Ostfriesland

Wittmund

Wittmund: Automatische Quarantäne bei positivem Schnelltest

Ein Coronatest wird durchgeführt. Foto: DPA

Von Volker Altrock und Aiko Recke

Der Kreis Wittmund greift durch: Dort muss sich jeder unverzüglich selbst in Quarantäne begeben, wenn sein Corona-Schnelltest oder -Eigentest positiv ist. Und das schon bald.

Wittmund - Wer im Kreis Wittmund einen Corona-Schnelltest mit positiven Ergebnis erhält, steht im Kreis Wittmund automatisch und sofort unter Quarantäne. Er muss unverzüglich nach Hause gehen, darf die Wohnung ohne Zustimmung des Gesundheitsamtes nicht verlassen und soll sich möglichst auch von den Mitgliedern des eigenen Haushaltes fernhalten, teilte der Kreis Wittmund mit.

Die neue Eigen-Quarantäne-Verpflichtung gilt ab Sonnabend, 19. Juni, für alle Personen, die im Rahmen von Corona-Schnelltests, Selbsttests oder bei einem PCR-Test positiv getestet wurden. „Damit wollen wir einen weiteren Schritt zur Eindämmung und Bekämpfung des Virus gehen“, heißt es seitens der Kreisverwaltung.

Gerade vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Delta-Variante ist es umso wichtiger, dass sich infizierte oder potenziell infizierte Personen unmittelbar nach Kenntnis der positiven Testung absondern. Häufig erfahre das Gesundheitsamt erst mit einiger Verzögerung von den positiven Ergebnissen - gerade an Wochenenden. Diese zeitliche Lücke wolle man nun schließen.

Ähnliche Pflicht in anderen Kreisen und Bundesländern

Wie der Wittmunder Kreissprecher Ralf Klöker auf ON-Nachfrage sagte, gebe es keinen konkreten Anlass für die neue Regelung. Sie sei schon seit längerem geplant. Die Zahl der Schnelltests im Kreis sei auf einem durchweg hohem Niveau – in der vergangenen Woche wurden etwa 9500 registriert. Durch die Weiterentwicklung der Schnellteststationen würden die Ergebnisse meist elektronisch zugestellt, oft per E-Mail. Damit seien sie häufig eher bei den Getesteten als beim Gesundheitsamt.

Eine ähnliche Pflicht zur Eigenquarantäne gebe es in zahlreichen anderen Landkreisen und ganzen Bundesländern, etwa in Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Kreis Aurich plant keine solche Regelung

Die erhebliche Quote an falsch-positiven Ergebnissen, die es bei Schnelltests gibt, sieht die Wittmunder Kreisverwaltung nicht als Problem. Auch vor Erlass der neuen Regelung mussten sich positiv getestete Personen bereits durch eine entsprechende Einzelverfügung bis zum PCR-Testergebnis absondern, so Klöker. Insofern habe sich die rechtliche Lage eigentlich gar nicht verändert.

Der Landkreis Aurich plane keine derartige Selbst-Quarantäne-Pflicht nach positiven Schnelltests. „Wir sehen dafür keine Notwendigkeit“, sagte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf ON-Anfrage. Man setze auf die Vernunft der Bürger, sich nach einem positiven Schnelltest freiwillige in Quarantäne zu begeben.

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