Formel 1 in Belgien „Alles sehr frustrierend“ - Was wird aus Max Verstappen?

Thomas Wolfer, dpa
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Von Thomas Wolfer, dpa
| 16.07.2026 09:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Max Verstappen sucht nach einem Ausweg aus der sportlichen Krise. (Archivbild) Foto: Denes Erdos
Max Verstappen sucht nach einem Ausweg aus der sportlichen Krise. (Archivbild) Foto: Denes Erdos
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Nach einem enttäuschenden Auf und Ab bleibt die Zukunft von Max Verstappen das beherrschende Thema in der Formel 1. Was steckt hinter den Spekulationen um einen Abschied von Red Bull?

Vor der Rückkehr an seinen liebsten Ort in der Formel 1 hat sich der Frust bei Max Verstappen zumindest etwas gelegt. „Es war gut, eine kleine Pause einzulegen“, sagte der viermalige Weltmeister mit Blick auf den Grand Prix in Belgien am Sonntag (15.00 Uhr/Sky und RTL). Ein katastrophales Wochenende mit einem Ausfall im weiter schwer fahrbaren Red Bull hatte den Niederländer zuletzt in Silverstone noch richtig wütend gemacht. „Ehrlich, ich hasse diesen Wagen“, fluchte der 28-Jährige im niederländischen Fernsehen nach seinem ernüchternden Auftritt.

Anstatt um seinen fünften WM-Titel zu fahren, muss der einstige Dominator seit Monaten ein Auf und Ab ertragen. „Alles sehr frustrierend“, schrieb er bei Instagram. Einem zweiten Platz in Österreich folgte erneut ein Rückschlag in Silverstone - und prompt wird wieder über Verstappens Zukunft diskutiert. Eine Ausstiegsklausel in seinem eigentlich noch bis Ende 2028 laufenden Vertrag soll einen Abgang nach dieser Saison möglich machen. Wie die Klausel ganz genau aussieht, wurde nie öffentlich bestätigt. Klar scheint hingegen: Läuft es weiterhin so schlecht und das Auto wird nicht dauerhaft verbessert, war es das für Verstappen bei seinem Dauerarbeitgeber.

Schumacher: Verstappen glaubt nicht an das Team

„Ich glaube, Max Verstappen wird Red Bull verlassen, beide Seiten sind auch mittlerweile so weit, dass es nicht mehr weh tut“, sagte Sky-Experte Ralf Schumacher im Podcast „Backstage Boxengasse“ und sprach dabei von einem subjektiven Gefühl, das er habe. „Ich glaube, dass Max den Glauben an das Team verloren hat.“ Umgekehrt sei das genauso. „Aus meiner Sicht wird er sich jetzt mit McLaren hinsetzen.“

Der Red Bull des Ex-Weltmeisters funktioniert nicht so, wie er sich das wünscht. (Archivbild) Foto: David Davies
Der Red Bull des Ex-Weltmeisters funktioniert nicht so, wie er sich das wünscht. (Archivbild) Foto: David Davies

Die Spekulationen um eine Verbindung mit dem britischen Weltmeisterteam halten sich ebenso wie jene, dass sich Mercedes mit einer Verpflichtung Verstappens beschäftigt. „Das sind Gerüchte“, sagte McLaren-Geschäftsführer Zak Brown: „Ich bin sehr glücklich mit meinen beiden Fahrern.“ Mercedes-Teamchef Toto Wolff beteuerte zuletzt: „Unser Plan ist es, an der Fahrerpaarung nichts zu ändern.“ Der Rennstall wolle Stabilität haben.

Verstappen-Manager: „Wir waren immer loyal“

Aber: Wenn Verstappen, der beste Fahrer seiner Generation, tatsächlich zu haben wäre, dürfte es schwer sein, zu widerstehen. Selbst wenn sie dafür ein hohes Gehalt zahlen und ihr bisheriges Personal opfern müssen. Ein Platz bei Mercedes wäre wohl nur frei, wenn George Russell geht, dem jungen WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli (19) gehört bei den Silberpfeilen die Zukunft. Bei McLaren müsste vermutlich Oscar Piastri (25) weichen, Weltmeister Lando Norris gilt als gesetzt. Wirklichen Bedarf haben beide Rennställe jedoch nicht.

Nach spaßigen Aktivitäten ist Max Verstappen aktuell nicht. (Archivbild) Foto: David Davies
Nach spaßigen Aktivitäten ist Max Verstappen aktuell nicht. (Archivbild) Foto: David Davies

Für Red Bull wäre es eine Katastrophe, wenn Verstappen geht. Er stammt aus dem eigenen Nachwuchs. 2014 debütierte er in der Formel 1 für das damalige Schwesterteam Toro Rosso, 2016 wurde er zu Red Bull befördert. Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, hat der Starpilot wohl sogar bis Oktober Zeit, von seiner Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen, wenn er bis zur Sommerpause nach den kommenden beiden Rennen nicht WM-Zweiter ist. Verstappen ist aktuell nur Siebter und hat mit 103 Punkten Rückstand auf Antonelli keine Chance mehr, so weit nach vorn zu kommen.

„Wir waren immer loyal und werden es auch bleiben“, sagte Verstappens Manager Raymond Vermeulen der „Bild“: „Wir möchten den Weg mit Red Bull weitergehen und Max seine Karriere hier beenden - aber natürlich mit der Möglichkeit, zu gewinnen.“ Ein klares Bekenntnis von Verstappen zu Red Bull über das Jahresende hinaus gibt es bislang nicht.

Beste Erinnerungen an Spa-Francorchamps

Hinter den Kulissen gab es zuletzt ein Treffen, das für Unruhe sorgte. Fotos einer Zusammenkunft von Red Bulls früherem Motorsportberater Helmut Marko mit dem Verstappen-Lager in Amsterdam wurden viel beachtet. Was genau besprochen wurde? Unklar. „Mein Besuch war privat“, sagte der Österreicher Marko englischen Medien. Auch mit der Red-Bull-Spitze sollen sich Verstappen und sein engster Vertrauter Vermeulen im vergangenen Monat schon länger in Salzburg getroffen haben, um über die Zukunft zu sprechen.

Dem 71-maligen Grand-Prix-Sieger Verstappen wäre es sicher am liebsten, sich endlich wieder nur auf das Fahren zu konzentrieren. Gerade der Klassiker in den Ardennen hätte das Potenzial, für etwas Freude zu sorgen. „Wir haben hier in der Vergangenheit stets gut abgeschnitten“, sagte Verstappen, der in Spa-Francorchamps vor vier Jahren sensationell von Startplatz 14 zum Sieg raste und schon insgesamt dreimal in seinem Geburtsland siegte. 

Wie bekommt Red Bull das Auto in den Griff?

Zwar fährt er wie sein Vater Jos Verstappen unter niederländischer Lizenz, geboren wurde Verstappen jedoch in Hasselt und besaß bis zum 18. Geburtstag einzig die belgische Staatsbürgerschaft. Seine Mutter ist Belgierin. 

„Auch wenn das Wochenende in Silverstone hart war, habe ich letzte Woche bereits wieder mit dem Team im Simulator im Werk gearbeitet“, sagte Verstappen. Es geht vor allem darum, die Balance im Auto zu verbessern und etwas gegen den fehlenden Top-Speed zu unternehmen. „Peinlich, schlecht“, lautete Verstappens Fazit über sein Dienstfahrzeug zuletzt. Ein Defekt am Heck sorgte für sein Aus wenige Runden vor dem Ende des WM-Laufs in England. Wird beim Heimspiel mit tausenden eigenen Fans nun alles besser? „Es ist meine Lieblingsstrecke im Rennkalender, und ich freue mich immer, dorthin zurückzukehren.“

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