Aurich/Südbrookmerland
Personenverkehr mit der Bahn: Skepsis in Südbrookmerland
Die Stadt Aurich hofft auf Standortvorteile durch die Reaktivierung des Personenverkehrs auf der Strecke Aurich - Emden. In der Nachbargemeinde Südbrookmerland stößt das auf Unverständnis.
Südbrookmerland - Aurich wünscht sich den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) auf der Strecke Aurich–Emden – Südbrookmerland nicht. Während der Auricher Bürgermeister Horst Feddermann auf eine neue Chance durch die Überarbeitung des Verkehrsfinanzierungsgesetzes hofft, hat sich aus Südbrookmerlander Sicht nicht viel am Grundproblem geändert: Die Ortsdurchfahrt Moordorf müsste – neben anderen Zufahrten zu Grundstücken und Nebenstraßen – zu stark umgebaut werden. „Das ist ein Eingriff ins Eigentum“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Kleinert. Ihm sei noch nicht plausibel gemacht worden, was Südbrookmerland von einer Streckenreaktivierung für den SPNV habe. Er sehe auch nicht, wo beispielsweise im dicht bebauten Moordorf ein Haltepunkt eingerichtet werden sollte, für den dann wohl zwangsläufig auch Parkplätze geschaffen werden müssten.
Gerdes: Busse sind schon nicht ausgelastet
Auch Hilko Gerdes (CDU) hat große Zweifel, dass sich eine Bahnverbindung zwischen Aurich und Emden rentieren würde. Schon jetzt seien die Busse abgesehen vom Schülerverkehr weitgehend leer. Denn der Aufwand, von Zuhause zur Haltestelle zu fahren und vom Ausstieg in Emden zum eigentlichen Ziel zu gelangen, sei viel größer, als direkt mit dem Auto zu fahren. Thomas Erdwiens (FWG) winkt auch ab. Auf Betreiben der FWG sei 2014 ein Bürgerentscheid vorbereitet worden, um den Ausbau der Trasse zu verhindern.