Südbrookmerland

Gemeinderat Südbrookmerland: Platz für neue Köpfe

| | 15.10.2021 18:28 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Sie wurden aus dem Gemeinderat verabschiedet: Franz Constant (FWG, stehend, von links), Drees Janssen (FWG) Stefan Hiller (parteilos), Detert Feddinga (CDU), Otto Ulferts (SBL), Abbo Schön (SBL), Wilhelm Reinken (FWG, sitzend, von links), Charlotte Burow (SPD), Bürgermeister Friedrich Süßen (SPD), Jakoba Kuhlmann (SPD) und Frerich Hinrichs (SPD). Foto: Holger Janssen
Sie wurden aus dem Gemeinderat verabschiedet: Franz Constant (FWG, stehend, von links), Drees Janssen (FWG) Stefan Hiller (parteilos), Detert Feddinga (CDU), Otto Ulferts (SBL), Abbo Schön (SBL), Wilhelm Reinken (FWG, sitzend, von links), Charlotte Burow (SPD), Bürgermeister Friedrich Süßen (SPD), Jakoba Kuhlmann (SPD) und Frerich Hinrichs (SPD). Foto: Holger Janssen
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Platz für neue Köpfe wurde am Donnerstag im Südbrookmerlander Gemeinderat gemacht. Zahlreiche Politiker und Bürgermeister Friedrich Süßen wurden verabschiedet – einige davon nicht freiwillig.

Südbrookmerland - Emotional geht es im Südbrookmerlander Gemeinderat hin und wieder zu. Beispielsweise bei kontroversen Debatten. Am Donnerstagabend waren es aber andere Emotionen, die das Geschehen bestimmten: Es hieß Abschied nehmen von Politikern, die im neuen Gemeinderat nicht mehr vertreten sein werden. Zum Teil, weil sie nicht mehr wollten und zum Teil, weil sie nicht erneut in das Gremium gewählt wurden. Ebenfalls verabschiedet wurde Bürgermeister Friedrich Süßen. Er geht in den Ruhestand.

Aus dem Rat verabschiedet wurde zunächst Detert Feddinga (CDU). Hinter ihm liegen vier Jahrzehnte in der Südbrookmerlander Kommunalpolitik. Die Liste der Posten, Ämter und Mandate, die er in dieser Zeit inne hatte, ist lang. Mehrfach war er Vorsitzender von Fachausschüssen und gehörte verschiedenen Kuratorien und Aufsichtsräten an. Zu Ende geht auch die politische Arbeit von Franz Constant (FWG). Er gehörte dem Rat seit 25 Jahren an und baute in dieser Zeit die Freie Wählergemeinschaft mit auf. Diesbezüglich hört er sprichwörtlich auf, wenn es am schönsten ist. Bekanntlich ist es der FWG gelungen, erstmals die SPD als stärkste Kraft im Rat abzulösen.

Seinen Anteil daran dürfte auch Wilhelm Reinken haben. Auch für ihn endet die Zeit im Gemeinderat – allerdings unfreiwillig. Nach 20 Jahren im Rat hatte Reinken für eine weitere Amtszeit kandidiert, jedoch ohne Erfolg. Politisch bleibt er aber weiter tätig und engagiert sich künftig im Kreistag. In den politischen Ruhestand verabschiedet wurde Frerich Hinrichs. Er gehörte dem Gemeinderat 15 Jahre an und war unter anderem Ortsvorsteher von Oldeborg.

Abschied nehmen hieß es auch von Charlotte Burow (SPD), die nicht erneut kandidiert hatte. Gleiches gilt für ihre Parteifreundin Jakoba Kuhlmann. Drees Janssen (FWG), Felix Ike (Grüne) sowie Abbo Schön und Otto Ulferts (beide SBL) müssen ebenfalls ihren Hut nehmen, weil sie nicht wiedergewählt wurden. Gerne weitergemacht hätte auch der mittlerweile parteilose Stefan Hiller – allerdings in anderer Position. Er hatte sich bekanntlich um das Amt des Bürgermeisters beworben, unterlag aber in einer Stichwahl dem künftigen Verwaltungschef Thomas Erdwiens. Nach einem kurzen Dank an Verwaltung und Ratsmitglieder verabschiedete sich der Berufssoldat mit den Worten „Ich melde mich ab.“

Abmelden wird sich demnächst auch Bürgermeister Friedrich Süßen (SPD). Für ihn war es die letzte Gemeinderatssitzung als Verwaltungschef. Offiziell ist Süßen noch bis Ende des Monats im Amt, im Rathaus ist er wegen seines Resturlaubs aber nur noch selten. SPD-Fraktionschef Stefan Kleinert würdigte vor allem Süßens Engagement für die Bürger, insbesondere in sozialen Fragen. Für sie sei er immer da gewesen und das sei vermutlich das größte Lob, das es für einen Bürgermeister geben könnte. Lobende Worte fand auch Ralf Geiken (FWG), der die Verabschiedung im Namen aller anderen Ratsfraktion übernahm. Auch er sprach vor allem über Süßens soziales Engagement in Rentenfragen. Einige Mal habe Süßen zudem zu Unrecht Kritik einstecken müssen. Geiken erinnerte in diesem Zusammenhang an Plakatproteste der Anwohner des Schwarzen Weges, die sich gegen hohe Beitragsbescheide auflehnten. Für die Beiträge konnte der Bürgermeister nichts, so Geiken. Das sei Sache der Politik gewesen. Indirekt kam Geiken aber auch auf die sogenannte Rathausaffäre um Bauamtsleiter Konke Wienekamp zu sprechen, die aus Sicht vieler bis heute nicht restlos aufgeklärt ist. Dies sei etwas gewesen, für das der Bürgermeister vielleicht doch etwas konnte.

Neben den Verabschiedungen standen in der letzten Ratsperiode auch zahlreiche Ehrungen an. Neben einem Teil der Verabschiedeten wurden auch langjährige Ratsmitglieder geehrt, die auch künftig in Südbrookmerland Politik machen werden. Allen voran Hilko Gerdes (CDU), der seit 45 Jahren im Gemeinderat aktiv ist. Weitere Ehrungen gab es für Stefan Kleinert (25 Jahre), Thomas Erdwiens (20 Jahre) und Sophia Ulferts Dirksen (15 Jahre).

Der neue Gemeinderat kommt erstmals am 11. November zusammen. Dann werden unter anderem Ausschussbesetzungen festgelegt.

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