Brookmerland

Kirchenvorstands-Chefin tritt vor Gemeindehaus-Eröffnung ab

| | 22.10.2021 13:25 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Reformationstag soll das umgebaute und erweiterte Gemeindehaus in Marienhafe eingeweiht werden. Die Einladung hatte Hildegard Barkhoff Ende September noch mit unterschrieben. Foto: Karin Böhmer
Am Reformationstag soll das umgebaute und erweiterte Gemeindehaus in Marienhafe eingeweiht werden. Die Einladung hatte Hildegard Barkhoff Ende September noch mit unterschrieben. Foto: Karin Böhmer
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31 Jahre lang war Hildegard Barkhoff im Kirchenvorstand Marienhafe. Seit 2005 Vorsitzende. Nach langer Vorbereitung wird Ende des Monats das Gemeindehaus eingeweiht - doch Barkhoff ist zurückgetreten.

Marienhafe - Rund um das neue Gemeindehaus in Marienhafe sind die Beete bepflanzt und blühen die Blumen. Sonnenhut, Gräser, Hortensien, Hosta und Storchschnabel vermittelt schon von der Straße aus einen freundlichen Eindruck. Am Reformationstag soll das Haus offiziell mit einem Festgottesdienst von der Kirchengemeinde in Betrieb genommen werden.

Nicht mehr dabei sein wird wohl die bisherige Kirchenvorstandsvorsitzende Hildegard Barkhoff. Sie hat zwar noch zusammen mit Pastorin Katrin Krüger am 30. September die Einladung zur Eröffnung verschickt. Doch inzwischen geht aus der Internetseite der Kirchengemeinde hervor, dass Barkhoff nicht mehr Mitglied des Kirchenvorstandes ist. Pastorin Krüger ist die am vergangenen Montag neu gewählte Vorsitzende, Johanne Dannholz ihre Stellvertreterin.

Zeitpunkt gibt Rätsel auf

In Marienhafe beginnt sich die Nachricht herumzusprechen. Etliche Marienhafer reagierten schockiert und können sich die Entwicklung nicht erklären. Barkhoff ist seit 1990 im Marienhafer Kirchenvorstand und seit 2005 dessen Vorsitzende. Mit vielen Mitgliedern des Gremiums hat sie seit Langem zu tun. Seit 21 Jahren arbeitet sie beispielsweise mit Grete Kuhlmann zusammen, sei 15 Jahren mit Dannholz, seit 10 Jahren mit Maike Janssen.

Zusammen mit Kirchenvorstandsmitglied Gerhard Evers und Pastorin Katrin Krüger (rechts) stellte Hildegard Barkhoff im September 2020 die Pläne für den Gemeindehaus-Umbau vor. Archivfoto: Thomas Dirks
Zusammen mit Kirchenvorstandsmitglied Gerhard Evers und Pastorin Katrin Krüger (rechts) stellte Hildegard Barkhoff im September 2020 die Pläne für den Gemeindehaus-Umbau vor. Archivfoto: Thomas Dirks

Dass sich die pensionierte Lehrerin nun ausgerechnet wenige Tage vor Abschluss des Groß- und Langzeitprojektes Gemeindehausumbau zurückzieht, können sich viele nur damit erklären, dass es Streit gegeben haben muss. Sogar von einem Ultimatum ist in Marienhafe die Rede, das für einen Rücktritt gestellt worden sein soll.

Pastorin dementiert Gerüchte

Letzteres weist Pastorin Katrin Krüger klar zurück. Es habe kein Ultimatum gegeben, Hildegard Barkhoff sei nicht gedrängt worden, der Rückzug sei eine freiwillige Entscheidung gewesen, sagte die Pastorin auf ON-Nachfrage. Es habe persönliche Gründe, mehr wolle sie dazu nicht sagen. Das könne nur Barkhoff selbst kommentieren.

Die Pastorin bestätigte jedoch, dass eine Neuwahl für den Vorsitz und den stellvertretenden Vorsitz abgehalten wurde. Auf die Frage, ob es Streit im Gremium gegeben habe, wiederholte Krüger ihre Aussage, dass der Rückzug aus persönlichen Gründen erfolgt sei.

Zum Zeitpunkt des Rücktritts sagte Krüger, dass der Gemeindehaus-Ausbau für Barkhoff ein sehr wichtiges Projekt gewesen sei, das ihr sehr am Herzen gelegen habe. „Aber ich akzeptiere, dass es jetzt so gekommen ist“, so Krüger.

Barkhoff nennt keine konkreten Gründe

Hildegard Barkhoff teilte am Donnerstagabend mit: „Mein Rücktritt hat allgemeine Gründe, die ich aber nicht weiter erläutern werde. Dafür bitte ich um Verständnis.“

Sie blicke auf 31 erfolgreiche Jahre im Kirchenvorstand zurück, „davon 16 Jahre als Vorsitzende, in denen ich viel bewegen durfte. Darunter fallen unter anderem die Vergrößerung des Kindergartens, der Anstoß zum Bau der Krippe, die Installation der Induktionsschleife in der Kirche, die Ausleuchtung des Kirchturms und jetzt der Umbau und die Vergrößerung des Gemeindehauses,“, so die Marienhaferin. Sie werde sich jetzt ihren privaten Interessen widmen.

Langjähriger Kampf für Gemeindehaus

Der Weg zum Gemeindehaus war in der Tat steinig. Die Marienhafer Kirchenverantwortlichen bemühen sich schon seit 2009 um ein modernes Haus. Etliche Jahre ging es hin und her. Man trat lange auf der Stelle.

Der Bau eines Gemeindehauses auf dem Grundstück „Am Markt 13“, das die Kirchengemeinde eigens dafür kaufen wollte, scheiterte an historischen Bodenfunden. Zuvor waren erste Pläne für eine Erweiterung des alten Gemeindehauses wegen denkmalschutzrechtlicher Bedenken geplatzt. Auch ein Neubau, der gemeinsam mit der Samtgemeinde Brookmerland auf „Am Markt 13“ verwirklicht werden sollte, scheiterte 2013.

Dieses Hin und Her verlangte dem Kirchenvorstand einiges ab. Zudem war die Finanzierung sicherzustellen.

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