Fiber to the Home Glasfaser-Internet wird einfach kein Verkaufshit

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Von dpa
| 02.09.2026 14:50 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Eine von vielen Baustellen in Deutschland, wo Glasfaser-Internet verlegt wird. Foto: Bernd Weißbrod
Eine von vielen Baustellen in Deutschland, wo Glasfaser-Internet verlegt wird. Foto: Bernd Weißbrod
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Im Digitalzeitalter wird ein gutes Internet immer wichtiger. Also her mit dem Glasfaser-Vertrag, könnte man meinen. Pustekuchen: Einer Studie zufolge ist das Interesse an Glasfaser ausbaufähig.

Obwohl Glasfaser-Internet an immer mehr Haushalten in Deutschland liegt, lassen die meisten die Chance auf besonders schnelles und stabiles Internet ungenutzt. Wie aus einer Analyse des Beratungsunternehmens IW Consult im Auftrag des Breitbandverbandes Breko hervorgeht, lag die Aufnahmerate im Juni nur bei 27,5 Prozent und damit etwa gleich hoch wie ein Jahr zuvor. 

An 28,7 Millionen Haushalten und Unternehmen lag demnach Glasfaser in der Straße („Homes Passed“), davon hatten aber nur 7,9 Millionen Glasfaser-Internet bei sich aktiviert, also einen „Fiber to the Home“(FTTH)-Vertrag - das Verhältnis dieser beiden Werte ist die Aufnahmerate. 

Damit ist die Kaufzurückhaltung beim Kunden unverändert hoch: Mitte 2025 waren es 24,3 Millionen „Homes Passed“ und 6,6 Millionen „Homes Activated“. Allerdings sind nicht alle Haushalte, die trotz neuer Kabel vor der Tür keinen Vertrag haben, Glasfaser-Muffel - es sind auch Mieter dabei, die gern zugreifen würden, doch ihr Vermieter stellt sich quer. Glasfaser gilt als die beste Internettechnologie, die Konkurrenz-Technologien über Telefonkabel (DSL/VDSL) und Fernsehkabel gelten als Auslaufmodelle.

Ein Techniker verbindet Glasfaser-Kabel, um besonders schnelles Internet zu ermöglichen. Foto: Bernd Weißbrod
Ein Techniker verbindet Glasfaser-Kabel, um besonders schnelles Internet zu ermöglichen. Foto: Bernd Weißbrod

Woran es liegen könnte

Woran liegt es, dass viele Internetnutzer weiterhin auf VDSL-Internet und damit auf eine eigentlich veraltete Technologie über Kupferleitungen setzen? Der Preis dürfte eine Rolle spielen. „Glasfaser ist vielleicht einen Tick teurer“, sagte Breko-Präsident Norbert Westfal. Dafür sei es qualitativ besser und die Bandbreite größer. Im Vergleich zu Kupferanschlüssen (DSL/VDSL) sei der Glasfaser-Preis inzwischen sehr vernünftig. 

Ein weiterer Grund für die verhaltene Nachfrage nach Glasfaser könnte sein, dass Internetverbindungen über Telefonleitungen (VDSL) recht gut sind. Im Vergleich zum europäischen Ausland habe Deutschland „ein relativ leistungsfähiges VDSL-Netz“, sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Positiv stimmt ihn, dass die Nachfrage nach besserem Internet steige: „Die Menschen und die Unternehmen wollen mehr Bandbreite - das ist zunehmend ein Kriterium.“ Das Internet werde durch die Rolle von Künstliche-Intelligenz-Anwendungen, die Arbeit im Homeoffice und generell durch den Wunsch nach digitaler Teilhabe immer wichtiger. 

Zu den Wettbewerbern der Telekom gehört die Firma Deutsche Glasfaser, die zuletzt Rückschläge verkraften musste. Foto: Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild/
Zu den Wettbewerbern der Telekom gehört die Firma Deutsche Glasfaser, die zuletzt Rückschläge verkraften musste. Foto: Wolf von Dewitz/dpa-Zentralbild/

Branche ist in einer schwierigen Lage

Der Glasfaser-Branche macht nicht nur die Nachfrageschwäche zu schaffen, sondern auch hohe Ausbaukosten, Skepsis unter Investoren und knappe Kassen. Firmen wie die Deutsche Glasfaser mussten ihre Ausbauziele absenken. 

Außerdem streiten sich der Marktführer Deutsche Telekom und seine Wettbewerber über die Frage, ob und wann der DSL-Technologie der Stecker gezogen wird: Während der Breko, dessen Mitglieder Telekom-Konkurrenten sind, einen verpflichtenden Abschaltmechanismus fordert, an dessen Ende 2035 die letzten DSL-Leitungen in Deutschland stillgelegt sind, möchte die Telekom das selbst entscheiden können. Der Magenta-Konzern baut selbst stark Glasfaser aus, bei ihm ist die Nachfrage sogar noch schwächer als bei seinen Konkurrenten.

Die DSL-Leitungen gehören der Telekom, über die Telefonkabel sind noch immer die meisten Haushalte in Deutschland mit Internet versorgt. Laut einer Studie des Verbandes VATM werden Ende dieses Jahres 57,2 Prozent der Haushalte und Unternehmen in Deutschland DSL/VDSL-Internet haben. Für die Telekom-Konkurrenten ist das ein Bremsklotz - sie hoffen auf bessere Geschäfte, wenn die DSL-Netze schrittweise abgeschaltet werden und dadurch die Glasfaser-Nachfrage gewissermaßen automatisch ansteigt.

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