Fußball

SpVg Aurich verliert unglücklich gegen TuS Weene

| | 22.08.2021 17:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Der Schuss des Aurichers Mittelfeldspielers Andreas Flessner (rotes Trikot) verfehlte das Tor von Weene nur knapp. TuS-Torwart Joost Freitag hatte die Nerven behalten und das Tor für den Angreifer möglichst klein gemacht. Foto: Bernd Wolfenberg
Der Schuss des Aurichers Mittelfeldspielers Andreas Flessner (rotes Trikot) verfehlte das Tor von Weene nur knapp. TuS-Torwart Joost Freitag hatte die Nerven behalten und das Tor für den Angreifer möglichst klein gemacht. Foto: Bernd Wolfenberg
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Im Derby zwischen Aurich und Weene sorgte der eingewechselte TuS-Stürmer Jan Bokker für die Entscheidung – so war es auch im Vorjahr.

Aurich - Das Flutlicht im Auricher Ellernfeldstadion tauchte die Gewinner in ein mildes Licht. Am Mittelkreis tanzten Weenes Spieler nach dem Abpfiff im Kreis. Sie jubelten und sangen, dazu applaudierten rund 100 mitgereiste Anhänger der Gelb-Schwarzen und forderten „wir wollen die Mannschaft sehen“.

Die Auricher Fußballer verließen mit traurigen Blicken das Feld. Sie zogen zügig von dannen zur Umkleidekabine, um sich den Frust nach der unnötigen Niederlage wegzuspülen. SpVg Aurich hatte das Derby gegen TuS Weene 0:1 verloren, auch deshalb, weil die Rot-Weißen in der ersten Halbzeit zwei, drei klare Möglichkeiten ausgelassen hatten. Aurichs Trainer Wilfrid Böhling meinte dazu: „Wir waren in der ersten Hälfte im Sturm nicht effektiv genug.“ Damit lag er richtig, aber es ist nur ein Aspekt, weshalb die Auricher den Dreier verpassten.

Wunsch des Trainers verhallt

Jan Bokker köpfte den Siegtreffer für Weene. Foto: Gronewold
Jan Bokker köpfte den Siegtreffer für Weene. Foto: Gronewold
Das Spiel begann am Freitagabend eine halbe Stunde früher als geplant. Grund dafür war eine Geburtsgasfeier des Auricher Trainers, der nach dem Spiel seinen 50. Geburtstag feiern wollte. Er hat sich einen Sieg von seiner Mannschaft gewünscht.

Dieses Geschenk lag im ersten Durchgang schon zum Abholen vor dem Tor der Gäste bereit. Der TuS setzte seine Kräfte von Anfang an ausschließlich für Defensivarbeit ein. Zum einen musste TuS-Trainer Marco Frerichs auf zahlreiche Stammkräfte verzichten und die Mannschaft auch in der Abwehr umstellen. Zum anderen hatte er am vorherigen Sonntag die Offensivkraft der Auricher beim 7:3 gegen Middels gesehen, somit hatte er gute Gründe, die Abwehrreihen zu schließen. Das gelang auch in der Anfangsviertelstunde ganz gut. Beide Mannschaften verzettelten sich im Mittelfeld mit vielen ungenauen Zuspielen. Der Ball zirkulierte zwischen den Teams, aber daraus entwickelten sich keine Angriffe. Weder für Aurich noch für Weene.

Weenes Torwart ist eine Bank

Rund 200 Zuschauer mussten fast 15 Minuten warten, um den ersten Schuss auf ein Tor zu sehen. Ein Auricher Freistoß aus der halbrechten Position rauschte in Richtung Arbeitsplatz von Weenes Torwart Joost Freitag, der den Ball sicher fing.

Nur wenige Minuten später war Freitag erneut die Zielscheibe eines Auricher Angriffs. SpVg-Stürmer Lars Hinrichs legte seinem Mitspieler Andreas Flessner (20.) den Ball in den Lauf. Der entwischte seinem Bewacher und eilte auf Freitag zu. Der TuS-Torwart behielt erneut die Nerven, machte das Tor möglichst klein für den Auricher Angreifer. Flessner schoss und der Ball sauste am linken Pfosten vorbei. Pech für die Gastgeber

Aurich ist spielbestimmend, aber ohne Erfolg im Angriff

.Das wiederholte sich kurze Zeit später noch einmal als diesmal Simon Smit (33.) vor Freitag zum Zuge kam. Smit nahm Maß und fand in Freitag seinen Meister, der die Führung der Platzelf mit einer Glanzparade verhinderte. Die Auricher hatten die Partie bis zum Pausenpfiff im Griff. Ein deutliches Plus beim Ballbesitz, aber daraus kreierte die Platzelf bis zum Gang in die Kabine keine notizwürdigen Angriffe mehr. Und Weene? Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab TuS-Kapitän Steffen Romanessen ein Lebenszeichen ab. Er versuchte sein Glück mit einem Distanzschuss. Ein Schuss ohne Wumms, der neben das Auricher Tor kullerte. Mehr brachte die Offensivabteilung der Gäste im ersten Durchgang nicht zustande.

Für Aurich-Fans war es nur eine Frage der Zeit, wann der Führungstreffer im zweiten Abschnitt für die Auricher fallen werde. Diese Aussicht teilten auch einige Anhänger der Gäste. Aber es kam dann doch anders als gedacht.

Joker des Trainers sticht

TuS-Trainer Frerichs veränderte seine Mannschaft für die zweite Halbzeit durch zwei Wechsel. Stürmer Jan Bokker kam für Tizian Dorow ins Spiel. Ein Tausch mit Folgen. Keine acht Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, da lag der Ball im Netz der Auricher. Der TuS hatte sich mit einfachen Mitteln eine Torchance erarbeitet. Ein langer Ball aus dem Mittelfeld von Jens Schmidt-Ulferts flog in den Fünfmeterraum. Dort stand der große Stürmer Bokker, hielt seinen Kopf gegen Ball und schon war es passiert. Besonders Bokker freute sich über diesen Treffer, waren doch Kopfbälle noch nie seine Spezialität gewesen. Weene führte 1:0 und stellte den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf.

Dabei blieb es auch bis zum Abpfiff. Aurich war vom Gegentreffer geschockt, bekam kaum noch ordentliche Spielzüge in Richtung Gästetor auf die Kette. Auch deshalb, weil Weenes Defensive gnadenlos die Angriffsbemühungen der Rot-Weißen schon im Mittelfeld zerstörte.

Die Schlussphase war unansehnlich: Harmlos und ideenlos rannten die Gastgeber an. Sie konnten dem konsequenten Verteidigungskurs der Gäste nichts Durchschlagendes entgegensetzen.

Bittere Niederlage für SpVg

Der SpVg-Trainer Böhling räumte nach Spielschluss ein: „Weene war hinten sehr effektiv. Das Tor fiel aus dem Nichts. Das war eine bittere Niederlage.“

Sein Gegenüber Marco Frerichs trank aus einem anderen Kelch: „Es war zwar kein schönes Spiel, aber was zählte, war der Sieg. Wir hatten so viele Ausfälle, aber unsere Jungs haben alles rausgehauen, was ging. Da bin ich richtig stolz drauf.“ Und dann zog Frerichs noch eine Verbindung zum Vorjahr, als Weene nach einem 0:2-Rückstand zur Pause, das Spiel noch zu einem 5:3-Erfolg auf dem Ellernfeld wendete.

Frerichs sagte: „Damals kam Jan Bokker auch nach der Pause ins Spiel und hat drei Tore gemacht. Jetzt war es nur ein Tor, aber das reichte. Manchmal wiederholt sich doch eine Geschichte.“

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