Wallinghausen

Macher und Netzwerker gestorben

| | 27.10.2021 13:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Alfred Meyer kurz vor seinem 95. Geburtstag in seinem Garten. Foto: Wolf-Rüdiger Saathoff
Alfred Meyer kurz vor seinem 95. Geburtstag in seinem Garten. Foto: Wolf-Rüdiger Saathoff
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Alfred Meyer wirkte als Politiker, Pädagoge und Vereinsvorsitzender. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nun ist er mit 95 Jahren verstorben.

Wallinghausen – Alfred Meyer verriet Anfang Juni wenige Tage vor seinem 95. Geburtstag im Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten in seinem Haus in Wallinghausen einen Wunsch für sein kommendes Lebensjahr. Gerne wollte er sich noch einmal mit seinem Wohnmobil auf den Weg machen. Dieser Wunsch blieb ihm verwehrt. Meyer verstarb am vergangenen Sonnabend.

Ein stiller Abgang nach einer langen Reise, die 1926 im Ammerland begann. Auf dem Hof seiner Eltern lernte er das Melken. Kriegsbedingt musste er die Schule ohne Abitur verlassen. Er überlebte die Ostfront und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Rückkehr lag Deutschland in Schutt und Asche. Die Zeit für Macher war gekommen.

Auszeichnung mit Bundesverdienstkreuz

Meyer war ein Macher, einer der etwas verändern und bewegen wollte – und es auch tat. Sein Leitmotiv für seine Arbeit als Schulleiter an der Waldschule Egels, als Kommunalpolitiker der SPD im Kreis und der Stadt Aurich. Ebenso als Vorsitzender des TuS Aurich-Ost, den er gründete. Seine Arbeit wurde geschätzt und gewürdigt. Er erhielt das Bundesverdienstkreuz und die Willy-Brandt-Medaille.

„Von alleine kommen die Dinge nicht in Bewegung“, sagte er und ergänzte: „Man kann nur etwas verändern, wenn man auch etwas zu sagen hat und entscheiden kann.“

Einer, der überzeugte und motivierte

Sein ABC des Machens. Meyer schritt voran, suchte den Diskurs, steckte aber auch Kritik ein. Hatte er sich aber einmal für eine Sache entschieden, dann kämpfte er. So wie beim Gulfhof Wallinghausen. Meyer setzte die Restaurierung des Gebäudes gegen Widerstände auch aus dem Dorf durch. Sein Vermächtnis. Der hochgewachsene Mann galt als Menschenfänger. Er motivierte Mitarbeiter und überzeugte politische Weggefährten. „Ich war schon Netzwerker, als es diesen Begriff noch gar nicht gab“, ließ er im Interview wissen.

Am Ende des Gesprächs präsentierte er seinen Garten mit den Gemüsebeeten und Blumen. Und seinen Lieblingsplatz am Fischteich mit den Kois. Dort setzte er sich gerne auf einen Stuhl und genoss die Ruhe. Zeit und Ruhe, die er in seiner langen Schaffenszeit für seine Familie kaum hatte. Meyer hinterlässt seinen Sohn Hilko.

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