Meinung Überflüssiges Gängeln der Feuerwehrleute in Brookmerland
Im Kampf gegen die Neustrukturierung der Brookmerlander Feuerwehr hat ein Feuerwehrmann aus Marienhafe jetzt einen juristischen Teilerfolg gegen die Samtgemeinde Brookmerland errungen. Ein Kommentar.
Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen: Da beschreitet ein Marienhafer Feuerwehrmann den Rechtsweg, um freiwillig und ehrenamtlich in seiner geliebten Feuerwehr Dienst tun zu dürfen. Er nimmt dafür viel Ärger und sogar ein erhebliches Prozesskostenrisiko in Kauf. Wie groß muss die Leidenschaft dieses Mannes sein, wie enorm seine Hilfsbereitschaft?
Und die Samtgemeinde Brookmerland? Sie hat offenbar nichts Besseres zu tun, als auf ein Zonenmodell zu pochen, das von auswärtigen Brandschutzexperten am Reißbrett geplant wurde – und den Angehörigen ihrer Feuerwehr allen Ernstes eiskalt und bretthart vorzuschreiben, an welchem der vier Standorte sie Mitglied zu sein haben.
Unfrieden und Unmut in der Truppe
Mehr noch: Nicht genug damit, dass sie damit Unfrieden und Unmut in der Truppe säht. Sie nimmt sehenden Auges und offenbar völlig unbeeindruckt Austritte und juristische Gegenwehr in Kauf. Als gebe es unbegrenzt Menschen, die sich freiwillig für das Gemeinwohl engagieren und dabei – wie die Feuerwehrleute – sogar bereit sind, Leib und Leben zu riskieren. Man mag es kaum glauben.
Was die Brookmerlander Verwaltung da veranstaltet, macht sprachlos und ist ein Schlag ins Gesicht der Feuerwehrleute. Ihnen ohne Not vorzuschreiben, wo sie ihren Dienst tun sollen, ist ein überflüssiges Gängeln, das kein Brandbekämpfer verdient hat.
Bei Laune halten
Nochmal: Es geht nicht um Berufsfeuerwehrleute, die man als Angestellte nach Belieben dirigieren kann. Es geht um Freiwillige, um Ehrenamtliche, für die man nach Möglichkeit alles tun sollte, um sie zu unterstützen und bei Laune zu halten. Wenn sie nämlich zu Hause bleiben, kann es unter Umständen für alle böse enden. Statt die Brookmerlander Feuerwehrleute zu bevormunden, zu lenken und als unselbstständig zu behandeln, sollten Verwaltung und Politik froh sein, dass es die freiwilligen Brandbekämpfer gibt.
Es mag gute Gründe geben, die für oder gegen das eine oder das andere sprechen. Am Ende aber sollten die Verantwortlichen in der Samtgemeinde bereit sein, auf Fälle wie den des Marienhafer Feuerwehrmanns zu reagieren und zur vollständigen Zufriedenheit der Betroffenen zu lösen. Nur so kann die Zukunft der Feuerwehr gemeinsam gestaltet werden.