MeToo-Debatte Medien: 15 Jahre Haft für Ex-Hollywood-Mogul Weinstein

dpa
|
Von dpa
| 23.09.2026 10:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein New Yorker Gericht hat im neu aufgerollten Prozess gegen Harvey Weinstein das Strafmaß verkündet. (Archiv)  Foto: Adam Gray/POOL Bloomberg/AP/dpa
Ein New Yorker Gericht hat im neu aufgerollten Prozess gegen Harvey Weinstein das Strafmaß verkündet. (Archiv) Foto: Adam Gray/POOL Bloomberg/AP/dpa
Artikel teilen:

Harvey Weinstein war einst ein mächtiger Medienmodul, dann kamen Vorwürfe Dutzender Frauen zu Sexualverbrechen ans Licht. Er sitzt im Gefängnis. Bis heute beschäftigen sich Gerichte mit dem Fall.

Gegen den früheren Hollywood-Filmmogul Harvey Weinstein sind in einem neu aufgerollten Verfahren wegen eines Sexualverbrechens 15 Jahre Haft verhängt worden. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend, darunter der Sender NBC News aus dem Gerichtssaal. Der 74-jährige Weinstein ist bereits seit Jahren im Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan hatte laut „New York Times“ eine Haftstrafe von 20 Jahren gefordert.

Das jetzt verhängte Strafmaß ist ein weiterer bedeutender Schritt in der seit Jahren andauernden Aufarbeitung von Sexualverbrechen. Es gab bereits mehrere Verfahren, neben New York auch in Kalifornien. Vor Gericht hatte Weinstein bisher stets alle Vorwürfe zurückgewiesen. Seine Anwälte argumentieren, die sexuellen Kontakte seien einvernehmlich gewesen. Der gesundheitlich angeschlagene Weinstein wechselte in den vergangenen Jahren in New York zwischen Gefängnis und Häftlings-Krankenstation. 

2020 war Weinstein in New York zu 23 Jahren Haft verurteilt worden, doch das Verfahren wurde neu aufgerollt. 2025 gab es dann ein gespaltenes Urteil. Weinstein wurde in einem von drei Anklagepunkten schuldig gesprochen: Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass Weinstein einst ein schweres Sexualverbrechen an einer Frau begangen habe. Darauf bezieht sich nun das neue Strafmaß. Laut „New York Times“ hatte sich der Übergriff auf eine frühere Produktionsassistentin vor rund 20 Jahren in einem Schlafzimmer seiner Wohnung in Manhattan ereignet.

Weinstein-Fall löste MeToo-Bewegung aus

Der Fall des mächtigen Filmproduzenten vor rund zehn Jahren löste nach Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen von Dutzenden Frauen weltweit eine Debatte aus - bekannt unter dem Namen MeToo.

In vielen Ländern meldeten sich unabhängig von dem Fall Weinstein Opfer von Übergriffen zu Wort und machten ihre Vorwürfe öffentlich. Es entstand eine ganze Bewegung, die sich gegen sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch stemmt. MeToo bedeutet im Deutschen so viel wie: Mir ist das auch widerfahren.

Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). Foto: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa
Weltweit gab es Proteste der MeToo-Bewegung (Archivbild). Foto: picture alliance / Damian Dovarganes/AP/dpa

Weinstein war Schlüsselfigur in Hollywood

Weinstein war früher eine Schlüsselfigur im Filmbusiness in Hollywood und Teil der Glamourwelt. Er produzierte bekannte Filme wie „Der englische Patient“, „Pulp Fiction“, „Good Will Hunting“ oder „Gangs of New York“. Für „Shakespeare in Love“ gewann er einen Oscar.

Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild).  Foto: picture alliance / dpa
Der Fall löste eine MeToo-Debatte aus (Archivbild). Foto: picture alliance / dpa

Darum wurde der Prozess neu aufgerollt

2020 war Weinstein in einem ersten Prozess, der sich im Wesentlichen um zwei Klägerinnen drehte, wegen Vergewaltigung und krimineller sexueller Handlungen zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Der Schuldspruch war 2024 allerdings aufgrund von Verfahrensfehlern überraschend wieder kassiert worden.

Daraufhin wurde der Prozess neu aufgerollt. Doch hinter den Kulissen krachte es - und der Prozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten endete im Sommer 2025 mit einem gespaltenen Urteil: Während die Geschworenen ihn hinsichtlich schwerer Sexualverbrechen an der Frau für schuldig erklärten, befand ihn die Jury in einem weiteren Anklagepunkt der schweren Sexualverbrechen gegen eine zweite Frau für nicht schuldig. In einem dritten Anklagepunkt in Zusammenhang mit Vergewaltigung konnte sich die Jury nicht einigen.

Weiterer Gerichtsfall in Kalifornien

Vor Jahren waren gegen Weinstein dann in Kalifornien in einem separaten Strafverfahren 16 Jahre Gefängnis verhängt worden. Auch dieses Urteil hat Weinstein angefochten. Im Juni lehnte ein Berufungsgericht in Kalifornien ab, diesen früheren Schuldspruch gegen Weinstein wegen Sexualverbrechen aufzuheben. Ein Richtergremium hatte die Verurteilung des früheren Hollywood-Moguls aus dem Jahr 2022 bestätigt, ordnete aber die Festsetzung eines neuen Strafmaßes an. 

Bei dem Prozess in Los Angeles war Weinstein im Dezember 2022 wegen Sexualverbrechen in drei Anklagepunkten, darunter Vergewaltigung, schuldig gesprochen worden. Die Vorwürfe stammten von vier Frauen in einem Zeitraum von 2004 bis 2013. Die meisten Übergriffe sollen in Hotels in Beverly Hills stattgefunden haben.

Ähnliche Artikel