Emden
Autoverkehr in Einkaufsstraße soll beruhigt werden
In den nächsten Wochen eröffnen in der Emder Innenstadt die „Neutor-Arkaden“. Die Stadtverwaltung nimmt das zum Anlass für einen umstrittenen Probelauf.
Emden - Es ist ein Versuch mit langer, umstrittener Vorgeschichte: Bis Mitte Januar wird in der Emder Neutorstraße ein verkehrsberuhigter Bereich erprobt. Das heißt: die zugelassene Höchstgeschwindigkeit wird auf 30 Stundenkilometer begrenzt, es werden Fußgängerüberwege eingerichtet, zwei Fußgängerampeln werden abgeschaltet, der Radweg wird verbreitert. Außerdem ist eine neue Multifunktionsfläche am Stadtgarten geplant.
Die neue Verkehrsführung wird durch umfangreiche Markierungen sichtbar gemacht, teilte die Emder Stadtverwaltung jetzt mit. Die Stadt nutzt für den Modellversuch in einer Haupteinkaufsstraßen eine besondere Gelegenheit. Das Einkaufszentrum „Neutor-Arkaden“ mit einem Combi-Supermarkt, einer Müller-Drogerie und einem Hotel wird in den nächsten Wochen fertiggestellt.
Stadtverwaltung: Während Bauphase keine negativen Auswirkungen
Während der Bauarbeiten war die Neutorstraße mehrere Monate lang halbseitig gesperrt. Die Verkehrsströme verlagerten sich notgedrungen. Laut Stadtverwaltung wurden während der Bauphase keine generellen und weitreichenden negativen Auswirkungen auf den Verkehr in der Innenstadt festgestellt. Auch die Alternativstrecken wurden nicht über Gebühr belastet, heißt es. Zu größeren Staus kam es lediglich zu Spitzenzeiten und dann häufig bei gleichzeitigen Baustellen- und Anlieferungsverkehren zu den Neutorarkaden. Wegen dieser Beobachtungen hat die Stadt nun beschlossen, die derzeitige Verkehrsführung in der Neutorstraße bis voraussichtlich Mitte Januar 2022 für die Erprobung verschiedener Verkehrskonzepte beibehalten.
Die Zeit solle genutzt werden, um die dauerhafte Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs oder eines sogenannten Shared-Space-Konzepts zu erproben. Im Aschnitt zwischen Agterum und Rathausplatz soll der Fußgänger- und Radfahrverkehr einen höheren Stellenwert bekommen. Die eingesparte Verkehrsfläche solle für Aktionen und Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden, so die Stadtverwaltung. Die Baumaßnahmen an der Neutorstraßen sollen schon in diesen Tagen umgesetzt werden.
Umbau der Neutorstraße wurde immer wieder gefordert
Begleitet werde der Modellversuch durch Beobachtung, Zählung und Messung – auch der Ausweichstrecken, heißt es.
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Forderungen aus der Politik gegeben, die Neutorstraße als eine der Haupteinkaufsstraßen Emdens für den Autoverkehr vollständig zu sperren.
Gegner dieser Forderung argumentierten, andere Straßen in der Stadt würden dann vom aufnehmenden Verkehr überlastet werden.