Ostfriesland

Fußballsaison auf Kreisebene übertrifft Erwartungen

Silke Meyer
|
Von Silke Meyer
| 26.10.2020 17:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Artikel teilen:

In Ostfriesland haben in dieser Saison auf Kreisebene mehr als 90 Prozent der Fußballspiele stattgefunden. Trotz Corona. Damit hatte im Vorfeld kaum einer gerechnet.

Ostfriesland. Damit hatte im Sommer wohl kaum ein Fußballer in Ostfriesland gerechnet: Ein Punktspielbetrieb, der auf Kreisebene trotz Corona bis jetzt problemlos über die Bühne gegangen ist. Das hatte sich auch der Kreisvorsitzende Winfried Neumann nicht vorstellen können. „Und jetzt haben wir mehr als 90 Prozent der Spiele der Männer, Frauen und Jugend durchbekommen. Das ist top“, sagt er schon fast ungläubig.

Anders herum: Weniger als zehn Prozent der Spiele wurden coronabedingt verlegt beziehungsweise mussten verlegt werden. Dabei hatten sich die Staffelleiter im Vorfeld der Saison darauf geeinigt, in diesen Fällen großzügig zu verfahren. Jetzt ist es nicht mehr lang bis zur Winterpause. Neumann ist optimistisch, bis zum Ende der Herbstserie alle Spiele austragen zu können: „Das ist machbar.“ Neumann und sein Team sehen sich darin bestätigt, bei der Planung der Saison auf Kreisebene mit reduzierten Staffelgrößen auf die ungewisse Entwicklung der Pandemie reagiert zu haben. „Gott sei Dank“, sagt Neumann heute. In die Winterzeit reinzugehen, dann kommt zu Corona möglicherweise noch die „normale“ Grippewelle oben drauf, all diese Überlegungen spielten bei der Saisonplanung damals eine Rolle.

Keine Auf- und Abstiegsrunde die richtige Entscheidung

Auch ein zweiter Saisonteil, in dem im Frühjahr eine Auf- und Abstiegsrunde gespielt wird, stand zur Diskussion. So, wie es in der Bezirksliga geplant ist. „Ich bin froh, dass wir es nicht gemacht haben“, sagt der Kreisvorsitzende. Sollte sich die Lage weiter verschärfen bis hin zum Szenario, dass der Spielbetrieb, wie im März, eingestellt werden müsste, dann ist es für die Mannschaften besser, möglichst viele Spiele gespielt zu haben, so sein Standpunkt. Denn eins steht fest: Eine Saison ohne Absteiger, wie nach dem Abbruch der Spielserie 2019/20 entschieden wurde, wird es nicht noch einmal geben. „Ich hoffe aber, dass es erst gar nicht zu diesem Szenario Abbruch kommt“, sagt Neumann.

Zwar stuft er die Entwicklung der Pandemie derzeit als etwas besorgniserregend ein, sagt aber auch: „Obwohl wir in Ostfriesland schon bessere Zahlen hatten, sieht es bei uns in der Gesamtheit aber besser aus als woanders. Wenn man in dieser Situation überhaupt von gut sprechen kann.“ Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Zahlen hatten sich die neun Vorsitzenden der Kreise im Fußball-Bezirk Weser-Ems per Videokonferenz am vergangenen Mittwoch auf einer Beiratssitzung kurzgeschaltet und sich mit der Frage beschäftigt, möglicherweise eine Spielpause von ein bis zwei Wochen einzulegen. Die Antwort bedurfte keiner großen Diskussion.

Weiterspielen, so lange es geht

Im Bezirk gibt es, was die Corona-Zahlen betrifft, ein starkes Nord-Süd-Gefälle. Aber selbst für die Vorsitzenden in den stark betroffenen Kreisen wie zum Beispiel dem Emsland oder Cloppenburg, war eine Pause kein Thema. Weil: Wie sollte die denn gegenüber den Kreisen, die kaum betroffen sind, zu rechtfertigen sein?

„Wir entscheiden regional“, berichtet Neumann von einem klaren Votum für eine grundsätzliche Fortsetzung des Spielbetriebs. Zumal das Infektionsrisiko bei einem Fußballspiel nach wie vor als äußerst gering eingestuft wird und konkrete Ansteckungsfälle während des Spielbetriebs bislang nicht bekannt geworden sind. „Wir spielen weiter, so lange es geht und überlassen die Entscheidung den Landkreisen und Gesundheitsämtern“, so der Kreisvorsitzende Ostfrieslands.

Neumann appelliert aber noch einmal an die Vereine, die Hygieneregeln einzuhalten: „Wir wissen sehr wohl, dass das für die Vereine einen hohen Aufwand bedeutet. Aber wir kommen im Moment nicht darum herum.“ Trotz allem blickt Neumann relativ beruhigt nach vorn.

Ähnliche Artikel