Münkeboe

Langgehegter Wunsch wird Wirklichkeit

| | 07.09.2021 19:49 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Bagger reißt derzeit die alte Betonfahrbahn in Münkeboe heraus. Foto: Holger Janssen
Ein Bagger reißt derzeit die alte Betonfahrbahn in Münkeboe heraus. Foto: Holger Janssen
Artikel teilen:

In Münkeboe hat die lang erhoffte Sanierung der Alt-Münkeboer Straße begonnen. Zum Baustart gab es aber offenbar ein Missverständnis.

Münkeboe - Krachend lässt ein Bagger die großen Betonstücke in die Mulde des Lastwagens fallen. Während der Staub aufwirbelt, lädt die Baumaschine bereits den nächsten Brocken auf. Meter um Meter arbeiten sich die Fahrzeuge vor und reißen die Fahrbahn der Alt-Münkeboer-Straße auf. „Es muss erst hässlich werden, bevor es schön wird“, sagt Frank Süßen vom Südbrookmerlander Bauamt. Nach jahrelangen Diskussionen und unzähligen Anträgen wird die Alt-Münkeboer Straße nun saniert. So groß die Freude darüber bei vielen sein dürfte, so groß waren in den vergangenen Tagen auch die Sorgen. Dabei schaltete sich sogar der Landkreis ein.

Wie berichtet, werden die alten Betonplatten zwischen der Upender Straße und der Mühlenstraße durch eine neue Asphaltdecke ersetzt. Schon Ende September sollen die Arbeiten, gutes Wetter vorausgesetzt, abgeschlossen sein. Eine Pflasterung der Straße hätte laut Bauamt deutlich länger gedauert. Wie wichtig der Verwaltung das Projekt ist, zeigte sich beim Pressetermin am Dienstag ganz deutlich: Naben Frank Süßen waren auch Bauamtsleiter Konke Wienekamp und Meik Eden, zuständig für den Tiefbau in der Gemeinde, mitgekommen. Ebenso wie Ortsvorsteher Tammo Keck (CDU).

Mit Infos von Haus zu Haus

Ortsvorsteher Tammo Keck (von links) freut sich über den Start der Bauarbeiten. An der Planung waren Bauamtsleiter Konke Wienekamp und seine Mitarbeiter Meik Eden und Frank Süßen beteiligt. Foto: Holger Janssen
Ortsvorsteher Tammo Keck (von links) freut sich über den Start der Bauarbeiten. An der Planung waren Bauamtsleiter Konke Wienekamp und seine Mitarbeiter Meik Eden und Frank Süßen beteiligt. Foto: Holger Janssen
Keck und Eden arbeiten nach eigenen Angaben bei dem Projekt schon länger zusammen. So seien sie von Haus zu Haus gegangen, um mit Anwohnern über die Baumaßnahme zu sprechen. „Das war wichtig und hat sehr gut geklappt“, so Keck. Viele Fragen hätten dabei geklärt werden können. Offenbar aber nicht alle. So meldeten sich Anwohner bei den ON, die sich um die Zuwegung zu ihren Häusern sorgten. Von Arbeitern vor Ort hätten sie erfahren, dass zunächst auf voller Länge der Beton aufgenommen werden solle. In Verbindung mit angekündigtem Regen wären Rettungsfahrzeuge bei Bedarf nicht mehr über den sandigen Untergrund gekommen.

Auch die Versorgung zweier landwirtschaftlicher Betriebe sei dadurch gefährdet. Offenbar hatten sich Anwohner diesbezüglich auch an den Landkreis Aurich gewandt und der reagierte. Das Ordnungsamt habe sich die Situation angesehen und den Beteiligten Firmen und der Gemeinde aufgegeben, den Sand mit einer Schotterschicht zu versehen, damit die Straße befahren werden kann. Wie Meik Eden den ON vor Ort sagte, soll dies noch in dieser Woche geschehen. Ohnehin sei geplant gewesen, die Arbeiten in zwei Abschnitten durchzuführen. Nachdem etwa die Hälfte der Betondecke entfernt wurde, wird zunächst die Schotterschicht aufgebracht. Erst dann folgt die andere Hälfte.

Diskussionen um Verkehrsberuhigung

Diskussionen, vor allem in der Politik, hatte es im Vorfeld auch wegen der Verkehrsberuhigung gegeben. Kölner Teller, Berliner Kissen und andere Maßnahmen, mit denen der Verkehr gebremst werden kann, wurden ins Spiel gebracht. Letztlich entschied man sich für sogenannte Aufpflasterungen. Das heißt: An drei Stellen des sanierten Abschnitts wird der Asphalt wieder abgetragen und durch eine erhöhte Pflasterung ersetzt. Geplant sind die Aufpflasterungen etwa auf Höhe der Hausnummern 7, 10 und 16. Zunächst, so Keck, seien nur zwei Aufpflasterungen geplant gewesen. Die dritte sei ein Ergebnis der Gespräche mit den Anwohnern gewesen.

Eine weitere Befürchtung war, dass die frisch sanierte Straße im Zuge weiterer Maßnahmen des Breitbandausbaus wieder aufgerissen werden müsse. Das ist nach Worten des Bauamts aber nicht der Fall. Meist würden die dafür nötigen Glasfaserkabel im Seitenraum verlegt. Entlang der Alt-Münkeboer Straße soll im Zuge der nun laufenden Arbeiten zudem ein Leerrohr verlegt werden, durch welches die Kabel später einfach durchgezogen werden können.

Insgesamt investiert die Gemeinde laut Konke Wienekamp etwa 500 000 Euro. Beantragte Fördermittel fließen dafür nicht, weil die Gemeinde in einem Rankingverfahren keinen Zuschlag erhalten hatte. In der Folge sprach sich die Politik dennoch für den Ausbau und die Verbreiterung der Straße aus.

Ähnliche Artikel