Maschinenbau Dräger warnt: „Die Chemieindustrie stirbt leise“

dpa
|
Von dpa
| 05.08.2026 04:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Stefan Dräger führt den international tätigen Konzern Drägerwerk seit 1992. Foto: --/Drägerwerk AG & Co. KGaA/dpa
Stefan Dräger führt den international tätigen Konzern Drägerwerk seit 1992. Foto: --/Drägerwerk AG & Co. KGaA/dpa
Artikel teilen:

Der Sicherheitstechnik-Hersteller arbeitet eng mit der Chemiebranche zusammen. Deren Krise trifft deshalb auch das Lübecker Unternehmen.

Der Chef des Lübecker Sicherheitstechnik-Herstellers Drägerwerk, Stefan Dräger, warnt vor dem Niedergang der deutschen Chemieindustrie. „Die Chemieindustrie stirbt leise“, sagte Dräger in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die Aufmerksamkeit richte sich vor allem auf die Krise der Automobilbranche. „Alle schauen auf Automotive, und das finde ich übertrieben.“

Dräger beliefert die Chemieindustrie mit Messgeräten, Warnanlagen und Atemschutzmasken. Der Konzern ist darüber hinaus Dienstleister und stellt Personal, das etwa Produktionsprozesse in Chemiewerken überwacht. 

„Wir beobachten, dass viele Anlagen gar nicht wieder angefahren werden und stillstehen“, sagte der Dräger-Vorstandsvorsitzende. „Wenn man über Werksgelände läuft, ist es trostlos.“ Das Unternehmen verzeichne im Chemiebereich Umsatzrückgänge. Diese könne es aber über Wachstum in anderen Bereichen mehr als ausgleichen. 

Die zwei Hauptgründe für die schwierige Lage der Chemieindustrie sind Dräger zufolge die Energiepreise und die Bürokratie. 

Dräger (63) leitet in fünfter Generation das 1889 in Lübeck gegründete Familienunternehmen. Vergangenes Jahr beschäftigte der börsennotierte Konzern mehr als 16.000 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von annähernd 3,5 Milliarden Euro. Die Stammaktien hält mehrheitlich die Familie Dräger. 

Branche steckt seit Jahren in einer Krise

Die Chemiebranche, die zu den größten Industriebranchen des Landes gehört, steckt seit Jahren in einer Krise. Der Branchenverband VCI teilte jüngst mit, dass die Produktion, der Umsatz und die Investitionen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurückgegangen sind. 

Am Stammsitz des weltgrößten Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen fiel im Mai erstmals seit 1954 die Zahl der Vollzeitstellen unter 30.000.

Ähnliche Artikel