30 Milliarden Euro Mehrkosten EU-Kommissar: „Schwerste Energiekrise aller Zeiten“

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Von dpa
| 05.05.2026 12:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Energie-Kommissar Dan Jorgensen: die „schwerste Energiekrise aller Zeiten“. (Archivbild) Foto: Evgeniy Maloletka
Energie-Kommissar Dan Jorgensen: die „schwerste Energiekrise aller Zeiten“. (Archivbild) Foto: Evgeniy Maloletka
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Der Konflikt im Nahen Osten hat die Energiepreise in die Höhe getrieben. Der Energie-Kommissar der Europäischen Union findet deutliche Worte für die Situation: „schwerste Energiekrise aller Zeiten“.

Die Welt ist nach Einschätzung des Energiekommissars der Europäischen Union, Dan Jørgensen, mit der „wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten“ konfrontiert. „Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben – ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten“, sagte er in Brüssel. 

Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert. Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran hat Teheran den Schiffsverkehr durch diese Engstelle durch Drohungen und Angriffe praktisch zum Erliegen gebracht, während Washington eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt hat, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Zudem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt. 

EU bereitet sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor

Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor, insbesondere bei Flugkraftstoff. Er verwies auf die neue Beobachtungsstelle der EU, die Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff sammelt. So wolle man auch erkennen, falls politische Maßnahmen zur Koordinierung und Umverteilung nötig würden, sagte der Politiker. „Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor.“

Zuletzt hatte der Angriff Russlands auf die Ukraine 2022 eine Energiekrise in Europa verursacht. Damals war es zu Versorgungsengpässen und massiven Preisanstiegen gekommen.

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