Sturmtief „Adam“ setzt Valencia unter Wasser – mindestens vier Tote

dpa
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Von dpa
| 19.10.2026 11:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Hunderte Menschen wurden aus prekären Lagen befreit. Foto: Rober Solsona/EUROPA PRESS/dpa
Hunderte Menschen wurden aus prekären Lagen befreit. Foto: Rober Solsona/EUROPA PRESS/dpa
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Land unter statt Ferienfreude: In Spanien setzt Sturmtief „Adam“ Straßen und Campingplätze unter Wasser. Es gibt Tote, Evakuierungen und Unterrichtsausfälle. Der Regen ist noch nicht vorbei.

  Schwere Unwetter haben beliebte Urlaubsregionen an der spanischen Mittelmeerküste unter Wasser gesetzt und mindestens vier Menschenleben gefordert. In den Provinzen Valencia und Alicante wurden zahlreiche Straßen, Häuser und Campingplätze überschwemmt. Einsatzkräfte befreiten mehr als 450 Menschen, die seit dem frühen Morgen unter anderem auf Dächern, in überfluteten Gebäuden oder in Fahrzeugen festsaßen, wie der TV-Sender RTVE unter Berufung auf die Behörden berichtete. Auch auf den Balearen-Inseln Mallorca und Ibiza gab es Überschwemmungen.

Bei den Rettungseinsätzen wurden unter anderem Hubschrauber und Boote eingesetzt. Und auch ein Surfbrett: Auf einem Polizei-Video ist zu sehen, wie eine 93-Jährige in Gandia damit in Sicherheit gebracht wird. Die Regionalregierung der Autonomen Gemeinschaft Valencia rief die zweithöchste Notfallstufe aus und verhängte zunächst für 145 Gemeinden mit insgesamt mehr als 800.000 Einwohnern eine mehrstündige Ausgangssperre. Diese galt am Nachmittag aber nur noch für acht Gemeinden. Mehrere Orte sind wegen der Überschwemmungen jedoch weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten.

Besonders heikel war die Lage in Oliva. In der Küstengemeinde rund 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Valencia wurden zwei Leichen geborgen. Bei diesen Opfern handele es sich um eine 79-jährige Frau und einen 64 Jahre alten Mann, hieß es. Regionalpräsident Juanfran Pérez Llorca warnte vor Journalisten, ein Anstieg der Opferzahl sei nicht ausgeschlossen. Die zwei ersten Todesopfer des Sturmtiefs „Adam“ hatte es bereits am Wochenende gegeben. Eine Frau kam in Sagunto in der Provinz Valencia ums Leben, eine weitere Frau starb im katalanischen Cabrera de Mar.

Mehr als 600 Liter innerhalb von 24 Stunden

Nach Angaben von Bürgermeisterin Yolanda Pastor wurden in Oliva rund 2.000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert. „Noch sind viele in ihren Häusern von den Wassermassen eingeschlossen“, einige seien auf die Dächer geflohen, sagte die Bürgermeisterin im TV-Sender Antena 3. Ein Sprecher der Einsatzkräfte versicherte unterdessen, alle Menschen in lebensbedrohlicher Situation seien in Oliva bereits in Sicherheit gebracht worden.

Nach Angaben des Wetterdienstes Aemet wurden in Oliva innerhalb von 24 Stunden mehr als 530 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen, in der Gemeinde Pego in Alicante sogar mehr als 620 Liter. Zum Vergleich: In Hamburg gibt es im langjährigen Durchschnitt knapp 800 Liter Niederschlag pro Jahr und Quadratmeter.

Besonders betroffen waren die Küstenregionen La Safor im Süden der Provinz Valencia und Marina Alta im Norden der Provinz Alicante. Die höchste Alarmstufe Rot wurde dort aber am frühen Nachmittag aufgehoben. Im Laufe des heutigen Tages sollten sich die Regenfälle in Valencia und Alicante und auch auf den Balearen allmählich abschwächen und weiter nach Katalonien verlagern.

Erst vor knapp zwei Jahren war die Region Valencia von einer verheerenden Flutkatastrophe heimgesucht worden, bei der mehr als 220 Menschen ums Leben kamen.

Überschwemmungen auch auf Mallorca und Ibiza

Auf Mallorca blieb die Lage trotz der für die Nacht ausgerufenen höchsten Alarmstufe Rot vergleichsweise ruhig. In der Nacht registrierten die Rettungsdienste lediglich drei Zwischenfälle: umgestürzte Bäume und eine inzwischen behobene Einsturzgefahr. Vor allem in Calvià westlich der Inselhauptstadt Palma habe es heute aber Überschwemmungen und erhebliche Sachschäden gegeben, berichtete die Zeitung „Diario de Mallorca“. 

An den Flughäfen von Palma und Ibiza gab es bis zum Nachmittag insgesamt 12 Flugausfälle, 16 Flugumleitungen und Dutzende Verspätungen. Auf allen Balearen-Inseln war der Schulunterricht für Montag vorsorglich abgesagt worden.

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