Popens/Sandhorst
Begräbniswald: Drei Ortsräte sind einig, dennoch wird noch geprüft
Nach dem Ortsrat Kernstadt sprachen sich auch die Räte aus Sandhorst und Popens für einen Begräbniswald in Popens aus. Es tauchten aber noch Fragen auf, die vor einem Ratsbeschluss zu klären sind.
Sandhorst/Popens - Der Ortsrat Kernstadt hat sich schon in der vergangenen Woche mehrheitlich dafür ausgesprochen, den geplanten Auricher Begräbniswald nach Popens zu verlagern. Diesem Votum schloss sich der Ortsrat Popens am Donnerstagabend nach Angaben von Ortsbürgermeister Norbert Eilers (AWG) an. Der Popenser Wald sei im Eigentum des Betreibers, es müssten keine Bäume gefällt werden für den Begräbniswald und die Verkehrsanbindung und Parksituation sei gut, so Eilers. Deshalb sehe der Ortsrat Popens das Wäldchen im eigenen Dorf klar vor den anderen Vorschlägen: dem Eschener Gehölz in der Kernstadt und dem Wald in Sandhorst.
Der Ortsrat habe beantragt die Beschlussvorlage für die Ratssitzung am kommenden Dienstag zu ändern. Dort steht bislang nur, dass der Stadtrat über ein Betreiberkonzept für einen Bestattungswald in Aurich entscheidet. Dort solle gleich eingefügt werden, dass der Rat sich für das Betreiberkonzept der JJ Krematorium GmbH Ostfriesland entscheide, so Eilers.
Zwei offene Fragen im Ortsrat Sandhorst
Doch so einfach ist es vielleicht doch noch nicht am kommenden Dienstag, wenn der Finanzausschuss, der Verwaltungsausschuss und der Stadtrat in dichter Folge über das Thema sprechen. Denn der Ortsrat Sandhorst hat sich zwar auch mehrheitlich für den Standort Popens ausgesprochen, aber noch keinen Beschluss gefasst, wie Ortsbürgermeister Hans-Gerd Meyerholz (GfA) auf ON-Nachfrage sagte. Man wolle einem Friedwald nicht im Wege stehen, er wisse selbst, dass sich etliche Bürger eine solche Bestattungsmöglichkeit wünschen. Er habe von einigen Sandhorsten gehört, dass sie darauf warten, ihre Verstorbenen in einen Bestattungswald umbetten zu können. Deshalb habe er immer wieder auf eine Entscheidung gedrängt, so Meyerholz.
Nun soll es soweit sein. Aus seiner Sicht gebe es aber noch Ungereimtheiten, die die Verwaltung nun klären soll, deshalb habe es keinen Beschluss gegeben. Zum einen habe er gehört, dass die CDU vor der Abgabe der Konzepte Gespräche mit einem der Interessenten, nämlich mit der JJ Krematorium GmbH geführt haben soll. Da sei es aus seiner Sicht unklar, ob dies nicht ein Eingriff in ein Vergabeverfahren sei, der so nicht stattfinden dürfe, sagte Meyerholz.
Verwaltung ist in die Prüfung eingestiegen
Außerdem habe er gefragt, wann das Popenser Wäldchen von der JJ Krematorium GmbH gekauft worden sei. Wenn dieses erst passiert sei, als die Friedwald GmbH ihre Pläne für den Sandhorster Wald schon weit vorangebracht hatte, sei dies ebenfalls von Interesse. „Seit vier Jahren wird in Aurich mit der Friedwald GmbH gesprochen, es lag eine unterschriftsreife Satzung im Rathaus vor und dann kommen plötzlich noch zwei andere Bewerber“, so Meyerholz. In Teilen wirke die Vergabematrix auf diese beiden Interessenten zugeschnitten. In der Ortsratssitzung hätten seine beiden Fragen aber nicht sofort beantwortet werden können.
Das bestätigte die zuständige Fachbereichsleiterin Laura Rothe. Beide Fragen seien in der Prüfung, eine Antwort gebe es am Tag nach der Sitzung aber noch nicht. Anfragen zum Kauftermin des Waldes seien gestellt. Ebenso zu möglichen Gesprächen im Vorfeld.
Ergebnis soll vor der Ratsentscheidung vorliegen
Zuerst müsse sie in Erfahrung bringen, ob es überhaupt Gespräche zwischen der CDU und dem Anbieter für das Popenser Wäldchen gegeben habe, und wenn ja, wann und mit welchem Inhalt, so Rothe. Es könne ja auch sein, dass der Betreiber der Fraktion das Wäldchen lediglich vorgestellt habe. Zudem müsse geklärt werden, ob Gespräche in dem vorliegenden Verfahren vor der Entscheidung zulässig sind - oder nicht. Sie habe das Projekt erst vor Kurzem übernommen und sei davon ausgegangen, dass es sich um ein Interessenbekundungsverfahren handele, und nicht um eine Ausschreibung, bei der die Regeln strenger wären, sagte Rothe.
Bis Dienstag soll die Prüfung nach Möglichkeit abgeschlossen sein, damit eine Entscheidung fallen kann. Bis dahin sei vieles zu klären. „Sollte es Änderungen geben, werden wir es kurzfristig bekannt geben und mitteilen, ob das so durchlaufen kann“, so Rothe.