VW Emden  Verkauf der E-Autos um fast 20 Prozent eingebrochen?

Martin Teschke
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Von Martin Teschke
| 04.05.2026 14:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Damals war die allgemeine Lage noch ein bisschen optimistischer: VW Emden feierte Mitte August 2025 das weltweit 1,5-millionste ID-Modell. Der ID.7 Tourer war nach Vechta verkauft worden. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
Damals war die allgemeine Lage noch ein bisschen optimistischer: VW Emden feierte Mitte August 2025 das weltweit 1,5-millionste ID-Modell. Der ID.7 Tourer war nach Vechta verkauft worden. Foto: Klaus Ortgies/Archiv
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Wieder machen neue Zahlen zu VW Emden die Runde. Und wieder scheint es um alles zu gehen. Doch diesmal reagiert die IG Metall Emden ziemlich genervt – und teilt gegen Wolfsburg aus.

Emden - Ausgerechnet in dem für VW Emden so wichtigen Jahr der Entscheidung häufen sich die schlechten Nachrichten. Am Montag waren es neue Verkaufszahlen, die nichts Gutes ahnen lassen. Die IG Metall Emden ist ziemlich verärgert über immer wieder verbreitete Negativinformationen und den Vertrieb in der Konzernzentrale.

„Egal, was gerade wieder durch die Presse geht: Der Konzern hat sich an die Beschäftigungssicherung zu halten“, sagte Thomas Preuß, Chef der IG Metall Emden, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Und auch über Werksschließungen brauchen die gar nicht erst mit uns zu diskutieren.“ Preuß vermutet, dass aus Wolfsburg absichtlich schlechte Nachrichten verbreitet werden.

Weniger ID.4 und noch weniger ID.7

Am Montag waren neue Verkaufszahlen unter anderem aus dem VW-Werk in Emden über den Branchendienst Marklines im „Handelsblatt“ an die Öffentlichkeit gelangt. Demnach hat VW Emden in den beiden Monaten Januar und Februar dieses Jahres 18,8 Prozent weniger Autos vom Typ ID.4 und 19,8 Prozent weniger ID.7 verkauft als in den ersten beiden Monaten des Vorjahres. Marklines ist ein Dienstleister, der die Automobilindustrie mit Daten versorgt – in der Regel, um die jeweiligen Wettbewerber im Blick zu behalten.

Der Betriebsrat von VW Emden war am Montag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Betriebsrat und IG Metall tauschen sich aber regelmäßig aus. Volkswagen selbst äußert sich traditionell nicht zu den Zahlen einzelner Werke.

Kosten bereits um 20 Prozent gesenkt

Klar ist: Wegen der „aktuellen Produktionsplanung“, also wegen zu geringer Bestelleingänge, musste VW Emden bereits am 1. und am 2. April sowie am 30. April und am 4. Mai die Produktion stoppen. Bei VW werden nur so viele Autos montiert, wie auch bestellt werden. Der Konzern verwies angesichts der neuen Verkaufszahlen lediglich darauf, dass allein die Standorte Wolfsburg, Emden und Zwickau ihre Kosten im Vergleich zu 2024 im Schnitt um mehr als 20 Prozent reduziert hätten. Die Reduzierung der Fabrikkosten ist der Dreh- und Angelpunkt für den Fortbestand einzelner VW-Standorte über 2030 hinaus. Sie ist Teil der Ende 2024 beschlossenen Tarifeinigung zwischen VW auf der einen sowie der IG Metall und den Betriebsräten auf der anderen Seite. Bis Ende 2030 haben die Werke der Volkswagen AG eine Standortgarantie und eine Beschäftigungssicherung erhalten.

Was nach 2030 geschieht, soll bereits in diesem Jahr anhand der Auswertung der Fabrikkosten entschieden werden. Wie berichtet, waren die Fabrikkostenziele in Emden Ende 2025 knapp verfehlt worden. Das soll nun in den ersten beiden Monaten erneut der Fall gewesen sein. Bestätigt ist das allerdings nicht.

Welche Mitschuld trägt der Konzern?

Für die IG Metall Emden liegt die Verantwortung für die nicht so guten Werte nicht bei den Beschäftigten. „Die Menschen in Emden machen alles dafür, die Ziele zu erreichen und das Werk zu erhalten. Und die Leute schaffen das auch“, sagte Preuß unserer Redaktion.

Wenn genügend Autos verkauft würden, dann habe das Werk in Emden auch seine Auslastung. Preuß: „Der Vertrieb in Wolfsburg hat nun eine klare Aufgabe, damit die Autos aus Emden an die Menschen kommen.“

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