kirche Aurich. Zu hören sind Lieder und Texte verfemter, verfolgter und ermordeter Künstler.