Aurich

Vor Schulstart: Mehr Verlässlichkeit trotz Verschärfungen

| | 26.08.2021 19:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wie schon im Herbst und Winter gilt in den kommenden Wochen nun erst einmal wieder eine Maskenpflicht im Schulunterricht.Archivfoto: DPA
Wie schon im Herbst und Winter gilt in den kommenden Wochen nun erst einmal wieder eine Maskenpflicht im Schulunterricht.Archivfoto: DPA
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Das Land Niedersachsen will im neuen Schuljahr unbedingt den Präsenzunterricht garantieren. Homeschooling soll es nicht mehr geben. Um das zu erreichen, werden auch Verschärfungen in Kauf genommen.

Aurich - Vor allem sei er heilfroh, sagt Rüdiger Musolf, dass zumindest der Präsenzunterricht in der Schule nicht wieder in Frage steht. Deshalb begrüßt der Schulleiter des Auricher Gymnasiums Ulricianum die neuen Corona-Vorgaben des Landes Niedersachsen im Grundsatz. „Der Wechsel zwischen den Szenarios war ein ständiger Eiertanz“, sagte Musolf mit Blick auf die vergangenen Monate auf ON-Anfrage.

Im Detail hält der Schulleiter nicht alle Maßnahmen für angemessen. So hätte er zwei Coronatests der Schüler pro Woche ausreichend gefunden. Diese müssen sich aber nun zumindest in den ersten Wochen täglich testen.

Testverfahren gut eingespielt

Doch das Testverfahren habe sich seit den Osterferien recht gut eingespielt. Die meisten Schüler testen sich zu Hause vor dem Unterricht selber. Bis zu 30 Tests werden vor Ort in der Schule abgenommen. Mittlerweile habe das Ulricianum auch eine recht große Reserve an Testkits.

Verschärft wurde zum neuen Schuljahr nun aber wieder die Maskenpflicht. Sie gilt zumindest in den ersten Wochen wieder für alle Schüler auch im Unterricht. Insgesamt hofft Musolf trotzdem auf eine weitere Normalisierung des Schullebens, zum Beispiel die Wiederaufnahme der Aktivitäten des Schulchors.

Schulleiter wirbt fürImpfungen

Der Schulleiter des Ulricianums wirbt zugleich dafür, dass sich möglichst viele jugendliche Schüler (ab zwölf Jahren) impfen lassen – zum Beispiel beim Sonder-Impftag am 4. September im EEZ. Wie bei der Einschulungsfeier des Ulricianums am Donnerstag mit rund 700 Menschen in der Arena wird auch an der IGS Ihlow bei der Feier die 3G-Regel gelten. Dort ist die Veranstaltung mit geschätzt rund 150 Teilnehmern aber deutlich kleiner. 86 Fünftklässler kommen neu an die IGS – am Ulricianum sind es 220.

Die Corona-Tests wurden den künftigen Fünftklässlern bereits über die Grundschulen zur Verfügung gestellt, berichtete Schulleiter Günter Tautz auf ON-Anfrage. Die vom Land vorgeschriebenen täglichen Tests in den ersten Wochen findet er „nachvollziehbar“, vor allem um das Risiko durch Reiserückkehrer klein zu halten. Dasselbe gelte für die Maskenpflicht. „Das kennen wir ja schon. Das kriegen wir hin“, so Tautz. Unklarheit herrsche dagegen noch beim Thema Klassenfahrten. Eigentlich wollte man gleich nach den Ferien starten. „Derzeit wissen wir aber noch nicht, ob wir dürfen“, sagte der HTG-Schulleiter. Demnächst wisse man auch ungefähr, wie viele der Schüler bereits geimpft sind. Denn Testkits würden künftig nur noch an ungeimpfte Schüler ausgegeben, so Tautz.

Grundschüler bleiben vorerst ungeimpft

Noch einmal potenziell „gefährlicher“ ist die Situation an den Grundschulen. Denn dort sind alle Kinder ungeimpft, weil für Unter-12-Jährige noch kein Impfstoff zugelassen ist.

Auch bei der Einschulungsfeier der Erstklässler an der Auricher Lambertischule am Sonnabend nächster Woche gilt die 3G-Regel, wie Schulleiter Kai Münzel auf ON-Anfrage sagte. Derzeit würden die Eltern darüber informiert. Wegen Corona gibt es für die einzelnen Klassen jeweils eigene Feiern, so Münzel. Da sich die Grundschul-Kinder nicht impfen lassen können, appelliert Münzel an die Eltern, das zu tun.

Längst nicht alle Eltern geimpft

Der Leiter der Grundschule Riepe, Klaus Saathoff, sagte auf ON-Anfrage, man habe den Eltern der künftigen Erstklässler bereits vor den Sommerferien mitgeteilt, dass man die Einschulungsfeier kleinhalten werde. Am Schnuppertag für die Eltern seien bereits die Testkits verteilt worden. Es sei aber klar geworden, dass noch längst nicht alle Eltern vollständig geimpft sind. Diese müssen sich also vor der Einschulungsfeier testen lassen. Die neuerliche Maskenpflicht sieht auch Saathoff nicht als großes Problem an. Zwar kämen dazu durchaus kritische Nachfragen von Eltern. „Aber wir lüften schließlich alle 20 Minuten“, so Saathoff. Dann können die Kinder die Masken absetzen. Und auch dann, wenn sie essen oder trinken oder auf dem Schulhof.

Auch Saathoff betonte wie seine Kollegen: Das Wichtigste sei, dass der Präsenzunterricht künftig durchgehend garantiert ist.

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