Grand Prix in Malaysia Stress in der Formel-1-Sauna: Verstappens Unterwäsche-Tipp

Jens Marx, dpa
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Von Jens Marx, dpa
| 01.10.2026 11:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Nichts ging mehr: Die Ampeln blieben rot. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa
Nichts ging mehr: Die Ampeln blieben rot. (Archivbild) Foto: Jens Büttner/dpa
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Nun muss sich Kimi Antonelli im WM-Kampf in Malaysia beweisen. Formel-1-Neuland nicht nur für ihn. Alle wissen aber, was droht. Regen, Gewitter, Chaos.

WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli kühlte sich im Spaßbad auf den rasanten Wasserrutschen ab. Sein wieder erstarkter Teamkollege und Titelrivale George Russell genoss einen Trip nach Langkawi. Mit dem Touristenprogramm ist aber schon wieder Schluss: Der WM-Kampf spitzt sich beim einmaligen Gastspiel in Malaysia weiter zu, der Formel 1 droht ein Stresstest der besonderen Art mit hohen Temperaturen, extremer Luftfeuchtigkeit und monsunartigen Regenfällen. 

Verstappen gibt auch noch Unterwäsche-Tipps.  Foto: Aijaz Rahi/AP/dpa
Verstappen gibt auch noch Unterwäsche-Tipps. Foto: Aijaz Rahi/AP/dpa

„Es ist generell schon körperlich unangenehm, hier zu fahren“, konstatiert der bisher letzte Malaysia-Sieger Max Verstappen und gab allen noch einen Tipp mit für die schweißtreibenden kommenden Tage: „Du brauchst ein bisschen mehr Unterwäsche.“ Die Verantwortlichen riefen schon mal die Hitzewarnung aus. 

Eine Torte in der Red-Bull-Garage

Immerhin: Die Torte für Verstappen, der am Mittwoch seinen 29. Geburtstag gefeiert hatte und seinen Teamkollegen Isack Hadjar, der am Montag 22 Jahre alt geworden war, hielt den Bedingungen in der Red-Bull-Garage stand. Wer am Sonntag (09.00 Uhr/Sky) nach dem Rennen Grund hat, sich was Süßes zu gönnen, wird sich zeigen. 

Dem Kampf um den WM-Titel hat die zunächst ungeplante Rückkehr in die Sauna von Sepang eine weitere heftige Belastungsprobe beschert: Nur eine Woche später geht es im benachbarten und nicht minder körperlich anstrengenden Singapur weiter. 66 Punkte hat Antonelli noch Vorsprung. Üppig, wenn der 20 Jahre alte Italiener sich keine zu großen Patzer leistet wie zuletzt beim Qualifying in Aserbaidschan. „Es war wahrscheinlich mein schlechtestes Wochenende“, gab er in Sepang nach dem Baku-Sieg von Russell und seinem 5. Platz zu. 

Warum das Rennen in Malaysia Großer Preis von Bahrain heißt

Ohne das Rennen, das als Großer Preis von Bahrain firmiert, wären Antonellis Chancen noch größer. Acht Grand Prix sollen es insgesamt noch sein in diesem Jahr, ob das so kommt, ist weiter fraglich. Das Bahrain-Rennen hatte ebenso wie der Grand Prix in Saudi-Arabien im April abgesagt werden müssen. 

Der Grund dafür: Der Krieg in Iran, der weiter anhält und für große Fragezeichen auch hinter den beiden letzten Saisonrennen in Katar und Abu Dhabi setzt. Fallen beide aus, soll das Finale wohl in Imola steigen, ein paar Kilometer entfernt von Antonellis Heimat Bologna. 

Zumindest der Gedanke an die kühlen Dezember-Temperaturen in Italien wirkte in Sepang erfrischend. „Das ist schon ein ziemlich einzigartiges Klima hier“, sagte Haas-Pilot Oliver Bearman, der zur Reise-Gruppe von Russell gezählt hatte. Statt die Strecke, auf der einige der jüngeren Piloten noch nie gefahren sind, zu Fuß zu inspizieren, wollte der 21 Jahre Brite lieber den Scooter nehmen. „Es ist natürlich heiß“, stellte der deutlich ältere Nico Hülkenberg von Audi fest. 

Die besondere Beziehung von Hülkenberg zum Kurs in Sepang

Der 39-Jährige kennt den Sepang Circuit, der von 1999 bis einschließlich 2017 im Rennkalender fest verankert gewesen war, und erinnert sich an einen ganz besonderen Moment: „Ich habe hier 2010 meine ersten Formel-1-Punkte geholt.“ Damals als Zehnter im Williams. 

Hülkenberg gilt auch als äußerst Regen erprobt und resistent. Und von dem ist - mal wieder - in Sepang auszugehen. Das Problem: Die neue Fahrzeuggeneration mit der verteilten Antriebspower aus Verbrenner-Motor und Batterie hat noch keinen echten Regenklassiker hinter sich. Heißt auch: Was die Reifen machen werden, wenn das Wasser auf der Strecke steht - ist mehr oder weniger komplett offen. „Ich habe noch nicht viel Gutes gehört von denen, die sie getestet haben“, meinte Bearman.

Erinnerungen an ein Regenrennen für Geschichtsbücher

Für Freitag und Sonntag sind Gewitter vorhergesagt, aber auch ohne Prophezeiung kann es wolkenbruchartige Regenfälle geben. So wie 2009. Rekordweltmeister Lewis Hamilton und der zweimalige Champion Fernando Alonso werden sich bestens daran erinnern, sie fuhren damals als einzige schon aus dem aktuellen Feld. 

Jeder Meter wurde zur Rutschpartie. (Archivbild) Foto: Peter Steffen/dpa
Jeder Meter wurde zur Rutschpartie. (Archivbild) Foto: Peter Steffen/dpa

Zuerst war es noch trocken, die Wolken über dem Kurs ließen aber schon nichts Gutes erahnen. In der 19. Runde setzte der Regen ein, dann Sturm, ein heftiges Gewitter. „Aquaplaning überall, unglaublich“, funkte Hamilton damals an die McLaren-Box. Die Autos drehten sich, die Fahrer waren hilflos. Das Rennen wurde nach 31 Runden vorzeitig beendet und ging als eines der nassesten in die Geschichte der Formel 1 ein. Nicht immer macht rutschen im Wasser Spaß in Malaysia.

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