Fußball

Ostfriesische Fußball-Oldies mit Tempolimit auf dem Rasen

| | 17.08.2021 15:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
70 und mehr Jahre haben die Spieler der SG Muwies Großefehn (Blau-rote Trikots) und Blau-Weiß Papenburg auf der Uhr. Sie absolvierten am Montagabend in Großefehn ein Freundschaftsspiel. Eine Partie mit zwei unterschiedlichen Hälften aus Sicht der Gastgeber. Fotos: Bernd Wolfenberg
70 und mehr Jahre haben die Spieler der SG Muwies Großefehn (Blau-rote Trikots) und Blau-Weiß Papenburg auf der Uhr. Sie absolvierten am Montagabend in Großefehn ein Freundschaftsspiel. Eine Partie mit zwei unterschiedlichen Hälften aus Sicht der Gastgeber. Fotos: Bernd Wolfenberg
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Im Duell der Ü70-Teams von Muwies Großefehn und Papenburg geht es gemächlich zu – aber das Spiel ist unterhaltsam und abwechselungsreich

Schiedsrichter Detlev Schoone (links) schaute zu, wie Helmut Schühler (Mitte) einen Papenburger verfolgte.
Schiedsrichter Detlev Schoone (links) schaute zu, wie Helmut Schühler (Mitte) einen Papenburger verfolgte.
Großefehn¨– Die Aufschrift auf den Shirts der in die Jahre gekommenen Fußballer führte in die Irre. „Muwies Ü60 Großefehn“ trugen die Spieler auf dem Rücken. Die 60er-Marke haben die Akteure der Spielgemeinschaft Mullberg/Wiesmoor/Großefehn schon seit vielen Jahren hinter sich gelassen. In dieser Mannschaft spielt der Club der 70-Jährigen. Dazu merkte Franz Krieger, er ist der Teammanager der Oldies und organisiert Spiele gegen andere Ü7o-Teams, an: „Noch haben wir kein aktuelles Trikot, aber das kriegen wir auch noch hin.“ Am Montagabend gastierte in Großefehn die Konkurrenz von Blau-Weiß Papenburg. „Ein spielstarker Gegner“, meinte Krieger, „mit einem Unentschieden könnten wir da schon zufrieden sein“.

Zweite Hälfte hat es in sich

Ein Wunsch, der auch lange Zeit im Bereich des Möglichen lag, wäre da nicht die zweite Hälfte gewesen, als die Gastgeber eine 2:0-Führung aus der Hand gaben. In Weser-Ems sind die Ü70-Teams dünn gesät. Man kann sie an den Fingern einer Hand abzählen. Da sind Spiele stets willkommen als Abwechselung zum Training, erzählte Krieger. Er hofft, dass er für das nächste Jahr eine kleine Liga mit vier oder fünf Mannschaften zusammentrommeln kann, die dann Punktspiele bestreiten. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

In diesem Jahr haben die routinierten Spieler der Muwies Ü70 Großefehn schon zwei Testspiele bestritten und klare Erfolge gegen Krummhörn und Bad Zwischenahn eingefahren.

Heimelf mit dem besseren Start

Schiedsrichter Detlev Schoone (links) schaute zu, wie Helmut Schühler (Mitte) einen Papenburger verfolgte.
Schiedsrichter Detlev Schoone (links) schaute zu, wie Helmut Schühler (Mitte) einen Papenburger verfolgte.
Gegen Papenburg haben die Gastgeber den besseren Start. Im Spiel auf zweimal 30 Minuten schossen Alfons Groeß und Willi Tirok nach schöner Vorarbeit von Johann de Wall eine 2:0-Pausenführung heraus. Dreh- und Angelpunkt des Spiels der Gastgeber war Dietmar Hedemann, den alle „Radi“ rufen. Benannt nach dem jugoslawischen Torwart Petar Radenkovic. Auch Hedemann machte sich früher als Ballschnapper einen Namen, ehe er im Alter als Libero Abwehrreihen organisierte und auch lautstark das Mittelfeld orchestrierte. Dort fungierte Helmut Schühler als Ballverteiler auf die Außen oder in die Spitze. Er und sein Mitspieler Harm Hedemann sind mit 78 Jahren die ältestes Spieler bei den Gastgebern. Foulspiele haben Seltenheitswert, ebenso blitzartige Angriffe oder Flugparaden der Ballfänger. Tempolimit auf dem Rasen. Zügig gehen und feine Pässe spielen, dazu gesellte sich ein kluges Stellungsspiel, so lautete das Motto der Oldies.

Als Schiedsrichter Detlev Schoone die zweite Halbzeit anpfiff, machte den Spielern Dauerregen und Wind zu schaffen. Die Papenburger hatten sich in der Kabine zusammengerauft und starteten eine furiose Aufholjagd. Sie drückten und drängten nach vorne, die Gastgeber igelten sich ein. Der Einbahnstraßenfußball hatte Folgen. Die Papenburger erzielten schnell den überfälligen Anschlusstreffer und kurz danach auch den verdienten Ausgleich. Die Hoffnung von Teammanager Krieger auf ein Remis wurden kurz vor dem Abpfiff mit dem Siegtreffer der Gäste zerstört. Dazu merkte später Krieger an: „Wir bekamen die Bälle nicht mehr über die Mittellinie. Der Gegenwind war sehr stark und uns fehlte der Wumms. Im Dauerregen haben wir dann den Faden verloren.“ Der gemütliche Teil des sportlichen Wettstreites endete im Fehntjer Vereinsheim. Dort saßen beide Mannschaften noch lange zusammen und plauderten, wohl auch über eine Revanche.

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