Südbrookmerland
Südbrookmerland: Weiteres SPD-Mitglied wollte Fraktion wechseln
Der Wechsel von SPD-Ratsmitglied Sophia Ulferts-Dirksen zur FWG schlägt weiter Wellen. Doch sie ist nicht die einzige, die sich mit einem Austritt aus der SPD befasst hat.
Südbrookmerland - Nach wie vor schlägt der überraschende Fraktionswechsel von Ex-SPD-Frau Sophia Ulferts-Dirksen Wellen. Wie berichtet, schließt sie sich nur wenige Wochen nach der Wahl und noch vor der ersten Sitzung des neuen Gemeinderates der Freien Wählergemeinschaft an. Die musste sich kürzlich noch mit einer weiteren Anfrage aus Reihen der SPD befassen. Entsprechende Gerüchte in der Südbrookmerlander Politik bestätigte der neue FWG-Fraktionschef Ralf Geiken den ON auf Anfrage. Namen nannte er nicht.
Laut Geiken hatte es bereits kurz nach der Wahl eine Anfrage aus SPD-Reihen gegeben. Diese sei nicht an ihn, sondern an ein anderes FWG-Mitglied gerichtet worden. Wie konkret und ernst zu nehmen die Anfrage am Ende war, sei ihm deshalb nicht bekannt. Immerhin haben die Freien Wähler die Anfrage aber so ernst genommen, dass über sie diskutiert und abgestimmt wurde. Die Fraktion habe das Gesuch dann aber abgelehnt. Grund sei die Sorge, sich mit der Aufnahme gleich zweier SPD-Politiker zu übernehmen.
SPD-Fraktionschef überrascht
SPD-Fraktionschef Hange Ukena hat nach eigenen Angaben gerüchteweise davon gehört, dass neben Sophia Ulferts-Dirksen noch ein weiteres seiner Fraktionsmitglieder bei der FWG angeklopft hat. Dass die Sache offenbar schon so konkret war, dass es in der FWG zu einer Abstimmung darüber kam, erfuhr er erst durch die Anfrage der ON. Über die Gründe für den Wechselwillen in Teilen seiner Fraktion kann Ukena nur spekulieren. Vielleicht sei der Wunsch, Posten zu bekommen, größer, als die Liebe zur eigenen Partei. Hintergrund: Nach Ukenas Informationen soll es bei dem angedachten Wechsel um einen Posten gegangen sein, den das SPD-Mitglied gerne bekleidet hätte.
Ähnlichen Vorwürfen sieht sich bekanntlich auch Sophia Ulferts-Dirksen ausgesetzt. Wie berichtet, könnte sie erneut zur Vorsitzenden des Gemeinderates gewählt werden. Und auch den Vorsitz im Bauausschuss könnte sie behalten. Ob dies tatsächlich auch die Gründe für ihren Fraktionswechsel sind, ist indes nicht bekannt. Ulferts-Dirksen äußert sich bislang nicht zu Details. Sie wolle keine „schmutzige Wäsche waschen“, sagte sie den ON in der vergangenen Woche.
Empörung weiter groß
In der SPD ist die Empörung dagegen nach wie vor groß. Vor allem, weil Ulferts-Dirksen nicht direkt in den Gemeinderat gewählt wurde, sondern über die SPD-Liste in das Gremium einzog. Nach Lesart der SPD ist deshalb die Rückgabe des Mandates an die Genossen der einzig richtige Schluss. Ob es dazu kommt, ist aber mehr als fraglich.
Ebenfalls fraglich ist, wie die SPD mit dem zweiten offenbar wechselwilligen Genossen umgeht. Um wen es sich dabei handelt, ist in Parteikreisen offenbar bekannt. Entscheidend dürfte dabei sein, wie konkret die Wechselgedanken tatsächlich waren und ob sich die Fraktionsmitglieder eine vertrauensvolle Zusammenarbeit noch vorstellen können.
Zu Fraktionswechseln kommt es immer wieder. Während die SPD im vorliegenden Fall durch derartige Manöver geschwächt wird, war sie in der Vergangenheit auch schon Gewinner. Beispielsweise nach der Kreistagswahl 2006. Damals hatten die Genossen erstmals seit Jahrzehnten die absolute Mehrheit im Kreistag verloren und vereinbarten daraufhin eine Zusammenarbeit mit den Grünen. Im Laufe der Wahlperiode schloss sich dann aber der damalige Linken-Politiker Hinrich Albrecht der SPD an. Was im Südbrookmerlander Rat eher geringe Auswirkungen hatte, sicherte der SPD im Kreistag wieder eine absolute Mehrheit.
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