Osnabrück Niklas Wiemann zur Meisterfeier des VfL Osnabrück: Jetzt wird Handbremse gelöst
Der VfL Osnabrück feiert nicht nur den 3:2-Sieg beim SV Wehen Wiesbaden, sondern auch die Meisterschaft in der 3. Liga und den Aufstieg. Die Stimmen aus Wiesbaden.
Timo Schultz, Trainer VfL Osnabrück: Schon krass, am drittletzten Spieltag nicht nur aufgestiegen, sondern auch Meister zu sein. Ich möchte mich beim Verein hier bedanken, dass so viele Osanbrücker hier sein und einen tollen Tag erleben durften. Wir haben gestern schon den Aufstieg und heute vor dem Anstoß die Meisterschaft gefeiert - und trotzdem hat die Mannschaft nochmal Gas gegeben. Das zeigt, welchen Charakter die Truppe hat. Wir haben gestern abend, ich sag mal, ganz gesittet gefeiert und uns schon das eine oder andere Bier gegönnt. Aber wir hatten uns Mitte der Woche schon darauf geeinigt, dass wir alles dafür tun, das Spiel zu gewinnen. Sicher hätten bei uns drei, vier Positionen in der Startelf anders ausgesehen heute, wenn wir nochwas gebraucht hätten. Aber die Jungs, die reingekommen sind, sind halt gute Spieler, die immer da sind und immer im Training Gas geben. Auch im letzten Heimspiel gegen Ulm werden bei uns ein paar Spieler auf dem Platz stehen, die es verdient haben. Wir wollen die letzten beiden Spiele noch zusammen richtig genießen und das maximal Mögliche erreichen.
Daniel Scherning, Trainer SV Wehen Wiesbaden: Glückwunsch von meiner Seite an den VfL Osnabrück - ein absolut verdienter Meister dieser Liga mit so wenigen Gegentoren und so vielen Siegen gerade in der Rückrunde. Das Spiel heute war geprägt von der Atmosphäre, die natürlich dem VfL mit seinen vielen Fans gehört hat. Beide Mannschaften können in Führung gehen, wir schaffen es dann durch diesen Distanzschuss und hätten das zweite Tor nachlegen können. Dann sind wir nicht gut aus der Pause gekommen und machen es dem Gegner viel zu leicht bei den Gegentoren - erst aus einem Einwurf, wo wir es nicht schaffen, klar zuzuordnen, oder beim letzten aus einem Standard, auch kein neues Thema für uns. Der VfL macht es vor, wie man mit aller Macht sein eigenes Tor verteidigen muss - das haben wir aktuell nicht drin und das stört mich extrem, weil das die Basis für Erfolg ist.
Niklas Wiemann, Innenverteidiger des VfL Osnabrück: Es ist ein schönes Gefühl, aufzusteigen - wenn man es sich wünschen darf, dann am besten so wie heute auf dem Feld. Dennoch haben wir gestern schon mit Handbremse etwas gefeiert - jetzt nach dem Sieg ist ohne Handbremse angesagt. Wir sind gut ins Spiel gekommen, geraten dann wie im Hinspiel durch so einen Sonntagsschuss in Rückstand. Dann machen wir es gut, drehen das Spiel, kriegen dann nochmal ein Tor, das mich sehr ärgert, weil wir das besser verteidigen können. Aber zum Glück haben wir ja die Erfahrung von Robert Tesche, der dann am Ende nochmal einen reindrückt.
Ismail Badjie, Torschütze des VfL Osnabrück: Beim Ausgleich hat Meise mich perfekt bedient am zweiten Pfosten, ich musste nur noch einnicken. Wir hatten zwar gestern Abend schon Spaß, aber wir sind auch professionell und haben deshalb abgeliefert. Jetzt lasse ich mich einfach treiben - ich habe keine Ahnung, was heute noch passiert.
Robert Tesche, Schütze des entscheidenden 3:2: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind verdient Meister geworden. Gestern im Bus haben wir alle mitgefiebert und dann gefeiert - die Feste kommen eben wie sie kommen. Trotzdem haben wir heute ordentlich gespielt, sogar gut. Beim Tor macht Bernd Riesselmann eine gute Aktion - ich dachte eigentlich ich stehe im Abseits, gehe aber trotzdem hin - und die Fahne ist unten geblieben. Ein geiler Abschluss.