Aurich

Prozess um tödliche Attacke an Tankstelle beginnt

Aiko Recke und Heino Hermanns
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Von Aiko Recke und Heino Hermanns
| 17.02.2021 13:07 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Sie kannten sich seit Kindertagen. Dann beschädigte der eine das Auto des anderen. Der folgende Streit endete tödlich. Nun muss sich ein 22-Jähriger vor dem Landgericht verantworten.

Aurich. Der Prozess um die tödliche Messerattacke an einer Tankstelle in Wiesmoor am 20. September vergangenen Jahres beginnt am kommenden Mittwoch, 24. Februar, vor dem Auricher Landgericht. Wie das Gericht mitteilte, sind weitere Fortsetzungstermine am 26. Februar, 3., 10., 12. und 16. März angesetzt, jeweils um 9 Uhr. Zuständig ist die Schwurgerichtskammer mit dem Vorsitzenden Richter Björn Raap.

Wie berichtet wirft die Staatsanwaltschaft Aurich dem heute 22-jährigen Angeklagten aus Wiesmoor vor, im Zuge der Auseinandersetzung an der Tankstelle aufgrund niedriger Beweggründe mit Tötungsabsicht mehrfach mit einem Messer auf den Oberkörper und das Gesicht des ihm bekannten männlichen Opfers eingestochen zu haben. Das 22-jährige Opfer ist an den erlittenen Verletzungen verstorben. Zuvor soll der Angeklagte sein Fahrzeug geführt haben, obwohl er wegen seiner Alkoholisierung von 1,7 Promille dazu nicht mehr in der Lage war.

Opfer soll Auto des Täters beschädigt haben

Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jan Wilken, den ON im Dezember mitgeteilt hatte, waren der 22-jährige Täter und sein gleichaltriger Freund nach einer Feier am frühen Morgen des 20. Septembers zur Tankstelle gefahren. Dort gerieten sie in Streit. Der Grund nach Angaben von Wilken: Das Opfer soll den Wagen des Täters leicht beschädigt haben. Das habe zu dem Messerangriff geführt.

„Daraus leiten sich die niederen Beweggründe ab, die zur Mordanklage führen“, sagt Wilken. Im Verlauf der Messerattacke stach der Täter mehrfach mit einem Einhandmesser auf den Oberkörper und das Gesicht seines Opfers ein. Der 22-Jährige starb infolge des hohen Blutverlustes noch auf dem Tankstellengelände.

Täter und Opfer kannten sich seit Kindertagen

Der Täter ist für die Behörde in Aurich kein Unbekannter. Er soll laut Sprecher Wilken schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten sein. Auch Täter und Opfer kannten sich schon lange. Schon seit Kindesbeinen habe Kontakt zwischen den beiden bestanden, auch wenn dieser in der Zwischenzeit für längere Zeit abgerissen sei, so Wilken.

Noch am Tattag konnte der Angeschuldigte durch Beamte der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund vorläufig festgenommen werden. Gegen den jungen Mann wurde Haftbefehl erlassen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes droht dem Angeklagten laut Landgericht eine bis zu lebenslange Freiheitsstrafe.

Zum Auricher Prozess, der Mittwoch beginnt, sind mehrere Zeugen sowie zwei Sachverständige geladen.

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