Merz besetzt Posten neu Nachfolge noch unklar: Sport-Staatsministerin muss gehen

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Von dpa
| 27.07.2026 13:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Muss ihr Amt räumen: Christiane Schenderlein ist nicht mehr Sport-Staatsministerin. (Archivbild) Foto: Kay Nietfeld/dpa
Muss ihr Amt räumen: Christiane Schenderlein ist nicht mehr Sport-Staatsministerin. (Archivbild) Foto: Kay Nietfeld/dpa
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Olympia-Bewerbung, Spitzensport-Reform, offene Nachfolge: Wer übernimmt das Sport-Staatsministerium in einer entscheidenden Phase?

Inmitten einer großen Spitzensport-Reform und dem deutschen Anlauf auf Olympia besetzt Bundeskanzler Friedrich Merz den Posten der Sport-Staatsministerin neu. Christiane Schenderlein (CDU) muss nach nur 14 Monaten in dem neu geschaffenen Amt gehen und wechselt als parlamentarische Staatssekretärin ins Gesundheitsministerium. „Ich respektiere diesen Wunsch und freue mich gleichzeitig auf die neue Aufgabe“, sagte Schenderlein laut einer Mitteilung zu ihrer Ablösung, die zu massivem Unmut in den ostdeutschen CDU-Landesverbänden geführt hatte.

Die Nachfolge ließ Merz zunächst offen, erst zu einem späteren Zeitpunkt werde er seine Personallösung präsentieren, sagte er. Es entstehe aber kein Vakuum im Sport-Staatsministerium, versicherte der CDU-Chef.

Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) komme Schenderleins Abberufung zu diesem Zeitpunkt unerwartet, ließ Vorstandschef Otto Fricke wissen. „Angesichts weiterer richtungsweisender Entscheidungen für den Sport, insbesondere bei der Olympiabewerbung, muss so schnell wie möglich die Neubesetzung dieser für den Sport zentralen Position in der Bundesregierung erfolgen“, mahnte Fricke.

Als Kandidatin für den Posten wurde zuletzt die frühere Fußball-Nationalspielerin Nadine Keßler gehandelt. Die 38-Jährige ist Direktorin Frauenfußball bei der Europäischen Fußball-Union UEFA. Eine Bestätigung dieser Personalpläne gab es bislang nicht. Die UEFA wollte Medienberichte über einen Wechsel von Keßler ins Kanzleramt nicht kommentieren.

Heikle Phase für deutschen Sport

Für den deutschen Sport kommt der Wechsel an der Spitze des Sport-Staatsministeriums in einer heiklen Phase. Erst kurz vor der Sommerpause hatte der Bundestag nach langen Diskussionen dem neuen Sportfördergesetz zugestimmt. Kern der Reform ist die Gründung einer Spitzensportagentur, die künftig die Sportfördermillionen des Bundes verteilen soll. Umstritten war bis zuletzt, wie viel Mitsprache der Sport selbst dabei haben soll. Hier dürfte auch Schenderleins Nachfolgerin weitere Kämpfe ausfechten müssen.

Zudem läuft gerade die finale Phase der Auswahl des deutschen Olympia-Bewerbers. In Baden-Baden soll am 26. September bei einer DOSB-Mitgliederversammlung verkündet werden, ob Berlin, München oder die Rhein-Ruhr-Region mit Köln als Zentrum ins internationale Rennen um Sommerspiele einsteigen. Die Bundesregierung hatte sich zuletzt klar hinter eine deutsche Kandidatur gestellt und mehrere Millionen Euro für den Bewerbungsprozess zugesichert.

Schenderlein stolz auf ihre Bilanz

Das Amt einer Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt wurde mit dem Antritt der Bundesregierung im vergangenen Jahr neu geschaffen. Der Sport hatte lange für einen solchen Ansprechpartner geworben. Die Berufung von Schenderlein kam damals aber überraschend, weil die Sächsin im Sport davor eher unbekannt war. „Ich blicke mit Stolz und Freude auf das Erreichte zurück“, sagte Schenderlein nun. Sie habe in ihrer kurzen Amtszeit „die zentralen Vorhaben des Koalitionsvertrages“ umgesetzt, erklärte sie.

Der DOSB-Vorstandsvorsitzende Fricke dankte Schenderlein „für die gute und angenehme Zusammenarbeit trotz teils unterschiedlicher Interessen“. Mit Hilfe der 44-Jährigen seien „wichtige Meilensteine für den Sport“ erreicht worden.

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