Berlin
Bericht: Gesundheitsminister wollen die dritte Impfung ab September
Corona-Mutationen weltweit beschäftigen die Wissenschaftler. Jüngst sorgt die Delta-Variante für große Bedenken. Eine sogenannte „Boost“-Impfung könnte Abhilfe schaffen.
Kommt schon im September die dritte Impfung gegen Corona? Wenn es nach Jens Spahn und seinen Länderkollegen geht, kann jetzt alles ganz schnell gehen. Am Montag beraten sie bei der Gesundheitsministerkonferenz über den sogenannten Impf-„Booster“, wie die „Bild am Sonntag“ (Bams) berichtet. Das stünde in einer entsprechenden Beschlussvorlage, die auch der „Bams“ vorliegen soll. Mit dem „Booster“ ist die Auffrischung der vorangegangenen zwei Impfungen gemeint. Demnach würden Senioren, Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Pflegebedürftige eine dritte Impfung erhalten. Mobile Impfteams sollen dann Altenheime und Pflegeeinrichtungen versorgen.
Bereits Ende April hatte sich Christian Drosten von der Berliner Charité für eine dritte Impfung ausgesprochen. Er rechne damit, dass „mehr als nur sehr eng umgrenzte Risikogruppen“ zum Winter hin eine einmalige Auffrischung ihres Corona-Impfschutzes bekommen werden, sagte Drosten damals im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Vergleichbar sei dies mit der jährlichen Grippeschutzimpfung. Allerdings gibt es hierzulande im Gegensatz zu Großbritannien noch keine konkreten Pläne für eine dritte Impfung - bis jetzt.
„Ein wahrscheinliches Szenario ist, dass es die Notwendigkeit einer dritten Dosis geben wird, irgendwo zwischen sechs und zwölf Monaten, und danach eine jährliche Neu-Impfung, aber all das muss noch bestätigt werden“, sagte der Pfizer-Vorsitzende Albert Bourla im April dem US-Sender CNBC. Die Impfstoff-Hersteller wie Biontech und Moderna arbeiten bereits an Neuerungen ihrer Vakzine.
Dritte Impfung: Keine Empfehlung der Stiko
Und die Ständige Impfkommission (Stiko)? Nach der Entscheidung Israels zu Auffrischimpfungen gegen Corona für ältere Menschen sieht die sie noch nicht die nötigen Daten für eine solche Empfehlung in Deutschland. Es sei aber eines der Themen, mit denen sich das Gremium weiter intensiv beschäftige, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.
Den unabhängigen Experten gehe es bei den Daten um zwei Aspekte: ob die messbare Immunantwort im Labor nachlasse und ob trotz Impfung vermehrt Infektionen mit Erkrankung aufträten, erklärte Mertens. Laboruntersuchungen zu Antikörperspiegeln gebe es bereits, diese erlaubten aber nicht die direkte Schlussfolgerung, dass auch die Schutzwirkung beim Menschen nachlässt. Es gehe auch noch um die Frage, welche Gruppen eine Auffrischung bekommen könnten: ob zum Beispiel Immunsupprimierte, Alte oder alle.