Missbrauchsvorwürfe Vater von Herzogin Meghan in den USA festgenommen
Das Verhältnis von Herzogin Meghan zu ihrem Vater ist schon lange zerrüttet. Kürzlich kamen schwere Vorwürfe gegen ihn ans Licht - und führten in den USA nun sogar zur Festnahme.
Der Vater von Herzogin Meghan, Thomas Markle, ist im US-Bundesstaat Florida festgenommen worden. Der 82-Jährige wurde wegen des mutmaßlichen Besitzes kinderpornografischen Materials angeklagt, wie die Staatsanwaltschaft des Zentralbezirks von Kalifornien mitteilte.
Zuvor seien zwei Lagerräume in der Gegend von Los Angeles untersucht worden, die Markle seit fast zwei Jahrzehnten gemietet habe, hieß es. Bei der Durchsuchung dieser Lagerräume seien 78 Gegenstände entdeckt und in Gewahrsam genommen worden, darunter Bildmaterial und Bücher im Zusammengang mit mutmaßlich missbrauchten Minderjährigen. Noch heute solle Markle in Tampa im Bundesstaat Florida vor Gericht erscheinen.
„Die Anschuldigungen sind extrem ernst und wir werden Herrn Markle mit allen rechtlichen Mitteln strafrechtlich verfolgen“, teilte der stellvertretende Bundesstaatsanwalt in Kalifornien, Bill Essayli, mit. Herzogin Meghan äußerte sich zunächst nicht zu der Festnahme.
Thomas Markle Sr. wies die Vorwürfe bislang zurück
Im Oktober war bekanntgeworden, dass der Vater der Frau von Prinz Harry in seinem früheren Haus in der Provinz Cebu auf den Philippinen eine große Menge kinderpornografischen Materials zurückgelassen haben soll. Das hatten verschiedene Medien unter Berufung auf Meghans Halbbruder, Thomas Markle Jr. (60), berichtet. Er gibt an, Kontakt zur Polizei auf den Philippinen aufgenommen zu haben, nachdem er in dem Haus entsprechende Bilder und Videos gefunden habe. Zudem habe er seine Funde im Juli den Behörden in den USA gemeldet.
Markle Sr., der mittlerweile wieder in den USA lebt, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als „kranke Lügen“. Inzwischen geriet auch der Sohn ins Visier der Ermittler auf den Philippinen. Er könnte ebenfalls in die mutmaßlichen Straftaten verwickelt sein, sagte Innenminister Juanito Victor Remulla in Manila zuletzt und verwies auf Zeugenaussagen. Er werde bislang aber lediglich als „Person von Interesse“ betrachtet und nicht als Verdächtiger.
Bei den Ermittlungen seien bisher etwa 7.500 Fotos sowie ein Video mit Aufnahmen von mutmaßlich missbrauchten minderjährigen Jungen und Mädchen sichergestellt worden, erklärte der Minister. Die abgebildeten Kinder stammten demnach aus Asien, Lateinamerika und Europa. Remulla bezeichnete das Material als „besonders verstörend“.
Markle Jr. hat den Behörden insgesamt vier Kisten mit Beweismaterial übergeben, darunter Computer, Mobiltelefone, Festplatten und alte Videokassetten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Polizei in Cebu erhielt demnach in der vergangenen Woche einen richterlichen Beschluss, um die Datenträger und Unterlagen zu untersuchen. Genaue Details, weshalb Markle Jr. nun ins Visier der Ermittler geraten ist, wurden nicht mitgeteilt.
Funkstille zwischen Meghan und Vater
Meghan (45) hatte sich nach Bekanntwerden der Berichte „zutiefst bestürzt“ gezeigt. Sie sei bereits 2018 von britischen Sicherheitsbehörden über „beunruhigende und verstörende Vorwürfe“ gegen ihren Vater informiert worden, hatte die Frau von Prinz Harry Ende Oktober mitgeteilt. Sie fügte hinzu: „Ich hoffe, dass nun verständlich wird, dass - trotz der Verzerrungen durch einige Medienberichte im Laufe der Jahre - jede Distanz zu meinem Vater und meine Entscheidung, ihm den Kontakt zu unseren Kindern zu verweigern, nur einem Grund diente: sie zu schützen.“
Die beiden haben seit langem ein schwieriges Verhältnis. Thomas Markle war 2018 nicht zur Hochzeit seiner Tochter in Großbritannien gereist. Stattdessen hatte ihr Schwiegervater, der damalige Thronfolger Charles, Meghan zum Altar geführt.