Wiesmoor

Nach tödlicher Messerattacke: Anklage wegen Mordes erhoben

Volker Altrock und Heino Hermanns
|
Von Volker Altrock und Heino Hermanns
| 21.12.2020 15:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Artikel teilen:

Mehrfach hat ein 22-Jähriger mit einem Messer auf seinen Freund eingestochen. Dieser starb infolge des hohen Blutverlustes noch am Tatort, einer Tankstelle in Wiesmoor. Jetzt erhebt die Staatsanwalt Anklage wegen Mordes.

Aurich. Nach der tödlichen Messerattacke auf dem Gelände einer Tankstelle in Wiesmoor hat die Staatsanwaltschaft Aurich Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Sie wirft dem 22-jährigen Wiesmoorer Mord in Tatmehrheit mit Trunkenheit im Verkehr vor, teilte ein Jan Wilken, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, am Montag mit. Mehrfach hatte der Täter am 21. September dieses Jahres mit einem Messer auf sein Opfer, einen ebenfalls 22-Jährigen aus Wiesmoor, eingestochen. Der 22-Jährige verblutete.

Mord wegen eines leicht beschädigten Autos

Aus niederen Beweggründen habe Täter seinen Freund getötet. Zu diesem Schluss kam die Behörde nach den Ermittlungen. Danach waren der 22-jährige Täter und sein gleichaltriger Freund nach einer Feier, die die ganze Nacht gedauert haben soll, am frühen Morgen des 20. Septembers zur Tankstelle gefahren. Dort gerieten sie in Streit. Der Grund des Streits war nach Angaben Wilken ein leicht beschädigtes Fahrzeug. Das Opfer soll den Wagen des Täters beschädigt haben. Das habe zu dem Messerangriff geführt. „Und daraus leiten sich die niederen Beweggründe ab, die zur Mordanklage führen“, sagt Wilken. Im Verlauf der Messerattacke stach der Täter mehrfach mit einem Einhandmesser auf den Oberkörper und das Gesicht seines Opfers ein. Der 22-Jährige starb infolge des hohen Blutverlustes noch am Tatort.

Angeklagter befindet sich in U-Haft

Zuvor soll der Angeschuldigte sein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr geführt haben, obwohl er infolge seiner Alkoholisierung nicht in der Lage war, das Fahrzeug sicher zu führen. Denn festgestellt worden ist laut Wilken beim Täter ein Alkoholwert von 1,7 Promille.

Der Täter ist für die Behörde in Aurich kein Unbekannter. Er soll laut Sprecher schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten sein.

Auch Täter und Opfer kannten sich schon lange. Schon seit Kindesbeinen habe Kontakt zwischen den beiden bestanden, auch wenn dieser in der Zwischenzeit für längere Zeit abgerissen sei, so Wilken.

Noch am Tattag konnte der Angeschuldigte durch Beamte der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund vorläufig festgenommen werden. Gegen den Angeschuldigten wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aurich Haftbefehl durch den zentralisierten richterlichen Bereitschaftsdienst im Bezirk des Landgerichts Aurich erlassen. Der Angeschuldigte befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Das Landgericht Aurich hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden.

Ähnliche Artikel