Südbrookmerland
Große Unterschiede bei Stichwahl in Südbrookmerlander Ortsteilen
Wahlsieger Thomas Erdwiens sichert sich im Rennen ums Bürgermeisteramt Victorbur, Moordorf geht an Stefan Hiller – entscheidend waren aber noch andere Dörfer.
Südbrookmerland - Ab dem 1. November ist Thomas Erdwiens neuer Bürgermeister in Südbrookmerland. Das steht seit Sonntagabend fest. Er lieferte sich bei der Stichwahl ein knappes Rennen mit seinem Kontrahenten Stefan Hiller. Am Ende lag Erdwiens laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis mit 375 Stimmen vor seinem Gegner. Bei mehr als 10 000 abgegebenen Stimmen ein knappes Ergebnis. Den Ausschlag gaben am Ende wohl Uthwerdum und Victorbur.
Auf den Ortsteil Victorbur konnte sich Erdwiens bei vorangegangenen Wahlen immer verlassen. Schließlich lebt er dort seit vielen Jahren, ist Ortsvorsteher und gut vernetzt. Diesmal waren die Voraussetzungen aber andere, denn: Auch Hiller lebt in Victorbur, das bei der Stichwahl in drei Stimmbezirke aufgeteilt war. Hiller konnte keinen davon für sich entscheiden. Im Bezirk 290, für den im Schützenhaus in Süd-Victorbur gewählt wurde, gab es aber ein Kuriosum: Auf beide Kandidaten entfielen 333 Stimmen. In den beiden anderen Victorburer Stimmbezirken, deren Wahllokale in der Grundschule Victorbur und im Kindergarten „Bienenkorb“ eingerichtet waren, holte Erdwiens jeweils eine Mehrheit, sodass Victorbur als ganzer Ortsteil an den späteren Wahlsieger ging.
Spitzenwert in Uthwerdum
Sein prozentual bestes Ergebnis sicherte sich Erdwiens allerdings in Uthwerdum. 326 Stimmen (59,3 Prozent) sicherte sich der 55-Jährige dort. Stefan Hiller hatte mit 224 Stimmen das Nachsehen.
Ganz anders in Moordorf, dem größten Ortsteil der Gemeinde: Dieser ging mit 52,7 Prozent an Stefan Hiller. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Eine Rolle dürfte aber unter anderem Hillers Wohnort gespielt haben. Der liegt zwar offiziell in Victorbur, grenzt aber an Moordorf. Außerdem war Hiller dort in der Vergangenheit immer wieder aktiv und bot zuletzt Betroffenen des Starkregens seine Unterstützung an.
Nur eine Stimme Unterschied
Ein besonders knappes Rennen lieferten sich die Kontrahenten in Oldeborg. Dort trennt die beiden Kandidaten exakt eine Stimme, der hauchdünne Vorsprung liegt bei FWG-Mann Thomas Erdwiens. Immerhin neun Stimmen (1,22 Prozent) trennen die Bewerber in Münkeboe. Dort hatte wiederum Hiller die Nase vorn. Erdwiens hatte dafür den etwas deutlicheren Vorsprung von 58 (10,3 Prozent) Stimmen in Moorhusen.
Deutliche prozentuale Gewinne fuhr Hiller vor allem in den kleinen Ortsteilen wie Forlitz-Blaukirchen (58,67 Prozent) und Bedekaspel (57,24 Prozent) ein. Auch in Theene, wo immerhin rund 1100 Wahlberechtigte leben, war Hiller stark. Für einen Wahlsieg reichte es aber am Ende nicht und ihm blieb nur, seinem Gegner zum Wahlsieg zu gratulieren.
Am Tag nach der Wahl war vielerorts Bedauern über Hillers Ausscheiden aus der Politik zu hören. Bekanntlich hatte er nicht für einen Sitz im Gemeinderat kandidiert. „Können die sich die Aufgabe nicht teilen?“, war auch die Frage, die im Rathaus kurz nach Bekanntwerden des Ergebnisses zu hören war. Dabei handelte es sich aber wohl eher um ein Kompliment an den unterlegenen Bewerber als um eine ernst gemeinte Frage zur künftigen Führung im Rathaus.