Aurich

Bestattungswald: Ortsrat Kernstadt schaut zum Nachbardorf

| | 03.09.2021 21:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Den Popenser Wald finden mehrere Ortsratsmitglieder geradezu ideal. Foto: Romuald Banik
Den Popenser Wald finden mehrere Ortsratsmitglieder geradezu ideal. Foto: Romuald Banik
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Mitglieder stimmten bei Sitzung am Donnerstag nicht für das Eschener Gehölz auf ihrem eigenen Gebiet, sondern für das Wäldchen in Popens. Einige Mitglieder verweigerten aber die Zustimmung.

Aurich - Es ist nicht der eigene Zuständigkeitsbereich, den der Ortsrat Kernstadt für wie gemacht für einen Friedwald hält. In seiner Sitzung am Donnerstag sprach sich das Gremium mit großer Mehrheit für das Popenser Wäldchen aus, in dem künftig ein Bestattungswald angelegt werden soll.

Die Auricher waren die ersten, die diese Auswahl trafen. Wie berichtet, stehen drei Anbieter mit je eigenen Anlagen zur Auswahl: Die JJ Krematorium Ostfriesland GmbH mit dem Popenser Wäldchen, die Logabirum Bestattungswald GmbH mit dem Eschener Gehölz auf dem Gebiet der Kernstadt und die Friedwald GmbH mit dem Sandhorster Wald. Nach dem Ortsrat Kernstadt sind die Ortsräte aus Popens und Sandhorst, der Finanzausschuss und der Rat am Abstimmungsverfahren beteiligt.

Einige Mitglieder fühlten sich unzureichend informiert

Die Diskussion zum Thema beschränkte sich im Ortsrat Kernstadt im Wesentlichen auf Kritik daran, dass nicht alle Mitglieder die Unterlagen rechtzeitig erhalten hatten und entsprechend die Fragen der Verwaltung und Antworten der Betreiber zu dem Kernthema nicht durchlesen konnten. Deshalb gab es eine Gegenstimme von Matthias Gentsch (GAP) und mit Blanka Seelgen (Linke) ein Mitglied, das gar nicht mit abstimmte.

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Die anderen Ortsratsmitglieder kritisierten zwar, dass die Informationen nicht rechtzeitig bei allen angekommen waren, wollten jedoch abstimmen, um die Entscheidung über den Bestattungswald nicht noch weiter hinauszuzögern.

Bedenken beim Eschener Gehölz die gleichen wie vor Jahren

Grundsätzlich schien Einigkeit zu bestehen, dass das Eschener Gehölz zu klein und zu stark von Spaziergängern, Radfahrern und Gassi-Gehern frequentiert werde, um dort einen Platz der inneren Einkehr und Trauer zu schaffen. Das sagten beispielsweise Gabriele Schapp (CDU) und Ingeborg Hartmann-Seibt (SPD). Damit waren auch jetzt die gleichen Argumente ausschlaggebend wie vor etwa zehn Jahren, als es schon einmal Pläne für das kleine Wäldchen bei der Handwerkskammer gegeben hatte. Dass das Eschener Gehölz nicht nur vom Ostfriesland-Wanderweg, sondern auch von der Bahntrasse Abelitz-Aurich durchschnitten wird, kam dabei nicht mal zur Sprache.

Im Sandhorster Wald müssten einige große Bäume gefällt werden, um Wege und Parkplätze anzulegen. Zudem sei die Verkehrsanbindung nicht so günstig wie in Popens, so der Tenor.

Die Verwaltung hatte in ihrer Bewertungsmatrix die Gedächtniswald Logabirum GmbH im Eschener Gehölz punktemäßig vor der JJ Krematorium GmbH und dem Popenser Wäldchen eingestuft. Das sei aber nur eine Zusammenstellung, deren Punkteergebnis für die Politik keineswegs bindend sei, betonte die zuständige Fachbereichsleiterin Laura Rothe.