Ihlow

Lage im Dorf weiter angespannt

| | 21.09.2021 22:29 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Nähe der Bushaltestelle Fennenstraße arbeitet das Bauunternehmen sich Stück für Stück vor. Foto: Aiko Recke
In der Nähe der Bushaltestelle Fennenstraße arbeitet das Bauunternehmen sich Stück für Stück vor. Foto: Aiko Recke
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Die Kanalsanierung an der Friesenstraße in Ochtelbur geht voran. 270 von 900 Metern sind geschafft. Die Lage im Ort ist laut Ortsbürgermeister Matthias Trauernicht dennoch angespannt.

Die neue Rohrleitung verläuft, anders als die alte, nicht unter dem Gehweg, sondern unter der Straße. Foto: Aiko Recke
Die neue Rohrleitung verläuft, anders als die alte, nicht unter dem Gehweg, sondern unter der Straße. Foto: Aiko Recke
Ochtelbur - Der Ochtelburer Ortsbürgermeister Matthias Trauernicht wird nach eigenen Angaben wegen der Bauarbeiten auf der Friesenstraße nicht mehr so oft angerufen wie vor einigen Wochen. Dass die Rettungsgasse nicht mehr frei sei, habe sich wohl rumgesprochen. Zeitweise war sie entgegen den Regeln vom Durchgangsverkehr genutzt worden.

Dennoch sei die Lage im Dorf immer noch angespannt, so Trauernicht. Für viele Ochtelburer und Riepster bedeute die Baustelle eine massive Einschränkung. Die offizielle Umleitung sei lang. Deshalb sei klar, dass die ortskundigen Einheimischen sich Ausweichstrecken im Ort suchen. Das sei belastend für die Anwohner, aber im Grunde werde man sich da einig. Auf gar keinen Fall dürfe es aber dazu führen, dass auf den Ausweichstrecken schnell gefahren werde. Dies komme immer wieder vor. An den Straßen wohnten aber Kinder. Andere Strecken seien schmal und zur Erntezeit von großen Maschinen befahren.

Ortsbürgermeister: Bitte um Toleranz

„Man kann sich vorstellen, dass es da eine hohe Unfallgefahr gibt“, so Trauernicht. Deshalb appelliere er immer wieder an Autofahrer, Rücksicht zu nehmen und nur Schritttempo zu fahren. Aber offenbar seien immer noch etliche der Meinung, dass die Verzögerung durch den Umweg wieder reingeholt werden müsse.

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Die Friesenstraße (L 1) ist in der Ortsdurchfahrt Ochtelbur weiterhin voll gesperrt. Foto: Aiko Recke
Die Friesenstraße (L 1) ist in der Ortsdurchfahrt Ochtelbur weiterhin voll gesperrt. Foto: Aiko Recke
Er bitte immer wieder um Toleranz, Rücksichtnahme und Disziplin. Das Ende der Baumaßnahmen sei absehbar. Und dann sei das Abwasserproblem Geschichte, so TrauernichtDie Bauarbeiter auf der Friesenstraße in Ochtelbur, die seit Ende Juli den maroden Schmutzwasserkanal erneuern, haben unterdessen kehrtgemacht. Nachdem sie zunächst von der Pumpstation am Fennenweg in Richtung Riepe bis zum Installationsunternehmen Alwin Christians gearbeitet hatten, sind sie nun auf dem Abschnitt zwischen dem Fennenweg und der Loogstraße unterwegs. Sie sind jetzt nach Angaben von Heiko Poppen, Sprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV), der die Baumaßnahme in Auftrag gegeben hat, etwa auf Höhe der Tierarztpraxis angekommen. Die Leitung wird bis zur Hausnummer Friesenstraße 2 weiterverlegt. Anschließend schließen die Bauarbeiter beim Installationsunternehmen wieder an und vollenden den Leitungsbau bis zum Gänseweg. Insgesamt ist die Baustelle 900 Meter lang. 270 Meter sind davon laut OOWV inzwischen geschafft. Parallel zu den Arbeiten an der Hauptleitung ist jetzt eine Kolonne im Einsatz, die sich eigens um die Erneuerung der Hausanschlüsse kümmert, so Poppen. Bisher seien die Bauarbeiten vollständig im Zeitplan. Der OOWV rechne weiterhin mit einer Fertigstellung vor Weihnachten.

Arbeiten mit dem Spaten in der Hand

Anlass für die Sanierung waren eine Reihe von Rohreinbrüchen, die zu Versackungen führten und auch die Entsorgungssicherheit beim Schmutzwasser gefährdeten. Die Leitung kann nicht am gleichen Ort neu verlegt werden, sondern wird in mindestens zwei Metern Tiefe nun statt unter dem Gehweg unter der Fahrbahn verlegt. Die Erneuerung im Bestand ist kompliziert: „Besondere Vorsicht ist bei den Arbeiten geboten, weil dort zum Teil auch Versorgungsleitungen von Wasser, Strom, Gas und Telefon verlegt sind“, so Poppen. Es werde in Handschachtung gearbeitet. Die Bauarbeiter nehmen also selbst den Spaten in die Hand, um das marode Abwasserrohr freizulegen.

Die neue Rohrleitung verläuft, anders als die alte, nicht unter dem Gehweg, sondern unter der Straße. Foto: Aiko Recke
Die neue Rohrleitung verläuft, anders als die alte, nicht unter dem Gehweg, sondern unter der Straße. Foto: Aiko Recke

Die alte Leitung bleibt in Betrieb, bis die neue fertig ist. Bis dahin seien Schäden, wie sie beispielsweise zu Weihnachten 2020 auftraten, nicht auszuschließen, so Poppen. Bei Störungen sei der OOWV rund um die Uhr unter Tel. (0 44 01) 60 06 erreichbar.

Die Ortsdurchfahrt ist für die Arbeiten weiterhin voll gesperrt. Einige Nebenstraßen sind mit Schranken versehen worden, damit der Ausweichverkehr sich keine Schleichwege durch die angrenzenden Wohngebiete bahnen kann. Zudem wird sichergestellt, dass der Busverkehr für die Schülerbeförderung funktioniert. Laut OOWV sollen im Dezember als Abschluss die Asphaltarbeiten fertig werden.

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