Großefehn
Großefehns Trainer steht auch als Spieler bereit
Zur neuen Saison steht Großefehns Coach Klaus Barghorn auch für Einsätze auf dem Rasen bereit – und einer kam für den 40-Jährigen schneller als gedacht.
Großefehn - Wer in diesen Tagen die Homepage des SV Großefehn besucht, kommt nicht weit. Der Besucher erfährt, dass der Internetauftritt der Fehntjer neu erstellt wird. Interessierte werden aufgerufen, bald wieder zu kommen.
Das dürften bestimmt einige Zuschauer des Pokalspiels zwischen Großefehn und Leer beherzigen. Sie sahen am Sonntagnachmittag im Mühlenstadion einen unterhaltsamen und unerwarteten 5:4-Sieg der Fehntjer nach Elfmeterschießen. Der war genau nach dem Geschmack von SVG-Spielertrainer Klaus Barghorn. Der 40-Jährige hatte Ende der vergangenen Woche bei der Vorstellung des Kaders für die neue Saison noch gesagt, die Mannschaft sei auf einem guten Weg, aber die Ergebnisse stimmten noch nicht. Damit meinte er das Ausscheiden nach der 0:7-Pleite gegen Leer im Ostfriesland-Cup. Diese Scharte wurde ausgewetzt. Daran war auch er direkt beteiligt.
Der neue Vereinschef tritt erstmals öffentlich auf
Während der Pressekonferenz am Freitagabend im Vereinsheim der Fehntjer trat erstmals der neue Vereinsvorsitzende Erwin Bohlen in Erscheinung. Er vertrat Fußballkoordinator Alexander Wiese. Bohlen freute sich, dass endlich wieder der Ball rolle. Er hoffe, dass die Saison auch bis zum Ende gespielt werde. Nach dem Abbruch im Herbst vergangenen Jahres befanden sich Spieler und Verantwortliche in einem langen Wartemodus von neun Monaten, der nun zu Ende geht.
Seit Anfang des Jahres bastelten die Fehntjer an der zukünftigen Mannschaft für die Bezirksliga. Das Ergebnis teilte Tamme Bölts, Sportlicher Leiter des SVG, mit: „Es gab nur vier Abgänge. Ansonsten wurde die Mannschaft zusammengehalten.“
Spieler übernehmen zusätzliche Aufgaben
Bölts blickte noch einmal auf die abgebrochene Serie 2020/21 zurück und befand: „Unsere neuen Trainer Klaus Barghorn und Bi Le Tran haben sich zusammengefunden und mit ansteigenden Leistungen zum Schluss Platz zwei in der schiefen Tabelle belegt.“ Auch in dieser Saison werden die Spieler nach Auskunft von Bölts in weitere Vereinsaufgaben eingebunden. Sie übernehmen ein Traineramt in einer Jugendmannschaft, arbeiten in Arbeitsgruppen oder beim Förderverein mit. Allesamt Aktionen, um den inneren Zusammenhalt und die Identifikation mit dem SVG zu stärken.
Spielertrainer Barghorn hofft, dass so „möglichst viele Fehntjer Jungs an den Verein gebunden werden.“ Seit Ende Juni trainiert Barghorn mit seinem Partner Bi Le Tran die Spieler. Nach der langen Pause gab es nach Auskunft von Barghorn einen „großen Nachholbedarf“.
Kurz-Pass-Spiel ist angesagt
Die Mannschaft sei auf einem guten Weg, aber noch nicht da, wo die beiden Trainer sie hinhaben wollen, nämlich auf den Stand wie zum Schluss der abgebrochenen Saison. Für Trainer Bi Le Tran ist das Ziel klar definiert: „Wir wollen die Aufstiegsrunde erreichen.“
Statt das Heil mit langen Bällen zu suchen, so wie es in den Vorjahren praktiziert wurde, setzt der SVG diesmal sein Augenmerk auf ein Kurz-Pass-Spiel. Von hinten heraus sicher das Spiel eröffnen, lautet das Motto von Trainer Barghorn. Der steht auch im Kader der Fehntjer. 18 Feldspieler, zwei Torwarte plus der Trainer lautet die Formel. Damit hatte Großefehn beim Pokalsieg gegen Leer Erfolg. Barghorn spielte von Anfang an mit und bereinigte mit seinen Mitspielern schon vor der Abwehr Angriffsaktionen des Gegners. Ein Bild, das es zu Beginn der Saison noch häufiger geben könnte, denn gegenwärtig befinden sich einige Spieler im Urlaub oder sind angeschlagen. Aber Barghorn betont: „Es soll nicht die Regel sein. Wenn es hapert, dann springe ich ein. Ich sehe mich da aber eher als Notnagel.“