Nach umstrittenem Cas-Urteil Eishockey-WM mit Russen? IIHF prüft Optionen, DEB will Tempo

dpa
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Von dpa
| 07.11.2026 13:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
DEB-Chef Frank Lutz fordert im Hinblick auf die geplanten WM 2027 in Deutschland schnell Klarheit in der Frage, ob Russland teilnehmen darf.  Foto: Markus Lenhardt/dpa
DEB-Chef Frank Lutz fordert im Hinblick auf die geplanten WM 2027 in Deutschland schnell Klarheit in der Frage, ob Russland teilnehmen darf. Foto: Markus Lenhardt/dpa
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Die Bundesregierung hält eine WM mit russischer Beteiligung in Deutschland für nicht möglich, will aber zunächst nicht selbst eingreifen. Was der DEB nun vom Weltverband fordert.

In der aufgeheizten Debatte um die Teilnahme Russlands an internationalen Eishockey-Turnieren spielt der Weltverband auf Zeit, der Deutsche Eishockey-Bund drängt aber auf schnelle Klarheit. „Wir haben natürlich ein großes Interesse, dass sich das so schnell wie möglich löst, weil wir sind mitten im Kartenverkauf“, sagte DEB-Vorstandschef Frank Lutz am Rande des Deutschland Cups am Samstag in Düsseldorf.

Für eine vernünftige Planung der Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Gelsenkirchen, Düsseldorf und Mannheim wünscht sich der DEB demnach Klarheit noch in diesem Jahr. „Ich bin optimistisch, dass wir da in naher Zukunft eine Lösung hinbekommen werden“, sagte Lutz weiter. 

DEB-Chef Lutz: Visa-Verweigerung „Ultima Ratio“

Die Bundesregierung hatte am Freitag über Sprecher Stefan Kornelius klargemacht, dass sie eine WM in Deutschland nur ohne die Teilnahme Russlands für möglich hält. Dafür könnte der Bund selbst sorgen, indem etwa keine Visa für russische Spieler ausgestellt werden. „Selbstverständlich ist es möglich“, sagte Lutz, der in der vergangenen Woche zu Gesprächen mit Staatssekretären des Bundeskanzleramts und des Auswärtigen Amtes in Berlin zusammen gekommen war: „Die Bundesregierung entscheidet am Ende des Tages darüber, wer ins Land reinkommt. Aber das ist auf der anderen Seite natürlich auch so ein bisschen Ultima Ratio.“

Mit Blick auf die Olympia-Bewerbung Münchens will die Regierung diesen Schritt aber noch nicht gehen. Stattdessen ist der Weltverband IIHF nun auf der Suche nach Lösungen. Nach tagelangen Beratungen über die Folgen des Sportgerichtsurteils zu einer Wiederzulassung russischer Teams erklärte die IIHF, jetzt „alle verfügbaren Optionen“ zum weiteren Vorgehen prüfen zu wollen. Dabei müsse aber die finanzielle Stabilität und die langfristige Zukunft des internationalen Eishockeys gewährleistet sein.

IIHF will Lösung auf diplomatischem Weg

Der Weltverband bekräftigte seine Ablehnung der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs Cas. Mehrere Nationen um Weltmeister Finnland kündigten an, nicht gegen Russland anzutreten. Eine Reihe von Sponsoren drohte für den Fall einer Teilnahme der Russen, die Zahlungen an die IIHF und die WM-Ausrichter einzustellen.

Man werde die vom Cas geforderten Schritte für eine Rückkehr Russlands auf die internationale Eishockey-Bühne einleiten, beteuerte die IIHF, die aber auf diplomatischem Weg versuchen will, den russischen Verband selbst zu einem Verzicht zu bewegen. Ziel sei es, „einen konstruktiven Weg zu finden, der den Interessen des weltweiten Eishockeys dient“, hieß es in dem Statement.

Die Bundesregierung hatte der IIHF und dem DEB zuvor ihre Unterstützung bei den diplomatischen Verhandlungen zugesichert. Die WM in Deutschland solle stattfinden, sagte Regierungssprecher Kornelius. Erst wenn die IIHF es nicht schafft, Russland zum Verzicht zu bewegen, will der Bund selbst tätig werden. Lutz forderte die IIHF zudem auf, neue Argumente für den Ausschluss Russlands zu finden: „Der Cas sagt, die Argumente, die bisher geliefert worden, waren nicht ausreichend. Das lässt aber für uns auch die Tür offen, vielleicht neue Argumente zu finden.“

Belarus bleibt von WM-Turnieren ausgeschlossen

Klarheit hat die IIHF dagegen bereits in Sachen Belarus geschaffen. Die Männer-Auswahl und die U20 des Landes, das Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine unterstützt, darf nicht an den kommenden WM-Turnieren teilnehmen. Der IIHF-Disziplinarausschuss habe entschieden, dass keine rechtliche Grundlage für die Anordnung einer sofortigen Wiederaufnahme bestehe.

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