Fußball-Bundesliga Nkunku-Hattrick: Leipzig demontiert Frankfurt

Tom Bachmann, dpa
|
Von Tom Bachmann, dpa
| 10.10.2026 20:26 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eins, zwei, drei: Nkunku erzielte den ersten Leipziger Bundesliga-Hattrick. Foto: Jan Woitas/dpa
Eins, zwei, drei: Nkunku erzielte den ersten Leipziger Bundesliga-Hattrick. Foto: Jan Woitas/dpa
Artikel teilen:

Christopher Nkunku erzielt den ersten Bundesliga-Hattrick für RB Leipzig und sorgt für Erleichterung bei Trainer Demichelis. Die Eintracht enttäuscht auf ganzer Linie.

Hattrick für Christopher Nkunku, Ruhe für Martin Demichelis: RB Leipzig hat sich mit einem 6:0 (4:0)-Spektakel gegen Eintracht Frankfurt vom Frust des schlechten Bundesliga-Starts befreit und seinem in der Kritik stehenden Trainer Luft verschafft. Durch den klaren Sieg im Abendspiel kletterten die Sachsen auf Platz fünf, während die Eintracht unter Trainer-Rückkehrer Adi Hütter langsam in eine Krise rutscht und als 13. hinter den Erwartungen bleibt.

Das sagt Nkunku zu seiner Tor-Gala

„Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben zusammen gearbeitet, offensiv wie defensiv“, sagte der überragende Nkunku bei Sky. Zu seinem Hattrick meinte er: „Nicht einfach. Man muss am richtigen Ort zur richtigen Zeit stehen.“

Leipzigs Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer war ebenfalls „super happy“. Angesprochen auf Trainer Demichelis sagte er, dass bei den Ansprüchen des Clubs „immer Druck“ da sei. „Von daher stehen wir alle unter Beobachtung.“

Ezechiel Banzuzi (1. Minute) und Christopher Nkunku (5.) leiteten bereits in den ersten Minuten ein, dass Leipzig in seiner Bundesliga-Geschichte im Oktober zu Hause ungeschlagen bleibt. Mit zwei weiteren Toren in der ersten Halbzeit komplettierte Milan-Leihgabe Nkunku (41./44.) seinen Hattrick - der erste in der Leipziger Bundesliga-Historie. Antonio Nusa (54.) und Tidiam Gomis (89.) trafen vor 47.800 Fans ebenfalls. Während die Rückkehr von Hütter nach Frankfurt bisher keinen Effekt hatte, kann Demichelis mindestens bis zum Champions-League-Abend am Dienstag gegen Eindhoven in Ruhe arbeiten.

Jubel nach 46 Sekunden

Intern stand eine zeitnahe Ablösung von Demichelis zwar noch nicht zur Debatte, doch nach dem Bundesliga-Fehlstart mit nur zwei Siegen aus vier Spielen wuchs der Druck auf den Argentinier. Unter der Woche wurde bereits über eine mögliche Rückkehr von Julian Nagelsmann spekuliert, der in Leipzig noch immer sehr geschätzt wird. Diese Gerüchte dürften vorerst an Fahrt verlieren.

RB-Trainer Martin Demichelis stellte seine Mannschaft perfekt ein. Foto: Jan Woitas/dpa
RB-Trainer Martin Demichelis stellte seine Mannschaft perfekt ein. Foto: Jan Woitas/dpa

In den vier Spielen zuvor hatte Frankfurt jeweils in den ersten zehn Minuten getroffen - in Leipzig lief es genau andersherum. Schon nach laut Stadionuhr 46 Sekunden stand Banzuzi am zweiten Pfosten nach einer Flanke des überragenden Neil El Aynaoui völlig frei und traf mühelos. Nur vier Minuten später blieb Antonio Nusa körperlich gegen Nnamdi Collins robuster, bediente im Strafraum Nkunku - der blies wenige Sekunden später als Torjubel einen roten Ballon als Gruß an seinen Sohn auf.

Vandevoordt dreimal stark

Frankfurt erholte sich nach gut 20 Minuten von dem doppelten Schock, Leipzigs Spiel verlor an Intensität. Chancen für die Eintracht waren die logische Folge. Doch sowohl Ritsu Doan (31.), Ansgar Knauff und Jonathan Burkhardt (je 38.) scheiterten an Leipzigs Keeper Marten Vandevoordt.

Christopher Nkunku traf in der ersten Halbzeit dreifach.  Foto: Jan Woitas/dpa
Christopher Nkunku traf in der ersten Halbzeit dreifach. Foto: Jan Woitas/dpa

Als die Eintracht gerade richtig gut im Spiel und kurz vor dem Anschlusstreffer war, ging die Nkunku-Show weiter. Wiederum nach Vorarbeit von Nusa hielt Noah Atubolo zunächst stark gegen Romulo, doch Nkunku staubte gnadenlos ab. Drei Minuten später profitierte Nkunku wieder von einer Atubolo-Abwehr, nach einem Schuss von Banzuzi. Der Franzose zählte seine Tore nach seinem Hattrick ungläubig an den Fingern ab, Demichelis sprang jubelnd durch seine Coaching-Zone. Erinnerungen an das 6:0 in der vergangenen Saison wurden wach.

Hütter stellt um, Nusa trifft

Hütter reagierte in der Halbzeit: Das System wurde auf eine Viererkette umgestellt, Elias Baum und Younes Ebnoutalib kamen ins Spiel. Doch die Tore schoss weiter Leipzig. In einer Umschaltsituation schnappte sich Nusa den Ball, sprintete 30 Meter auf das Frankfurter Tor zu und knallte den Ball in die kurze Ecke. 

Enttäuschung beim Frankfurter Can Uzun (l). Foto: Jan Woitas/dpa
Enttäuschung beim Frankfurter Can Uzun (l). Foto: Jan Woitas/dpa

Leipzig konnte sich nun sogar vergebene Großchancen leisten. Banzuzi (63.) kam aus zwei Metern Torentfernung zu sehr unter den Ball und schoss diesen in den Himmel. Nach gut einer Stunde nahm Demichelis in Nusa und Nkunku seine beiden besten Spielern vom Platz - Schonung für die Champions League. Gomis erzielte nach einem feinen Solo trotzdem noch ein Tor.

Ähnliche Artikel