Im Dezember Duell bei Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt?

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Von dpa
| 04.11.2026 13:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eva von Angern war zur Landtagswahl im September nach 2021 zum zweiten Mal Spitzenkandidatin der Linken. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa
Eva von Angern war zur Landtagswahl im September nach 2021 zum zweiten Mal Spitzenkandidatin der Linken. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa
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Der AfD-Politiker Ulrich Siegmund will im Dezember Ministerpräsident werden, doch ihm fehlen drei Stimmen für eine Mehrheit. Die Linke prüft jetzt, ob sie eine eigene Kandidatin ins Rennen schickt.

Bekommt der AfD-Politiker Ulrich Siegmund eine Gegenkandidatin bei der Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt? Linken-Fraktionschefin Eva von Angern zieht in Erwägung, gegen Siegmund anzutreten. Ihre Fraktion berate darüber, „eine echte Alternative in Form einer eigenen Kandidatin für das Amt der Ministerpräsidentin aufzustellen“, sagte von Angern der „Magdeburger Volksstimme“.

Ein Sprecher der Linken-Fraktion bestätigte auf Anfrage, dass eine Entscheidung am Dienstag in der Fraktionssitzung fallen soll. Die Überlegung gelte zunächst für einen ersten Wahlgang, hieß es.

Die AfD stehe „für eine rückwärtsgewandte Politik und eine Spaltung des Landes“, betonte von Angern. Nötig sei jedoch nicht weniger, sondern mehr Zusammenhalt, so die Linken-Politikerin.

Kritik von der SPD 

SPD-Fraktionschefin Katja Pähle spart nicht mit Kritik: „Die Ankündigung von Eva von Angern wirkt wie ein politischer Egotrip zur denkbar falschen Zeit. Für uns ist klar, das alles getan werden muss, um einen AfD-Ministerpräsidenten zu verhindern. Das geht aber nur mit einem Vorschlag, der für alle demokratischen Kräfte akzeptabel ist.“

Linke landete bei der Wahl auf Platz fünf

Eva von Angern war zur Landtagswahl im September nach 2021 zum zweiten Mal Spitzenkandidatin der Linken. Die Juristin setzt sich im Parlament besonders für soziale Gerechtigkeit ein. Dort gehört die Linken-Fraktionschefin auch zu den vehementesten Kritikern der AfD. 

Bei der Landtagswahl am 6. September war die Linke mit 8,6 Prozent auf den fünften Platz gekommen. Die AfD wurde mit 43,8 Prozent mit Abstand stärkste Kraft.

BSW: „Beitrag zum politischen Unterhaltungsprogramm“

Claudia Wittig, stellvertretende Fraktionsvorsitzende des BSW, erklärte: „Frau von Angern lehnt sich im Kampf gegen den Wählerwillen weit aus dem Fenster.“ Mit 8,6 Prozent eine Ministerpräsidentin stellen zu wollen, sei „zumindest ein ambitionierter Beitrag zum politischen Unterhaltungsprogramm“. „Wenn die Linke die gesellschaftliche Spaltung überwinden möchte, könnte sie das durch lösungsorientierte politische Arbeit besser erreichen“, so Wittig.

AfD fehlen drei Stimmen

Siegmund möchte sich im Dezember im Magdeburger Parlament zur Wahl stellen. Er ist dabei auf drei Stimmen aus anderen Reihen angewiesen. Die CDU-Fraktion hat beschlossen, bei der Wahl den Saal zu verlassen. Das BSW beabsichtigt, sich zu enthalten. Damit ist offen, wie Siegmund zu einer Mehrheit kommt. Er hat angekündigt, nur in einem Wahlgang antreten zu wollen.

Ulrich Siegmund (AfD) hat angekündigt, nur in einem Wahlgang antreten zu wollen. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa pool/dpa
Ulrich Siegmund (AfD) hat angekündigt, nur in einem Wahlgang antreten zu wollen. (Archivbild) Foto: Jan Woitas/dpa pool/dpa

Die Linke verfügt im Parlament über acht Sitze. Im ersten und zweiten Wahlgang ist bei der Ministerpräsidentenwahl jeweils die absolute Mehrheit nötig - das sind 42 Stimmen. Von Angern hätte nur eine Chance, wenn CDU, SPD, Grüne, BSW und Linke gemeinsam für sie stimmen würden. Das gilt als unwahrscheinlich.

So läuft die Ministerpräsidentenwahl

Gelingt die Wahl eines Regierungschefs im ersten Wahlgang nicht, muss innerhalb von sieben Tagen ein zweiter Wahlgang stattfinden. Scheitert auch dieser, stimmt der Landtag innerhalb weiterer 14 Tage darüber ab, ob die Wahlperiode vorzeitig beendet wird. Wird dies nicht beschlossen, findet unverzüglich ein dritter Wahlgang statt, in dem nur noch die Mehrheit der abgegebenen Stimmen nötig ist.

Ob die CDU-Fraktion bei ihrem Plan bleibt, den Saal zu verlassen, wird auch von den Ergebnissen eines Landesparteitags am 5. Dezember abhängen. Dann soll ein neuer CDU-Landesvorstand gewählt werden. Der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) bewirbt sich nicht erneut um den Landesvorsitz seiner Partei. Der Beschluss der CDU-Fraktion ist intern umstritten und sorgt seit Wochen für Debatten.

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