Aurich

Kuriose Ambitionen am letzten Spieltag

| | 05.11.2021 15:04 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Wallinghausener Fußballer (grüne Trikots) können mit einem Auswärtssieg in Norden die Qualifikation für die Aufstiegsrunde eintüten. Die Auricher (rote Trikots) gastieren in Strudden. Dort ist SpVg-Trainer Wilfrid Böhling aufgewachsen, der sich auf die Reise in die Vergangenheit freut. Foto: Bernd Wolfenberg
Die Wallinghausener Fußballer (grüne Trikots) können mit einem Auswärtssieg in Norden die Qualifikation für die Aufstiegsrunde eintüten. Die Auricher (rote Trikots) gastieren in Strudden. Dort ist SpVg-Trainer Wilfrid Böhling aufgewachsen, der sich auf die Reise in die Vergangenheit freut. Foto: Bernd Wolfenberg
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Vor dem letzten Spieltag stehen die Kandidaten für die Aufstiegs- und Abstiegsrunde in der Fußball-Bezirksliga fest. Noch nicht ganz, rechnet der Wallinghausener Trainer Sven Bünting vor.

Aurich/Wallinghausen – Die Messe in der Bezirksliga ist gelesen. Vor dem letzten Spieltag stehen die Kandidaten für die Aufstiegs- und Abstiegsrunde fest. Noch nicht ganz, rechnet der Wallinghausener Trainer Sven Bünting vor, denn theoretisch kann Schlusslicht Middels die Grün-Weißen noch vom vierten Platz verdrängen und so den SVW in die Abstiegsrunde schubsen. Ein Alptraum, den die Wallinghausener aber mit eigenen Mitteln zerstören können.

Für die Auricher Fußballer ist das Gastspiel beim TuS Strudden aus sportlicher Sicht wertlos. Die Rot-Weißen haben die Abstiegsrunde gebucht und Strudden darf sich auf die Spiele für den Aufstieg in die Landesliga freuen. So weit, so gut. Gleichwohl hat diese Partie für Aurichs Trainer Wilfrid Böhling einen besonderen Stellenwert. Er kehrt zurück zu den Wurzeln seiner Fußballlaufbahn, die beim TuS als Jugendlicher begann.

Bier im lütten Didi

Der gebürtige Friedeburger erinnert sich im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten: „Ich habe mit meinen Freunden viele Stunden am Tag auf dem Fußballplatz verbracht. Dann kam die Ausbildung beim Bundesgrenzschutz und ich habe einige Jahre nicht mehr gespielt. Danach ging es dann weiter, zuerst in der zweiten und später in der ersten Herrenmannschaft als Stürmer beim TuS Strudden.“

Böhling freut sich auf die Rückkehr und auf das Bier nach dem Spiel im Landhotel „Zum lütten Didi“. So wie früher, wenn die TuS-Spieler in ihrem Vereinslokal zur dritten Halbzeit zusammenkamen. Aber vorher steht am Sonnabend um 15 Uhr für die Auricher das letzte Punktspiel in der Qualifikationsrunde auf dem Plan. Dazu merkt Böhling an: „Wir wollen unbedingt den Erfolg gegen Norden mit einem Sieg bestätigen. Das wäre positive Energie, die wir mitnehmen wollen in die kommenden Wochen.“

Wallinghausen hat es selber in der Hand

Der Wallinghausener Trainer Sven Bünting will unbedingt einen Dreier beim Gastspiel (14) in Norden am Sonntagnachmittag holen. „Mit einem Sieg haben wir es selber in der Hand, die Aufstiegszone für uns klarzumachen“, weiß Bünting.

Sollte er nicht gelingen, dann käme noch der Tabellenletzte Middels ins Spiel. Für die Middelser stehen noch vier Partien, davon drei Nachholbegegnungen, an. Der TuS müsste schon viermal siegen, um Wallinghausen noch abzufangen. Bünting meint: „Das ist zwar Theorie, aber manchmal laufen die Dinge kurios.“

Verletztenmisere beim SVW

Diese Debatte kann schon am Sonnabendnachmittag zu Ende sein, wenn die Middelser in Esens aufspielen. Falls die Gäste verlieren, können sie Wallinghausen nicht mehr einholen. Für das Gastspiel in Norden muss Bünting die letzten Reserven mobilisieren. Die Liste der Langzeitverletzten wird bei den Grün-Weißen immer länger. Dazu zählen einige Schlüsselspieler. Zu Beginn der Saison fiel der Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld Marvin Dahlke (Meniskus) aus. Dazu gesellten sich die Torwarte Florian Börnsen (Fußbruch), der wiedergenesene Julian Ahlers (Fleischwunde), Marcel Emken, Tim Heeren (Schultergelenk), sowie Jannes Hagena (Leiste).

Von Woche zu Woche musste Bünting improvisieren. Das Ergebnis hat ihn zum Ende der Qualifikationsrunde überrascht. Er sagt: „Wir haben mit vielen Widrigkeiten kämpfen müssen und ich freue mich, dass wir da stehen, wo wir stehen. Nämlich kurz vor der Teilnahme an der Aufstiegsrunde.“ Und nun soll am Sonntag in Norden der letzte Schritt gegangen werden. Ein Sieg und Wallinghausen ist in den Top vier dabei.

Davon ist die SpVg Aurich weit entfernt. Für Trainer Böhling liegt der Fokus nach dem letzten Punktspiel in Strudden auf die Vorbereitung für die Spiele in der Abstiegszone im Frühjahr 2022. Bis dahin wird die Mannschaft auch im November noch trainieren und wenn möglich, das eine oder andere Testspiel absolvieren. Die Mannschaft soll im Saft bleiben und die Winterpause möglichst kurz gehalten werden, bevor das Training Mitte Januar wieder losgeht. Böhling blickt zuversichtlich voraus: „Ich weiß, dass wir Qualität im Kader haben, um die Abstiegsrunde zu überstehen.“

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