Serie „Junges Ehrenamt“ Warum Nele Freimuth für viele junge Menschen einfach da ist

Udo Hippen
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Von Udo Hippen
| 07.11.2026 07:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mehr als nur ein Ehrenamt: Für Nele Freimuth ist ihr Engagement fester Bestandteil ihres Lebens. Unser Foto zeigt die 25-Jährige im Jugendtreff der Kirchengemeinde Großheide beim Tischfußball mit Kameramann Markus Weymer von Ostfriesen TV. Foto: Udo Hippen
Mehr als nur ein Ehrenamt: Für Nele Freimuth ist ihr Engagement fester Bestandteil ihres Lebens. Unser Foto zeigt die 25-Jährige im Jugendtreff der Kirchengemeinde Großheide beim Tischfußball mit Kameramann Markus Weymer von Ostfriesen TV. Foto: Udo Hippen
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Die 25-Jährige aus Großheide lebt ein Ehrenamt, das weit über Organisation hinausgeht. Für Kinder und Jugendliche schafft sie Orte, an denen Vertrauen und Gemeinschaft wachsen können.

Großheide - Für Nele Freimuth ist Ehrenamt weit mehr als nur eine Aufgabe nebenbei. Es ist, wie sie selbst sagt, „ein fester Bestandteil meines Lebens“. Die 25-Jährige aus Großheide engagiert sich seit Jahren mit großer Verlässlichkeit in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit – in ihrer Gemeinde, in Hage und bei Freizeiten des Kirchenkreises Norden. Damit steht sie beispielhaft für ein junges Ehrenamt, das nicht laut sein muss, um viel zu bewirken.

Belohnt seit 2023 das Engagement junger Menschen: der Young-People-Award „Goldene Pyramide“. Grafik: Kirsten Schüür
Belohnt seit 2023 das Engagement junger Menschen: der Young-People-Award „Goldene Pyramide“. Grafik: Kirsten Schüür

„Ich bin Nele Freimuth. Ich bin 25, komme aus Großheide und bin seit mehreren Jahren ehrenamtlich in der Kirche aktiv“, sagt sie über sich selbst. Was schlicht klingt, umfasst in Wahrheit ein bemerkenswert breites Engagement. Seit fünf Jahren wirkt sie nach eigenen Angaben im Konfi-Unterricht in Großheide mit. Sie begleitet Jugendliche ein Jahr lang bis zu ihrer Konfirmation, plant die Konfi-Freizeit mit und ist auch dort eine verlässliche Ansprechpartnerin. In einer Lebensphase, in der vieles im Umbruch ist, schafft sie damit Kontinuität, Nähe und Verlässlichkeit.

Noch länger ist Freimuth im Jugendkreis aktiv, den sie seit sieben Jahren mitleitet. Einmal in der Woche trifft sich die Gruppe in Großheide. Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. „Ich leite den Jugendkreis, gestalte die Arbeit, fahre mit auf Freizeiten“, sagt sie. Gerade diese Regelmäßigkeit zeigt, worauf es im Ehrenamt oft ankommt: da sein, zuhören, Ansprechpartnerin sein.

Regelmäßige Treffen: Gemeinsam mit Mareike Neugebauer leitet Nele Freimuth den Großheider Jugendkreis. Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Foto: Udo Hippen
Regelmäßige Treffen: Gemeinsam mit Mareike Neugebauer leitet Nele Freimuth den Großheider Jugendkreis. Das Angebot richtet sich an Jugendliche ab 14 Jahren. Foto: Udo Hippen

Wie eng ihr persönlicher Weg mit dieser Arbeit verbunden ist, erzählt Freimuth selbst ganz unprätentiös: „Ich bin nach meiner Zeit selber zum Jugendkreis gegangen als Teilnehmerin und bin dann irgendwann durch die gleiche Ausbildung selber mit ins Leitungsteam gerutscht.“ Aus einer Teilnehmerin wurde eine Verantwortliche. Genau darin liegt eine besondere Stärke kirchlicher Jugendarbeit: Junge Menschen wachsen hinein, übernehmen Verantwortung und geben weiter, was sie selbst erlebt haben.

Besonders wichtig ist Freimuth die langfristige Begleitung. „Das Schönste ist, die Jugendlichen über mehrere Jahre zu begleiten“, sagt sie. „Zu sehen, wie sie sich entwickeln.“ Diese Sätze sagen viel über ihr Verständnis von Ehrenamt aus. Sie will nicht nur Programmpunkte organisieren, sondern Beziehungen aufbauen. „Unterstützung anzubieten, auch wenn manchmal gar keine Unterstützung gefordert ist“, beschreibt sie als Teil ihrer Aufgabe. Oft, so ihre Erfahrung, zeige sich erst später, „dass so ein offenes Ohr meistens doch ganz gut tut“. Dieser Blick auf die Jugendlichen – aufmerksam, geduldig und zugewandt – prägt ihr Engagement.

Kirche ist mehr als eine Leidenschaft: „Ich bin fest im Glauben verankert“, sagt Nele Freimuth. Foto: Udo Hippen
Kirche ist mehr als eine Leidenschaft: „Ich bin fest im Glauben verankert“, sagt Nele Freimuth. Foto: Udo Hippen

Freimuth ist dabei nicht nur in Großheide aktiv. Seit 2021 begleitet sie jedes Jahr als ehrenamtliche Mitarbeiterin die Sommerfreizeiten des Kirchenkreises Norden mit 40 bis 45 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Solche Fahrten verlangen viel: Vorbereitung, Verantwortung, Organisation und Teamgeist.

Auch für jüngere Kinder bringt sich Freimuth regelmäßig ein: beim Abenteuernachmittag und bei der Abenteuernacht in der Gemeinde Hage. Damit reicht ihr Ehrenamt von den Jüngsten ab fünf Jahren bis zu Jugendlichen kurz vor dem Erwachsenwerden. Diese Spannweite ist bemerkenswert. Sie zeigt, dass es Freimuth nicht um einzelne Aktionen geht, sondern um Gemeinschaft – und darum, Kindern und Jugendlichen über Jahre hinweg Orte zu bieten, an denen sie sich angenommen fühlen können.

„Ehrenamt bedeutet mir sehr viel“

Was sie antreibt, formuliert die 25-Jährige klar. „Ehrenamt bedeutet mir sehr viel“, sagt sie. „Ich mache das seit mehreren Jahren.“ Mehr noch: „Ich würde sagen, dass das eine große Leidenschaft von mir ist.“ Dahinter steht eine Haltung, die ebenso einfach wie stark ist: „Die Menschen so anzunehmen, wie sie sind. Einen Ort zu schaffen, wo jeder willkommen ist. Und sich gegenseitig zu unterstützen und aufeinander auch aufzupassen.“

Ihr Motto ist einfach: „Wir möchten Kirche cool machen“, erklärt Nele Freimuth. Foto: Udo Hippen
Ihr Motto ist einfach: „Wir möchten Kirche cool machen“, erklärt Nele Freimuth. Foto: Udo Hippen

Vielleicht lässt sich Freimuths Engagement am besten mit einem Satz zusammenfassen, der zugleich ihr Programm ist: „Wir möchten Kirche cool machen.“ Das sagt sie nicht im Sinne eines kurzlebigen Trends. Gemeint ist vielmehr eine Kirche, die offen, zugewandt, lebensnah und für junge Menschen attraktiv ist. Eine Kirche, in der Gemeinschaft nicht verordnet wird, sondern spürbar ist. Eine Kirche, in der Glaube nicht distanziert wirkt, sondern Teil des Alltags sein kann.

Genau daran arbeitet Nele Freimuth seit Jahren mit – Woche für Woche, Fahrt für Fahrt, Gespräch für Gespräch. Sie organisiert nicht nur Angebote. Sie schafft Räume, in denen junge Menschen gesehen werden. Und genau das macht ihr Ehrenamt so wertvoll.

Die „Goldene Pyramide“ würdigt junges Ehrenamt

Um junges Ehrenamt zu würdigen, haben die Ostfriesischen Nachrichten, Ostfriesen Zeitung und Radio Nordseewelle in Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Lotterie „Goldene 7“ unter dem Titel „Goldene Pyramide“ 2023 einen mit insgesamt 6000 Euro Preisgeld dotierten Young-People-Award ausgerufen, der das ehrenamtliche Engagement junger Menschen (30 Jahre alt und jünger) würdigt und auszeichnet. Dazu wurden von Lesern und Hörern mehr als 65 Kandidaten nominiert, aus denen jetzt von einer Jury zehn potenzielle Preisträger ausgewählt wurden, die ab sofort jeweils samstags in den ON vorgestellt werden. Im Anschluss daran werden ein Online- und ein erneutes Jury-Voting die Entscheidung bringen.

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