Aurich

SPD gewinnt, CDU verliert: Bundestrend wirkt in den Kreis

| | 12.09.2021 23:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Eigentlich soll es bei den Kommunalwahlen um die Politik vor Ort gehen. Doch am Ende zeigen die Geschehnisse in Berlin auch Wirkung in Aurich und Umzu. Das wurde am Sonntagabend deutlich.

Aurich - Klar, sagte Johannes Kleen, ein bisschen habe die SPD bei der Kreistagswahl sicher auch vom Bundestrend profitiert. Und vor sechs Wochen hätte der Fraktionschef der Sozialdemokraten nicht erwartet, dass man wohl sogar Sitze dazugewinnt. Doch der Erfolg basiere auch auf der „Ruhe und Geschlossenheit“, die nach der Beekhuis-Affäre in den vergangenen zwei Jahren eingekehrt sei, so der Wiesmoorer.

CDU-Fraktionschef Sven Behrens (Berumbur), der in der Samtgemeinde Hage auch bei der Bürgermeisterwahl antrat, machte am Sonntagabend keinen Hehl daraus: „Die Bundespolitik macht uns vor Ort das Leben schwer.“ Die Probleme der Christdemokraten in Berlin seien sicher Thema gewesen und hätten zum eher schlechten Ergebnis bei der Kreistagswahl beigetragen. Ziel der CDU auf Kreisebene sei eigentlich gewesen, die 14 Sitze auszubauen. Daraus wird wohl eher nichts. Am Abend hatte Behrens aber noch Hoffnung, dass man zumindest noch die rund 25 Prozent von 2016 erreichen könnte.

Grüne und FDP zufrieden

Sehr zufrieden zeigte sich die Sprecherin der Grünen-Kreistagsfraktion, Gila Altmann, mit dem Ergebnis der Kreistagswahl. Die Grünen verbesserten ihr Ergebnis von 2016. „Wir haben den Eindruck, dass die Arbeit der vergangenen fünf Jahre honoriert wurde. Wir haben geackert wie die Blöden. Das war eine Gemeinschaftsleistung“, sagte Altmann am späten Abend auf ON-Anfrage.

Ebenfalls zufrieden mit dem leichten Zugewinn gegenüber 2016 zeigte sich FDP-Kreisvorsitzender Menko Bakker (Aurich). Er hatte am Abend die Hoffnung, dass die Liberalen zwei oder drei Sitze im Kreistag ergattern. Als echtes Zugpferd für die SPD zeigte sich erwartungsgemäß der Bundestagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzende Johann Saathoff. Er trat zum ersten Mal auch für den Kreistag an und holte die mit Abstand meisten Stimmen aller SPD-Kandidaten. Weitere starke Ergebnisse mit jeweils mehreren tausend Stimmen erhielten Florian Eiben, Wiard Siebels, Erwin Sell, Johannes Kleen, Ingeborg Kleinert und Antje Harms. Bei der CDU holte Sven Behrens die meisten Stimmen vor den Aurichern Bodo Bargmann und Arnold Gossel.

Beekhuis holte hunderte Stimmen

Bei den Grünen holten Gila Altmann, Axel Schönian und Insa Buß die besten Einzelergebnisse. Bei der FDP holte Sarah Buss, die auch für den Bundestag kandidiert, die meisten Stimmen, danach folgen Uwe Harms und Menko Bakker.

Bei den Linken war Hendrik Siebolds der erfolgreichste Einzelkandidat, bei der GfA Hans-Gerd Meyerholz. Für die AWG holte Hilde Ubben die meisten Stimmen, für die SWK aus der Krummhörn bekam Johann Wienbeuker sogar mehr als 1000 Stimmen.

Das galt ebenfalls für Ida Bienhoff-Topp aus Osteel, die im Brookmerland als Bürgermeisterkandidatin antrat. Bei der Kreistagswahl holte das Ex-SPD-Mitglied mehr als 1300 Stimmen. Und auch Ex-SPD-Fraktionschef Jochen Beekhuis (Großefehn) holte als Einzelkandidat noch mehr als 580 Stimmen.

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