Sicherheit Mehr Übergriffe auf Bahn-Personal in Regionalzügen
Beschäftigte in Pendlerzügen kontrollieren Fahrscheine und bekommen viel Frust bei Verspätungen ab. Für mehr Schutz vor Aggressionen soll auch zusätzliche Technik sorgen.
Übergriffe gegen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter im Regionalverkehr der Deutschen Bahn haben nach Konzernangaben zugenommen. In der ersten Hälfte dieses Jahres kam es zu 989 Vorfällen, wie die Sparte DB Regio mitteilte. Dies sei eine Zunahme um 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewesen.
Unter den knapp 1.000 Übergriffen im ersten Halbjahr waren demnach 781 Fälle einfacher Körperverletzung wie Schubsen, Greifen und Bespucken sowie 185 Fälle versuchter Körperverletzung gewesen. Schwere Körperverletzungen erlitten 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Februar war ein Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle tödlich verletzt worden.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sagte in Kiel: „Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr.“ Er kündigte Gespräche in der Regierung an, um auch bei Angriffen gegen Zugbegleiter zu höheren Strafmaßen zu kommen wie schon für Rettungskräfte.
Bodycams auch mit Tonaufnahme
Für mehr Sicherheit plant die Bahn auch einen Modellversuch, bei dem mit kleinen Videokameras (Bodycams), die von Zugbegleitern freiwillig genutzt werden können, auch Tonaufzeichnungen gemacht werden sollen. DB-Regio-Chef Harmen van Zijderveld sagte, die Tonaufzeichnung unterstütze die Deeskalation, helfe aber auch enorm bei der Verfolgbarkeit von Straftaten. Er betonte: „Angst hat in unseren Zügen keinen Platz.“
Die Tonaufzeichnung bei Bodycams soll laut Bahn spätestens ab 1. Oktober in der Region Rhein-Neckar-Pfalz getestet werden.