Migrationspolitik Wegen Asylplan: Dorf will nicht mehr britisch sein

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Von dpa
| 16.09.2026 10:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
In einem britischen Dorf regt sich Protest gegen die geplante Unterbringung von Asylsuchenden. Foto: Joe Giddens
In einem britischen Dorf regt sich Protest gegen die geplante Unterbringung von Asylsuchenden. Foto: Joe Giddens
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Migration ist auch in Großbritannien ein Wahlkampfthema. Ein kleines Dorf in England hält aus Protest gegen eine geplante große Asylunterkunft ein aufsehenerregendes Referendum ab.

Unterstützt von der rechtsextremen Partei Restore Britain strebt ein kleines Dorf in England aus Protest gegen die Unterbringung von Asylsuchenden symbolisch die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich an. Die große Mehrheit der gut 350 Einwohnerinnen und Einwohner von Piddington stimmte bei einem rechtlich wirkungslosen Referendum entsprechend ab, wie britische Medien übereinstimmenden berichteten.

Zuvor hatte die Regierung Pläne veröffentlicht, das nahe gelegene ehemalige Militärgelände Bicester für zehn Jahre in eine Asylunterkunft umzuwandeln. Die maximale Kapazität soll bei rund 1.250 Menschen liegen.

Premierminister Andy Burnham sagte am Mittag, er verstehe, wie stark die Stimmung zu dem Thema im Land sei. „Es ist schwierig, und selbstverständlich werde ich mir die Anliegen ansehen, die von der Gemeinde und im Rahmen des Referendums vorgebracht wurden“, sagte er der Nachrichtenagentur PA zufolge. „Aber wir müssen sicherstellen, dass wir einen fairen Plan haben und gleichzeitig die Zahlen senken - und die Zahlen gehen inzwischen deutlich zurück.“

Beim Referendum am Dienstag war Rupert Lowe, der Vorsitzende von Restore Britain, im Dorf zu sehen. Er gab zahlreiche Interviews. Lowe war 2024 für die rechtspopulistische Partei Reform UK ins Parlament gewählt worden, trat aber unter anderem nach Differenzen mit Reform-Chef Nigel Farage aus. Seitdem sitzt er als unabhängiges Mitglied im Unterhaus. Restore Britain wird politisch noch weiter rechts als Reform UK eingeordnet.

Migration als Wahlkampfthema

Migration ist in Großbritannien seit Jahren ein Wahlkampfthema. Insbesondere Reform UK erstarkte mit der Ankündigung eines strikteren Kurses. Den von der Regierung veröffentlichten Statistiken zufolge steigen die Einwanderungszahlen im Vereinigen Königreich jedoch nicht an. Im Gegenteil: Bei der Nettozuwanderung wurde im vergangenen Jahr ein deutlicher Rückgang verzeichnet. Burnham sagte, die Zahlen „liegen jetzt auf dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren“.

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