Weene
Befreiungsschlag für Schlusslicht SpVg Aurich
Der Tabellenletzte SpVg Aurich setzte sich beim TuS Weene im Bezirksligaderby klar durch. Die Mannschaft profitierte dabei von einigen Schwächen des Gegners.
Weene - Die Herbstsonne tauchte am Sonntagnachmittag nach Spielschluss die tanzenden Spieler des Fußball-Bezirksligisten SpVg Aurich in ein mildes Licht. Dazu ertönten rhythmische Trommeltöne.
Sie galten den Aurichern, die sich mit 5:2 Toren beim TuS Weene durchgesetzt hatten. Ein unerwarteter Erfolg des Schlusslichtes, der aber durchaus auch noch höher hätte ausfallen können.
„Kleiner Befreiungsschlag“
Der Auricher Trainer Wilfrid Böhling sprach nach einer Serie von Niederlagen von „einem kleinen Befreiungsschlag“ und von einem „wichtigen Sieg für den Kopf“. Sein Gegenüber Marco Frerichs musste nicht lange überlegen, um die Gründe für die Heimpleite auf den Punkt zu bringen. Er bekannte: „Wir sind überhaupt nicht als Mannschaft aufgetreten. Jeder hat auf dem Platz sein eigenes Ding gemacht.“
Dabei hatten die Platzherren den besseren Start. Weenes Torjäger Jan Bokker, der Experte für die ruhenden Bälle, schob einen Freistoß (11.) an der Auricher Mauer vorbei ins Tor. Die Auricher ließen sich von diesem Dämpfer nicht beeindrucken. Im Gegenzug wurde SpVg-Linksaußen Moustapha Camara im gegnerischen Strafraum von den Füßen geholt. Pfiff und Elfmeter. Andreas Flessner behielt die Übersicht und glich aus. Ein Tor und zugleich Motivationspille für die Rot-Weißen. Sie kombinierten sich immer wieder geschickt durch das Mittelfeld, setzten mit präzisen Flanken ihre Flügelflitzer Camara und Torben Bender ein. Daraus entwickelten sich gefährliche Angriffe. Während Flessner (23.) und Lars Hinrichs (25.) ihren Meister in Torwart Freitag fanden, machte es Camara mit einem Solo-Lauf besser. Er überwand den Torwart mit einem schönen Heber zum 2:1 für die Gäste.
TuS-Torwart Freitag mit guten Paraden
Aurichs Trainer Böhling freute sich über den Auftritt seiner Mannschaft. „Das ist unser Spiel – weiter so“, gab er seinen Spielern mit auf den Weg für die Schlussphase der ersten Hälfte.
Böhling sah bis zum Pausenpfiff noch einige gute Möglichkeiten, die aber mehrfach von Torwart Freitag entschärft wurden. Nur einmal musste er noch hinter sich greifen, als Aurichs junger Stürmer Lars Hinrichs in der Nachspielzeit den Torwart geschickt umkurvte und zum 3:1 einschob.
Schnelles Anschlusstor mit Folgen
Eine beruhigende Pausenführung für die SpVg. Heimtrainer Frerichs appellierte an seine Elf in der Kabine, bloß nicht die Köpfe hängenzulassen. Und prompt lieferten die Gelb-Schwarzen kurz nach Wiederanpfiff den Anschlusstreffer ab – erneut durch Bokker per Freistoß. Etwas Hoffnung machte sich bei den Gastgebern breit. Aber nur für wenige Minuten, denn mit dem zweiten Treffer von Hinrichs zum 4:2 für Aurich nach einer Stunde Spielzeit offenbarte sich die größte Schwäche von Weene. Die Heimelf erlaubte sich in entscheidenden Situation eklatante Stellungsfehler und lud Aurich zum Toreschießen ein. So wie beim 5:2 für Aurich durch den eingewechselten Maurice Bombach, der auf der rechten Seite ungehindert einen maßgenauen Schuss absetzte, der ins Netz der Gastgeber einschlug. Zugleich der Endstand.
Für Frerichs gab es einen entscheidenden Augenblick: „Nach dem Gegentor zum 1:1 war unser Flow dahin und überhaupt haben wir uns einfach zu viele Fehler erlaubt.“
Sonnenschein herrschte hingegen beim Auricher Trainer Böhling: „Wir haben die Dinger endlich mal reingemacht und alles von Anfang an spielerisch gelöst.“