Corona-Pandemie Erneute Debatte zu Ursprung des Coronavirus und Rolle Faucis

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Von dpa
| 29.07.2026 18:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der US-Immunologe Fauci hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Foto: Allison Robbert
Der US-Immunologe Fauci hat von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Foto: Allison Robbert
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Er galt als einer der prominentesten US-Wissenschaftler in der Corona-Pandemie. Verschwörungstheoretiker werfen ihm allerdings seit Jahren eine großflächige Vertuschung zum Ursprung des Virus vor.

Nach der Veröffentlichung von Tagebucheinträgen des durch die Corona-Pandemie bekannt gewordenen US-Immunologen Anthony Fauci ist in den USA erneut eine Debatte zum Ursprung des Virus entflammt. In einer Anhörung des Senatsausschusses für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten versuchten vor allem republikanische Senatoren, Fauci Antworten zu entlocken. Fauci hingegen berief sich auf den fünften Zusatzartikel der US-Verfassung und machte von seinem Schweigerecht Gebrauch. Dieser sieht vor, dass niemand sich selbst belasten muss.

Fauci war medizinischer Chefberater von Ex-US-Präsident Joe Biden und Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten. Zuvor war er in den USA zu einer zentralen Figur im Kampf gegen das Coronavirus geworden. Der renommierte Wissenschaftler leitete das Nationale Institut für Infektionskrankheiten fast vier Jahrzehnte lang und arbeitete unter insgesamt sieben US-Präsidenten. Für die Republikaner steht Fauci dagegen für die Pandemie – und alles, was im Kampf gegen das Coronavirus falsch gelaufen ist. Fauci wies die Vorwürfe zurück.

Der demokratische Senator Richard Blumenthal warf dem Ausschussvorsitzenden Rand Paul in der jetzigen Anhörung vor, „dass das laufende Verfahren lediglich ein Versuch ist, Dr. Fauci eines strafrechtlichen Fehlverhaltens zu bezichtigen“. Dies sei nicht der legitime Zweck von Ausschussanhörungen. 

Auch Jahre nach Pandemie Stoff für Verschwörungstheoretiker

Woher kommt die plötzliche Untersuchung? Senator Paul hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Ursprung des Coronavirus zu ermitteln. Im vergangenen Jahr ließ der Vorsitzende des Senatsausschusses dazu Personen aus 14 US-Behörden vorladen. Mit Fauci erschien nun einer der prominentesten Figuren während der Pandemie vor dem Ausschuss.

US-Senator Paul hat es auf Fauci abgesehen. (Archivbild) Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
US-Senator Paul hat es auf Fauci abgesehen. (Archivbild) Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Paul ist seit Jahren davon überzeugt, dass Fauci die Theorie eines natürlichen Ursprungs des Virus verbreitet hat und damit versuchen wollte zu verschleiern, dass das Virus eigentlich aus einem Labor in der chinesischen Metropole Wuhan kam. Auch US-Präsident Donald Trump glaubt, dass der Wissenschaftler „stets versuchte, China zu beschützen“.

Widersprüchliche Tagebucheinträge 

Kurz vor Faucis Anhörung hatte Paul Auszüge aus Tagebucheinträgen von Fauci veröffentlicht. Laut „Wall Street Journal“ schrieb der Immunologe darin etwa im Januar 2020 über chinesische Märkte: „Jetzt wissen wir, dass der Markt nicht der Ursprung, sondern der Verstärker war.“ Im darauffolgenden Jahr beklagte Fauci dann, dass „radikale Rechte“ behaupteten, dass er absichtlich das Virus entwickelt habe, um es dann in die Welt zu setzen.

Im Mai 2021 schrieb er dann: „Ich habe immer gesagt, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass das Virus natürlichen Ursprungs ist und von einem Tier auf den Menschen übergesprungen ist. Angesichts der vielen Spekulationen über ein mögliches Laborleck in den letzten Tagen habe ich jedoch betont, dass niemand, mich eingeschlossen, sich hundertprozentig sicher über den Ursprung ist, und fordere daher eine gründliche Untersuchung.“

Mittlerweile neue Einschätzungen

Bereits im vergangenen Jahr hatte die US-Regierung ihre Einschätzungen zum Ursprung des Coronavirus geändert. Der Direktor des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, geht mittlerweile von einer Laborpanne aus. Die CIA schätze, wenn auch mit geringer Sicherheit, dass ein forschungsbedingter Ursprung der Covid-19-Pandemie wahrscheinlicher sei als ein natürlicher Ursprung. Anfang Dezember hatte bereits ein Unterausschuss des US-Repräsentantenhauses einen Bericht vorgelegt, in dem ebenfalls die Labortheorie gestützt wird.

Auch der ehemalige Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hält die Laborthese mit dem aktuellen Wissensstand für wahrscheinlicher, wie er vor einem Monat der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ sagte. Wieler war während des Corona-Ausbruchs und bis März 2023 RKI-Präsident. Ein eindeutiges Ergebnis liegt bis heute nicht vor.

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